Smartphone ersetzt Portemonnaie

MOBILE PAYMENT Nun ist Schluss mit überfüllten Portemonnaies. Die App Tapit macht das kontakt- und bargeldlose Bezahlen über das Smartphone möglich. Alle drei Mobilfunkanbieter werden die neue Bezahlmethode einführen.
tapit
Die App «Tapit» ermöglicht kontakt- und bargeldloses Bezahlen und ersetzt somit das Portemonnaie. «Das Smartphone ist der zentrale Gegenstand in unserem Leben», sagt Swisscom CEO, Urs Schaeppi, an der Präsentation der neuen App «Tapit». Ohne das Smartphone kommen heute viele nicht mehr aus. Es wurde fast zu einem Körperglied des Menschen. Es ist also nicht weit hergeholt, dass das mobile Gerät auch zum Portemonnaie mutiert, erklärt er weiter.Von Mobile Payment ist zwar schon lange die Rede, bislang fehlte es aber an kompatiblen Handys und teilnehmenden Partnern. Nicht mehr – mit «Tapit», hergeleitet aus dem Englischen «halte es dran», ist die Zeit des mobilen Bezahlens eingeläutet.Tapit ist eine gemeinsame Entwicklung der drei Mobilfunkanbieter Swisscom, Sunrise und Orange. Die App ist kostenlos und ab sofort zunächst für Swisscom-Kunden verfügbar, Sunrise und Orange folgen im Verlauf des Jahres. Die App setzt grundsätzlich auf Partnerschaften. Dazu gehören Visa und MasterCard, UBS oder Siemens, LEGIC und Coop.Schnell und einfachDas Prinzip ist einfach: auf der App können die Kreditkarten abgespeichert werden, wobei eine als Standardkarte ausgewählt werden kann. Beim nächsten Einkauf muss weder das Smartphone noch die App eingeschaltet sein. Der Kunde muss lediglich sein Smartphone an das Lesegerät halten – insofern der Betrag unter 40 Franken liegt. Über diesen Betrag muss der Kunde seinen Kreditkarten-Pin eingeben.Sicher«Die Sicherheit wird dadurch gewährleistet, dass diese Methode wie zwei Schlüssel für eine Tür funktioniert», erläutert Britta Reinhardt Head of Mobile Services & Apps bei Swisscom. Das eine funktioniert ohne das andere nicht. Schlaue Köpfe könnten die Daten zwar hacken, jedoch nützen diese ohne das Gerät nichts. Die Daten sind auf der SIM, das Bezahlen erfolgt jedoch über NFC.Wird das Handy mal geklaut, ist es wie beim Verlust des Portemonnaies, man ruft die Kreditkartenfirma an und lässt die Karten sperren.Nicht nur ein PortemonnaieDie App ersetzt das Portemonnaie auch noch anders. Die Zusammenarbeit mit Siemens und LEGIC ermöglicht den Ersatz des Mitarbeiterausweises. Um durch eine Tür zu kommen, soll in Zukunft kein Badge mehr nötig sein, das Smartphone hinhalten soll genügen. Auch in der Arbeitspause an der Kaffeemaschine wird das Smartphone den Chip, die Karte oder das Bargeld ersetzen.Zu den Zukunftsplänen für Tapit gehört ausserdem das Superpunkte-Sammeln im Coop. Nicht nur, dass man dann mit dem Smartphone an den Kassen bezahlen kann, man sammelt dadurch automatisch Superpunkte, ohne die Supercard vorweg einlesen zu müssen.Und die iPhone-Nutzer?Der Knackpunkt an der App ist, dass Tapit vorerst nur auf Android-Geräten läuft, denn das iPhone unterstützt die NFC-Technologie nicht. Obwohl rund 43 Prozent der Schweizer Smartphone-User ein iPhone besitzen. «Auch die iPhone Nutzer sollen profitieren, wir arbeiten an einer Lösung », verspricht Urs Schaeppi.

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