Zu guter Letzt: #AmericaIsBeautiful wird zu #fuckcoke
Marken wie Coca-Cola blättern Millionen hin, um ihren TV-Spot während dem Marketing-Grossereignis Super Bowl auszustrahlen. Coca-Cola hat nun mit dem diesjährigen Spot den vermutlich teuersten Shitstorm 2014 ausgelöst. Dass er unerwartet kommt, kann man fast nicht glauben.
Der Spot knüpft an den harmlosen Coke-Klassiker der 70er an, in dem Menschen verschiedener Hautfarbe auf einer Wiese zusammen das Lied «I’d Like to Teach the World to Sing» von Billy Davis singen. Auch der neue Spot zelebriert das Gemeinschaftsgefühl zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft und lässt sie gemeinsam den Song «Amerika ist Beautiful» antönen. Der entscheidende Unterschied zum Original: Die Amerikaner im aktuellen Spot singen nicht englisch, sondern in ihren eigenen Muttersprachen – darunter Spanisch und Arabisch.
Coca Cola hat damit den nichtssagenden Heile-Welt-Optimismus hinter sich gelassen und ist politisch geworden. Denn indem der Spot auch die sprachliche Diversität des Landes feiert, stellt er die «Schmelztiegel»-Integrationsstrategie der USA in Frage. Gerade angesichts des immensen Wachstums der hispanischen Bevölkerung, die zunehmend die Pflege der spanischen Sprache einfordert, ist das brisant. Dass im Multi-Kulti-Filmchen den gläubigen Muslimen viel Platz eingeräumt wird, hat ihm auch nicht gerade allgemeine Akzeptanz verschafft. Nimmt man die Tweets auf Twitter wörtlich, hat das unzählige Menschen dazu veranlasst, ihre Cola angewidert wieder auszupucken und fortan nur noch Pepsi zu trinken. (sis)

