Cyberangriffe nehmen in der Schweiz deutlich ab

Gute Nachrichten für die Schweiz: Laut dem aktuellen Monthly Cyber Threat Report von Check Point Research (CPR) sind die wöchentlichen Cyberangriffe im September 2025 hierzulande um rund 30 Prozent auf durchschnittlich 971 Attacken pro Organisation gesunken.

Damit verzeichnete die Schweiz innerhalb der DACH-Region den stärksten Rückgang. Auch in Deutschland (-5 %) und Österreich (-4 %) gingen die Zahlen leicht zurück. Im Durchschnitt kam die DACH-Region auf 1227 Angriffe pro Woche, was einem Minus von 10,5 Prozent gegenüber dem August entspricht.

Im weltweiten Vergleich bleibt das Niveau der Cyberkriminalität dennoch hoch: Unternehmen wurden im Schnitt 1900 Mal pro Woche attackiert – nur geringfügig weniger als im Vormonat. Besonders betroffen waren Lateinamerika (+7 %), Nordamerika (+17 %) und der Bildungssektor, der mit durchschnittlich 4175 Angriffen pro Woche einmal mehr an der Spitze liegt.

Schweiz: Konsumgüterbranche im Fokus

In der Schweiz zählten die Konsumgüter- und Dienstleistungsbranche, Telekommunikation, Behörden, Finanzdienstleister sowie Industrieunternehmen zu den am stärksten betroffenen Sektoren. Check Point betont, dass kritische Infrastrukturen und öffentliche Dienste weiterhin im Fadenkreuz von Cyberkriminellen stehen – trotz leicht sinkender Angriffszahlen.

Ransomware auf globalem Vormarsch

Weltweit verschärft sich vor allem die Ransomware-Lage. Im September wurden 562 Angriffe gemeldet – ein Anstieg von 46 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Über die Hälfte dieser Fälle entfiel auf Nordamerika, gefolgt von Europa mit 19 Prozent. Besonders aktiv war die Gruppe Qilin, die 14 Prozent aller erfassten Attacken verantwortete und mit einem neuen Rust-basierten Verschlüsselungssystem operiert. Auch die Gruppen Play und Akira zählen zu den aktivsten Angreifern und zielen vermehrt auf Industrie und Unternehmensdienstleistungen.

Generative KI als neues Risiko

Neben klassischen Angriffsmethoden nehmen laut CPR auch GenAI-bezogene Sicherheitsvorfälle zu. Kriminelle nutzen zunehmend generative KI, um Phishing-Kampagnen zu verfeinern oder Datenlecks zu automatisieren. Omer Dembinsky, Data Research Manager bei Check Point Research, warnt: «Die Zahl der Angriffe mag leicht sinken, doch ihre Raffinesse nimmt zu. Ransomware bleibt die zerstörerische Kraft, während das Aufkommen von GenAI-Leaks eine neue Risikodimension schafft.»

Prävention statt Reaktion

Check Point empfiehlt Unternehmen, auf präventive Echtzeit-Sicherheitsstrategien zu setzen, um Angriffe zu stoppen, bevor Schaden entsteht. Klassische Erkennungsmethoden reichten nicht mehr aus, heisst es. Grundlage der Analyse ist die KI-basierte Plattform ThreatCloud, die Daten aus über 150 000 Netzwerken weltweit auswertet und so ein umfassendes Lagebild der globalen Cyberbedrohungen liefert.

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