Riders Rights Kampagne für Uber-Fahrer: Freundliche Grüsse und Syndicom

Die Zürcher Agentur Freundliche Grüsse hat für die Gewerkschaft Syndicom eine ungewöhnliche Aktion entwickelt: Über ein Pop-Up-Restaurant auf der Uber Eats App klärten Aktivistinnen und Aktivisten Foodkuriere direkt bei der Abholung über ihre Arbeitsrechte auf.

Syndicom klärt Uber Eats Kuriere über Rechte auf. Quelle: zvg

Riders Rights Kampagne: Die Plattform gegen sich selbst nutzen

Foodkuriere prägen das Stadtbild – doch ihre prekären Arbeitsbedingungen bleiben für viele unsichtbar. Mit der Riders Rights Kampagne hat die Zürcher Agentur Freundliche Grüsse für die Gewerkschaft Syndicom einen ungewöhnlichen Ansatz entwickelt: Uber Eats wird genutzt, um die eigenen Kuriere bei der Auftragsabholung direkt über ihre Rechte aufzuklären – und den Druck auf Uber zu erhöhen, endlich als Arbeitgeber aufzutreten.

Uber Eats stuft seine Foodkuriere als Selbständige ein. Dies, obwohl ein Bundesgerichtsurteil diese Praxis der Anstellung als «Scheinselbstständige» klar untersagt hatte. Für die betroffenen Personen bedeutet das: kein fester Stundenlohn, keine Ferien, keine soziale Absicherung und keine angemessenen Arbeitsverträge. Dazu kommt, dass viele Kuriere isoliert arbeiten, was es für Gewerkschaften schwieriger macht, sie überhaupt zu erreichen.

Syndicom klärt Uber Eats Kuriere im Pop-Up auf. Quelle: zvg

Ein Pop-Up-Restaurant als Kanal für Arbeitsrechte

Die Strategie von Freundliche Grüsse war einfach und direkt: Unter dem Namen «Riders Rights» liess sich die bekannte Zürcher Pizzeria Derby auf der Uber Eats App als Partner-Restaurant registrieren. Während zwei Tagen lösten Derby-Kundinnen sowie Syndicom-Aktivistinnen und -Aktivisten unzählige Lieferungen in der gesamten Stadt aus – mit dem Ziel, möglichst viele Uber Eats Kuriere bei der Abholung anzusprechen. Dort wurden die Kuriere über ihre Rechte informiert und dazu aufgefordert, Druck auf Uber aufzubauen.

Die Kommunikation verlief über mehrere Kanäle gleichzeitig: Plakate und Flyer rund ums Restaurant Derby vermittelten die Hauptbotschaft und verwiesen auf die Kampagnen-Website, wo sich die Kuriere in verschiedenen Sprachen informieren, Feedback zu Uber abgeben und sich für die gewerkschaftliche Sache engagieren konnten. Zusätzlich waren Arbeitsrechts-Expertinnen vor Ort.

Riders Rights Kampagne: Ziel ist echter Arbeitgeberstatus für Uber

Die Aktion zielt darauf ab, dass die Botschaft – neben den Kurieren – auch bei Uber selbst ankommt. Das Ziel der Kampagne sei, dass sich das Unternehmen in der Schweiz endlich als echten Arbeitgeber bekenne und faire Arbeitsbedingungen schaffe, heisst es in der Mitteilung. Die vollständige Dokumentation der Aktion ist auf Vimeo verfügbar:

https://vimeo.com/freundlichegruesse/ridersrights

Weitere Informationen zur Kampagne sowie Materialien in verschiedenen Sprachen sind auf der Kampagnen-Website zu finden: https://ridersrights.syndicom.ch/


Verantwortlich bei Freundliche Grüsse: Samuel Textor (Kreation), Pascal Deville (Kreation), Damian Del Fabbro (Beratung), Pascal Duschletta (Film), Pascal Pfohl (Film). Verantwortlich bei Syndicom: Urs Zbinden (Zentralsekretär), Matthias Loosli (Mediensprecher).

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