FHGR-Studie zur Nutzung von Wellness-Apps in der Schweiz

In der Zeit um den Jahreswechsel nehmen sich viele Menschen vor, etwas für ihr mentales Wohlbefinden zu tun. Hierfür kommen vermehrt Wellness-Apps zum Zuge. Eine repräsentative Befragung in der Schweiz durch die FHGR hat ergeben, dass Vielnutzer:innen ein geringeres Wohlbefinden aufweisen als Wenignutzer:innen.

(Illustration: zVg.)

Gerade in der Weihnachtszeit und zu Beginn des neuen Jahres nehmen sich viele Menschen vor, mehr auf ihr mentales Wohlbefinden zu achten. Daher verzeichnen Wellness-Apps, die vorgeben, das Wohlbefinden zu unterstützen, um den Jahreswechsel herum die höchsten Download-Zahlen. Die Apps sollen den Menschen helfen, ihre guten Vorsätze in die Tat umzusetzen.

Um herauszufinden, wie es um das mentale Wohlbefinden der Menschen in der Schweiz bestellt ist und wie häufig und zu welchem Zweck sie Wellness-Apps nutzen, wurde eine Online-Umfrage unter 1’000 Einwohner:innen aus allen Landesteilen durchgeführt.

Wellness-Apps populär bei jung, urban und gebildet

Auf einer Skala zur Messung des mentalen Wohlbefindens mit einem Höchstwert von 35 weisen die Menschen in der Schweiz ein durchschnittliches Wohlbefinden von 25,8 auf, wobei die Befragten mit dem höchsten Wohlbefinden älter sind und Vollzeit arbeiten. Die Befragung ergab zudem, dass Wellness-Apps am häufigsten genutzt werden, um die eigenen Gesundheitsdaten zu überwachen, die Stimmung zu verbessern und die körperliche Aktivität zu steigern. Am seltensten werden Wellness-Apps zur Meditation, zur Aufzeichnung von Gewohnheiten und zur Erfassung der Stimmung eingesetzt.

Personen, die Wellness-Apps häufig nutzen, sind jünger, arbeiten häufiger Vollzeit, leben vermehrt in Städten und in grösseren Haushalten mit älteren Jugendlichen. Zudem verfügen sie über ein höheres Bildungsniveau als gelegentliche Nutzer:innen. Gleichzeitig zeigt sich aber auch, dass Vielnutzer:innen ein geringeres mentales Wohlbefinden aufweisen als jene, die selten oder nie auf solche Apps zugreifen. Dies könnte darauf hindeuten, dass Wellness-Apps ihr Nutzenversprechen nicht einlösen können.


Die Befragung wurde durch ein Team des Schweizerischen Instituts für Entrepreneurship der FH Graubünden in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut AmPuls im Juli 2023 durchgeführt. Die 1’000 Befragten im Alter von 15 bis 79 Jahren waren zu je 50 Prozent Männer und Frauen. Die Rücklaufquote betrug 24 Prozent, der statistische Fehlerbereich liegt bei ± 3,1 Prozentpunkten. 68,6 Prozent der Befragten füllten den Fragebogen auf Deutsch aus, 26,8 Prozent auf Französisch und 4,6 Prozent auf Italienisch. Das wahrgenommene mentale Wohlbefinden der Befragten wurde mit der 7-Item-Kurzversion der Warwick-Edinburgh Mental Well-being Scale gemessen.

Das Schweizerische Institut für Entrepreneurship und das PRME Business Integrity Action Center der FH Graubünden forschen zu Fragen der Verantwortung und Ethik in der digitalen Transformation.

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