Server-Side Tagging: Revolution or Buzzword?
Ist Server-Side Tagging nur ein Buzzword oder ist das tatsächlich etwas, was sich Digital Marketer genauer anschauen sollten?

Um diese Frage zu klären, fangen wir mit dem technologischen Aspekt an. Server-Side Tagging ist eine Methode, um die Datenerfassung und –verarbeitung vom Endgerät, also dem Browser oder der mobilen App, aufs Backend, den Server, zu verlagern. Dieses Vorgehen bietet Vorteile in qualitativer und quantitativer Hinsicht sowie in Bezug auf die Datensicherheit.
Der erste Vorteil kommt schon beim Aufruf der Website zum Tragen. Da die Erhebung der Daten auf dem Server stattfindet, muss weniger Code im Browser geladen werden. Dies ermöglicht dem Browser, Inhalte schneller darzustellen, was zu einer positiven Nutzererfahrung beiträgt. Die Absprungrate wird reduziert.
Hinzu kommt bei der serverseitigen Verarbeitung ein qualitativer Aspekt. Der Browser ist im Prozess der Erstellung und Speicherung der Datensätze nicht mehr beteiligt, die Kontrolle liegt zu 100% beim Hersteller der Software, beziehungsweise dem Betreiber. Die Datenqualität wird erhöht.
Bezüglich Datenschutz: Wird automatisch GDPR Compliance erreicht und kann auf Consent verzichtet werden? Die Antwort: Nein. Mit Server-Side Tagging können weder rechtliche Vorgaben umgangen, noch Datenschutzgesetze ausgehebelt werden.
Dennoch gibt es einen Grund, Server-Side Tagging in Erwägung zu ziehen. Da Daten gänzlich ohne den Browser-Kontext verarbeitet werden, lassen sie sich entsprechend schützen. Wenn verhindert werden soll, dass schützenswerte Informationen Dritten zugänglich gemacht werden, sollte der Browser vermieden werden. So werden z.B. Kundennummer oder Policeninformationen nicht vom Browser, der jeglichen Code auf der Website mitlesen kann, an einen Endpunkt gesendet, sondern auf dem Server in einem abgesicherten Kontext für das Matching am Endpunkt aggregiert.
Zuletzt werden qualitative und quantitative Aspekte beleuchtet. Mit zunehmendem Wegfall von Datensätzen wie Cookies und der Verbreitung von Tracking-Schutzmechanismen in den Browsern, nimmt die Qualität und Quantität des Client-seitigen Taggings ab. Die Datenlücken werden grösser und das Ausbauen von digitalen Zielgruppensegmenten gelingt immer weniger gut. Server-Side Tagging kann zwar nicht jedes Problem in diesem Kontext lösen, aber einige davon. Da die Methode auch ohne Cookies auskommt, gewinnt sie schon allein hinsichtlich ITP und der Abschaffung von Thirdparty-Cookies an Bedeutung. Berücksichtigt man den Entzug des Browsers am wesentlichen Teil des Prozesses, sieht die Methode aktuell am erfolgversprechendsten aus.
fusedeck® öffnet die Tür zu diesen Vorteilen mit dem hauseigenen Plugin Store, der ständig erweitert wird und die Einrichtung von Server-Side Tagging automatisiert. Mit wenigen Klicks lässt sich ein Event als Micro-Conversion oder Interessens-Indikator in den Datenfluss einfügen, um zum Aufbau von qualitativ hochwertigen Zielgruppen-Segmenten beim Werbenetzwerk beizutragen, oder die Datenbasis im eigenen Warehouse anzureichern.
* Verfasst von: Mia Kirchhofer, Head of Product bei Capture Media / fusedeck®

