Zu guter Letzt: Abschied vom Beine-Schwenk

In einem Blog-Beitrag entschuldigt sich ARD dafür, wie die FDP-Politikerin Katja Sudings in einem «Tagesschau»-Beitrag gefilmt wurde.

«Es ist einer dieser Schwenks, die wir in den 80er und frühen 90 Jahren noch gesehen haben und der gerne mal die Vorlage für Altherrensprüche lieferte.» schreibt das Erste Deutsche Fernsehen auf dem Tagesschau-Blog. Im Beitrag über das Dreikönigstreffen der deutschen FDP rückte die «Tagesschau» erst einmal die Beine der Landesvorsitzenden der FDP Hamburg prominent ins Bild, ehe die Kamera auf die für Politikerinnen und Politiker relevantere obere Körperhälfte schwenkte (den Schwenk des Anstosses finden Sie hier bei 5:00).

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Er habe nichts dagegen, wenn sich die Zuschauer über Inhalte der Sendung – etwa Pegida, die FDP oder die NSA – empörten, so Chefredaktor Kai Gniffke. «Aber bitte nicht über die Art und Weise, wie wir Menschen filmen. Der Beine-Schwenk gehört auf den Index.»

Das wars also mit dem Beine-Schwenk. Verbannt auf den Index. Zumindest in Deutschland. Wir im Süden haben ja noch «Glanz & Gloria» – die Sendung, in der ein Beine-, Rücken- oder Ausschnitt-Schwenk noch zum guten Ton gehört.

Und das Äusserliche von Politikerinnen spielt hierzulande ohnehin keine Rolle. Ausser vielleicht bei einer neuen Frisur. Oder wenn «die schönste Politikerin der Schweiz» aus der SVP austritt. Oder wenn es darum geht, ob linke Politikerinnen wirklich einen «Schlampenlook» haben (50 Prozent der 20 Minuten-Leser sind übrigens der Meinung, dass das Aussehen in der Politik wichtig (!) sei).

Übrigens: Zumindest auf ihrer Wahlpropaganda wird Suding nicht auf ihre Weiblichkeit reduziert. Sie ist nichts geringeres als «Unser Mann für Hamburg». Den Slogan müsste man wohl gut finden – oder zumindest verstehen. Aber wie immer gilt: Wir mischen uns nicht in die Politik unserer Nachbarn ein, solange uns derer Kavallerie nicht überrennt. (hae)

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