Schweizer CEOs setzen 2026 auf KI und Kosteneffizienz

78 Prozent der Schweizer CEOs blicken optimistisch auf die globale Wirtschaftsentwicklung 2026. Trotz geopolitischer Unsicherheiten richten alle befragten Unternehmen ihre Strategien neu aus und befinden sich in einer Transformationsphase. Investitionen in künstliche Intelligenz und digitale Technologien stehen dabei im Fokus.

Stefan Rösch-Rütsche, Country Managing Partner von EY in der Schweiz
Stefan Rösch-Rütsche, Country Managing Partner von EY in der Schweiz. Quelle: zvg

Die aktuelle Ausgabe der CEO Outlook Survey von EY-Parthenon zeigt: Schweizer Unternehmensführer begegnen den aktuellen Herausforderungen mit Zuversicht und Tatendrang. 78% der 50 befragten Schweizer CEOs beurteilen die globale wirtschaftliche Entwicklung in den kommenden zwölf Monaten optimistisch – ein Plus von 10% gegenüber der Umfrage vom September 2025. Weltweit teilen 68% der rund 1200 befragten CEOs diese positive Einschätzung.

Fast alle befragten Schweizer CEOs (94%) rechnen für 2026 mit einem steigenden Umsatz und steigender Produktivität. 86% erwarten zudem eine verbesserte Profitabilität. Die Hälfte der Schweizer Unternehmensführer (50%) geht davon aus, dass die Betriebskosten im Jahr 2026 sinken werden. Auch die finanziellen Marktbedingungen und die Kapitalbeschaffung werden von der grossen Mehrheit positiv beurteilt.

Strategische Neuausrichtung als Reaktion auf Geopolitik

Acht von zehn Schweizer CEOs (82%) haben aufgrund der veränderten geopolitischen Rahmenbedingungen ihre strategischen Investitionspläne angepasst. Besonders häufig wurden geplante Investitionen verzögert (28%) oder operative Assets in andere Märkte verlagert (28%). Jedes zehnte befragte Schweizer Unternehmen hat geplante Investitionen sogar gestoppt.

Investitionen im Inland haben für 42% der befragten Schweizer CEOs weiterhin Priorität, während neue Kapitalallokationen vor allem nach Deutschland (26%) und Frankreich (18%) fliessen. Insgesamt entfallen 92% der geplanten Investitionen auf Europa.

«Für viele Schweizer CEOs ist die geopolitische Unsicherheit mittlerweile das grösste Risiko, und die deutliche Erhöhung der US-Zölle auf Schweizer Importe belastet viele Unternehmen», sagt Stefan Rösch-Rütsche, Country Managing Partner von EY in der Schweiz. «Die Reduktion der Zölle Ende 2025 hatte sicher einen positiven Effekt auf den Ausblick, aber die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Schweiz ist immer noch gefährdet. Generell gilt, dass Unternehmen in diesen unsicheren Zeiten schnell handeln und massgeschneiderte Lösungen finden müssen.»

KI als wichtigste Wachstumsmassnahme

Mit Blick auf 2026 sehen knapp vier von zehn Schweizer CEOs (38%) Investitionen in Digitalisierung und künstliche Intelligenz als wichtigste Wachstumsmassnahme. Auf Platz zwei steht mit 24% die Verbesserung des geopolitischen Risikomanagements, gefolgt von Lokalisierungs- und Regionalisierungsmassnahmen (12%).

Künstliche Intelligenz liefert für viele Schweizer Unternehmen bereits heute einen messbaren Mehrwert. Rund 80% der Schweizer CEOs geben an, dass ihre bisherigen KI-Initiativen die eigenen Erwartungen übertroffen haben. Fast alle (94%) geben an, dass KI von entscheidender Bedeutung für das Geschäftsmodell in den nächsten zwei Jahren ist.

Als wichtigste KI-Technologien werden von den Schweizer Befragten mit 54% «autonome KI-Agenten» genannt, die unabhängig handeln sollen, um Aufgaben mit minimalem Aufwand zu erledigen. Auf Platz zwei liegen mit jeweils 50% «Maschinelles Lernen» für die Datenanalyse und Entscheidungsfindung sowie die «Physische KI», die für die Kombination aus Maschinen und KI zur Verbesserung von Fertigungsprozessen steht.

Die grössten Herausforderungen durch KI sind gemäss den befragten CEOs steigende Cybersicherheitsrisiken (44%) sowie hohe Anfangsinvestitionen und unsichere Erträge (40%).

Mit Blick auf die Beschäftigung zeigt sich ein differenziertes Bild: Mehr als die Hälfte (54%) der Schweizer CEOs rechnet 2026 mit einem Rückgang der Gesamtbeschäftigung infolge von KI-Investitionen. Gleichzeitig stimmt mit 46% ebenfalls fast die Hälfte der Aussage zu, dass KI-Investitionen dazu beitragen werden, bestehende Einstellungsniveaus zu halten oder neue Talente mit veränderten Qualifikationsprofilen zu gewinnen.

Transaktionen und strategische Partnerschaften

Trotz geopolitischer Unsicherheiten bleibt das Interesse an Fusionen, Übernahmen und strategischen Partnerschaften bestehen: 62% der Schweizer Unternehmen planen mindestens eine M&A-Transaktion in den kommenden zwölf Monaten. Das ist ein Plus von 22% im Vergleich zur September-Umfrage.

Gleichzeitig zeigen Schweizer Führungskräfte eine starke Präferenz für den Aufbau strategischer Partnerschaften, da diese den Vorteil bieten, Kosten zu minimieren und Unternehmensressourcen zu schonen. Der Anteil der Schweizer CEOs, die innerhalb der nächsten zwölf Monate mindestens eine Allianz oder ein Joint Venture anstreben, liegt bei 80%.

«Strategische Allianzen bekommen eine immer grössere Bedeutung. Viele Branchen sind derzeit von massiven technologischen Veränderungen geprägt. In dieser Situation bieten Allianzen die erforderliche Flexibilität und ermöglichen ein schnelles Handeln», sagt Stefan Rösch-Rütsche.

Alle befragten Schweizer CEOs befinden sich mit ihren Unternehmen in einer Transformationsphase oder starten innerhalb der nächsten zwölf Monate eine solche Initiative.

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