Glücksfall Legasthenie
Samenbank Deluxe: Y&R hat in London mit dem Vorurteil aufgeräumt, dass Legastheniker mit einer Behinderung leben.

Wieder einmal eine ziemlich überzeugende Out-of-the-Box-Idee. Und inspirierend. Oder was geht Ihnen durch den Kopf, wenn Sie hören, dass jemand Legastheniker ist? 80 Prozent geht scheinbar davon aus, dass es sich dabei um eine Art Behinderung oder schlichtweg Unfähigkeit handelt. Zumindest sind sich wohl alle einig: Es ist ein Nachteil.
Ist es nicht. Legastheniker funktionieren vielleicht etwas anders, aber absolut nicht schlechter. Eigentlich eher besser. So sollen 40 Prozent aller Self-Made-Millionäre unter Legasthenie «leiden». Und die lange Liste berühmter Menschen mit Lese- und Schreibschwäche spricht auch nicht unbedingt dafür, dass man damit einen allzu grossen Nachteil im Leben hat: Steve Jobs, Bill Gates, Albert Einstein, John Lennon, Ernest Hemingway, Charles Darwin, Alfred Hitchcock, Ikea-Gründer Ingvar Kamprad – um nur ein paar wenige helle Köpfe zu nennen.
Y&R hat den Spiess in London deshalb umgedreht und eine Samenbank für Legastheniker aufgebaut. Ansatz: Es gibt statistisch gesehen nichts Besseres, als davon betroffen zu sein. Die Fake-Samenbank diente dazu, um Neugierde zu wecken und Passanten aufzuklären. Und um aus den Reaktionen einen Film zu drehen, der vermutlich vielen Menschen den Horizont erweitert. (hae)
