KI erobert Schweizer Alltag: 60 Prozent nutzen ChatGPT und Co.
Erstmals nutzt eine Mehrheit der Schweizer Bevölkerung KI-Tools im Alltag. Die neueste IGEM-Digimonitor-Studie zeigt: 60 Prozent verwenden ChatGPT und andere KI-Anwendungen, während sich bei den Medien ein deutlicher Wandel abzeichnet – Instagram wächst, genauso wie der Newskonsum via Social Media.
Der IGEM Digimonitor 2025 liefert neue Zahlen zur Schweizer Mediennutzung – und m&k hat dazu exklusiv fünf Expert:innen via Videointerview befragt. Beachten Sie die Möglichkeit beim Starten des Interviews, via Zeitschiene direkt die jeweiligen Expert:innen ansteuern zu können. Besonders markant: 60% der Bevölkerung nutzen heute KI-Tools, im Vorjahr waren es erst 40%. Ältere setzen KI eher privat ein, Jüngere stärker für Ausbildung und Beruf. X verliert weiter an Boden und büsst in der Deutschschweiz ein Drittel seiner Reichweite ein, während Instagram auf 4 Millionen Nutzer:innen wächst und seine Spitzenposition festigt. Beim Video-Streaming liegt erstmals das Smartphone vor dem TV-Gerät, YouTube bleibt wichtigste Plattform auf Handy und Computer, während am grossen Bildschirm das klassische Fernsehen dominiert. Digitale News erreichen 97% der Bevölkerung – für die Jüngeren sind Social Media und YouTube die zentralen täglichen Informationsquellen.

Künstliche Intelligenz hat sich in der Schweiz innerhalb kurzer Zeit vom Nischenthema zum Massenphänomen entwickelt. Wie die aktuelle IGEM-Digimonitor-Studie zeigt, nutzen erstmals 60 Prozent der Schweizer Bevölkerung KI-Tools – das entspricht rund 3,8 Millionen Menschen. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen markanten Anstieg von 20 Prozentpunkten.
Die Nutzung von KI-Anwendungen unterscheidet sich dabei deutlich nach Altersgruppen: Bei den 15- bis 34-Jährigen setzen bereits 79 Prozent auf KI-Tools, während es bei den über 55-Jährigen erst 40 Prozent sind. Im beruflichen Kontext zeigt sich ein ähnliches Bild – 69 Prozent der jüngeren Generation nutzen KI am Arbeitsplatz oder in der Ausbildung, bei den über 55-Jährigen ist es erst jede vierte Person.

Parallel zur KI-Entwicklung verändert sich auch die Social-Media-Landschaft: Instagram baut seine Spitzenposition aus und erreicht nun 4 Millionen Nutzer:innen (63 Prozent). Deutliche Verluste verzeichnet hingegen X (ehemals Twitter) – in der Deutschschweiz ist die Reichweite um ein Drittel eingebrochen. Der Nachfolger Threads konnte davon bisher nur bedingt profitieren.
Bei den klassischen Medien zeigt sich ein differenziertes Bild: Digitale News erreichen mit 97 Prozent praktisch die gesamte Bevölkerung, wobei private Nachrichtenplattformen wie 20min.ch oder watson.ch mit 46 Prozent täglicher Nutzung beliebter sind als öffentlich-rechtliche Angebote (28 Prozent). Besonders bei der jungen Generation dominieren Social Media und YouTube als Nachrichtenquellen – 41 Prozent beziehen ihre täglichen News über diese Kanäle.
Auch im Bereich Videostreaming zeichnet sich ein Wandel ab: Erstmals werden Videos häufiger auf dem Smartphone als auf dem TV-Gerät gestreamt. YouTube bleibt mit 4,8 Millionen Nutzer:innen (76 Prozent) die meistgenutzte Plattform, gefolgt von Netflix (54 Prozent) und den SRG-Angeboten.
Die Gaming-Branche verzeichnet ebenfalls Wachstum: 3,6 Millionen Schweizer:innen (57 Prozent) spielen mindestens gelegentlich Games – ein Plus von einer Viertelmillion im Vergleich zum Vorjahr. Beim täglichen Gaming sind die Unterschiede zwischen den Geschlechtern und Altersgruppen überraschend gering.
Die Studie Digimonitor erhebt seit 2014 jährlich die Nutzung von elektronischen Medien und Geräten in der Schweiz. Ab 2024 sind die Daten repräsentativ für die internetnutzende Schweizer Bevölkerung im Alter von 15 bis 75 Jahren (6,3 Millionen Personen). Die Online-Befragung fand im März bis April 2025 statt.
