Zu guter Letzt: Amerikanisches System entlarvt «Brand-Swinger»

Mithilfe eines amerikanischen Modells sollen in Zukunft nicht nur genaue Analysen über das Kaufverhalten von Kunden nach der Betrachtung eines Werbespots gemacht werden können. Ziel des neuen Systems aus den USA ist es auch, Kunden zu identifizieren, die zwischen Marken wechseln - die so genannten «Brand Swinger».

Mithilfe eines amerikanischen Modells sollen in Zukunft nicht nur genaue Analysen über das Kaufverhalten von Kunden nach der Betrachtung eines Werbespots gemacht werden können. Ziel des neuen Systems aus den USA ist es auch, Kunden zu identifizieren, die zwischen Marken wechseln – die so genannten «Brand Swinger». Das neue Modell zur TV-Quoten-Analyse hat gemäss Pressetext ein Zusammenschluss aus Medienunternehmen wie Disney, Viacom, News Corp und Discovery Communications durchgesetzt. Dabei werden zunächst Informationen über das Fernsehverhalten von rund 2.1 Millionen Kabel-TV-Kunden beziehungsweise 1.5 Millionen Haushalten abgerufen. Dies mithilfe von Informationen aus den Set-Top-Boxen. Mithilfe des System TRAnalytics, welches vom Medienforschungsunternehmen TRA entwickelt wurde, werden diese Informationen danach noch mit einer Datenbank verknüpft, die Aufzeichnungen über das Kaufverhalten von 370‘000 Haushalten anhand von Kundenkarten erstellt. Interessant daran: Auf diese Weise können Werbetreibende nun genau nachverfolgen, wie viele Seher nach Betrachtung eines Werbespots von beispielsweise Coca Cola im Fernsehen in ein Geschäft gehen und sich das Getränk kaufen. Ausserdem können auf diese Weise auch Konsumenten, die zwischen Marken wechseln, so genannte «Brand Swinger», identifiziert werden. So zumindest das Ziel des Konsortiums der Medienunternehmen. Solche Analysen würden jedoch mehr Fragen aufwerfen als sie Antworten geben, meint Volker Nickel, Sprecher der Zentralverbands der deutschen Werbewirtschaft ZAW gegenüber Pressetext. Wenn ein Betrachter des Werbespots daraufhin in ein Geschäft gehe, um sich das beworbene Produkt zu kaufen, müsse dies nicht unbedingt auf den Spot zurückzuführen sein. Ausserdem könnte eine solche Analyse datenschutzrechtliche Probleme nach sich ziehen. Wer möchte schon, dass Migros anhand der Cumulus-Karte genau weiss, an welchem Tag Kondome, Kerzen und Rotwein gekauft wurden? Betrachtet man die Fülle an datenschutzrechtlichen Beschwerden die bei Google Street View schon Tage nach der Lancierung eintrafen, könnte man folgern, dass dieses Modell zur Quoten-Analyse in der Schweiz möglicherweise nicht so schnell Fuss fassen wird.
Die ersten vom Tochterunternehmen des Werbekonzerns Publicis, MediaVest, kreierten Werbespots, anhand derer TRAnalytics getestet werden soll, werden gemäss Pressetext wahrscheinlich noch kommenden Herbst auf dem Discovery Channel und TLC laufen. Auftraggeber der Spots sollen Procter&Gamble, Kraft und Coca Cola sein, berichtet die Branchenzeitschrift Advertising Age.

pressetext.ch

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