Shazam: Mit Content die Nutzer «bewegen»
SECOND SCREEN Die Musik-Erkennungsapp «Shazam» kann auch für Werbezwecke eingesetzt werden. Ein Kampagne für Jeep zeigt, wie ein Smartphone als «Second-Screen-Device» bei einem TV-Spot genutzt werden kann.

Via Shazam-App gelangt der TV-Nutzer während eines Werbespots von Jeep zu zusätzlichen Infos über das Auto.Bereits im Jahre 2002 lancierte das Unternehmen Shazam Entertainment Limited eine Technologie, die es ermöglicht, Musiktitel mit Hilfe eines Handys zu identifizieren. Die App «Shazam» wurde zur Erfolgsgeschichte: Inzwischen wird die Entertainment-App von über 150 Millionen Benutzern weltweit genutzt. Über 15 Milliarden Songs wurden mithilfe von Shazam ausfindig gemacht. In der Schweiz verzeichnet die App 6,3 Millionen Downloads und 1,3 Millionen aktive Nutzer.Längst haben auch die Marketers das Potenzial der App entdeckt. Die Audioerkennungsfunktion kann auch dazu genutzt werden, dem Mobile-User während TV-Werbespots zusätzliche Infos auf seinem Smartphone zu präsentieren («Second Screen Werbung»).«Shazam for TV» noch eher selten genutztDie Schweizer Vermarktung der Werbeangebote via Shazam-App läuft über die Stailamedia AG mit Sitz in Zürich. Seit Mai 2015 bietet Stailamedia Werbetreibenden in der Schweiz in-App-Media- Werbeformen und «Shazam for TV». Am meisten nachgefragt wird bisher der «Listening Screen» für Mobile-Branding-Kampagnen. Dabei wird die Werbebotschaft einer Firma eingeblendet, während die App ein Musikstück identifiziert.«Shazam for TV» wird noch eher selten genutzt. Das Konzept ist nicht für jedes Produkt geeignet. Es funktioniert nur, wenn die TV-Kampagne auch eine gewisse Reichweite hat. «Für kleine TV-Kampagnen ist die Summe der möglichen Interaktionen einfach zu gering, um eine signifikante Werbewirkung via Second-Screen-Kanal zu erzielen», sagt Stailamedia-CEO Michael Baum.Interaktive Second-Screen-Kampagne von JeepWie eine gelungene Second-Screen-Kampagne aussehen kann, zeigt das Beispiel des Automobilherstellers Jeep. Vom 7. bis 27. September 2015 lief in der Schweiz eine interaktive TV-Kampagne zum neuen Jeep Cherokee, die mit Stailamedia umgesetzt wurde. Nach dem Call-to-Action im TV-Spot konnten Nutzer nicht nur detaillierte Infos zu neuen Motorisierungen, zum Multimediasystem und zu weiteren Extras abrufen. Auch Infos zum Musiktitel aus dem Werbespot sowie die Social-Media-Plattformen Facebook, Twitter und Youtube wurden auf dem Smartphone präsentiert. Des Weiteren hatte der Nutzer die Möglichkeit, direkt über die App eine Probefart beim Händler in der Nähe zu buchen und den aktuellen Jeep-Cherokee-Katalog zu bestellen. «Die Verweildauer mit der Marke ist durch Shazam for TV deutlich höher als bei Standard-TV-Kampagnen», so Baum.Neue Werbemöglichkeiten dank BilderkennungInzwischen hat die App Shazam neben der Akustik-Erkennung auch einen Bilderkennungs-Service eingerichtet. Dadurch eröffnen sich für die Welt des Marketings neue Werbemöglichkeiten. In den USA haben diverse Marken bereits Printwerbungen lanciert, die Shazam durch Einscannen erkennen kann. Die App leitet den User direkt zum «extra Content», welcher den Interessenten mit weiteren Informationen in Text-, Video- oder Bildform versorgt. Im Gegensatz zum QR-Code kann ein ganzes Inserat oder ein Plakat eingescannt werden. Die Weiterleitung erfolgt ohne Unterbruch in Bruchteilen einer Sekunde. Shazam ermöglicht es, eine solche Kampagne gezielt zu analysieren, indem bespielsweise Interaktionen der User zurückverfolgt werden. Stailamedia bietet diese Werbeform unter dem Namen «Shazam Visual» ab 2016 an.Autor: Simon Wolanin
