Private wehren sich gegen SRG-Beteiligung an Werbeallianz

MEDIEN Zahlreiche private Schweizer Medien und Netzanbieter haben sich zusammengeschlossen und machen sich stark für eine eingeschränkte Rolle der SRG im geplanten Joint Venture aus Swisscom, SRG und Ringier.
Fighting cats
Der Kampf  zwischen den privaten Schweizer Medien und der SRG spitzt sich zu.Vertreter der privaten sprachregionalen, regionalen und lokalen Medien sowie Netzwerkanbieter in der Schweiz machen sich in einem gemeinsamen Forderungsbrief an das Bundesamt für Kommunikation für eine wettbewerbsfreundliche, föderalistische Medienpolitik stark und setzen damit ein Zeichen für eine eingeschränkte Rolle der SRG im geplanten Joint Venture aus Swisscom, SRG und Ringier.«Mit dem angekündigten Joint Venture aus Swisscom, SRG und Ringier entsteht ein neuer Medien- und Werbekoloss», heisst es in einer am 21. Januar verschickten Pressemitteilung. «Die exklusiven Produkte und Angebote dieses marktmächtigen Unternehmens werden die kommerzielle Unabhängigkeit der restlichen Medienbranche existentiell bedrohen. Wem Medienvielfalt, Wettbewerb und ein lebendiger Diskurs verschiedener Ansichten wichtig sind, der muss der zunehmenden Expansion der SRG in kommerzielle Bereiche kritisch gegenüberstehen.»Es werden folgende fünf Forderungen gestellt:1. Erhalt der sprachregionalen, regionalen und lokalen MedienvielfaltUnerwünschte und existenzbedrohende Konkurrenzierung privater lokaler und regionaler Medien durch die SRG auf dem Werbemarkt ist zu verhindern; sie würde den Medienplatz Schweiz und seine regionale Medienvielfalt nachhaltig schwächen und langfristig zerstören.2. Werbe-Restriktionen im öffentlich-rechtlichen FernsehenHaupteinnahmequelle der SRG sind die Gebühren, mittlerweile durch alle Schweizer Haushalte mitfinanziert. Werbeeinnahmen sollen die Gebühren bloss ergänzen. Die Eidgenössischen Medienkommission (EMEK) empfiehlt, dass die SRG hauptsächlich durch die Haushaltsabgaben zu finanzieren sei. Zum Schutz der privaten Angebote und analog vieler öffentlich-rechtlicher Sender im Ausland soll die SRG nur beschränkt Werbung ausstrahlen dürfen.3. Innovationen durch private Anbieter nicht ausbremsenDie Ausweitung des Einnahmepotentials des öffentlich-rechtlichen Senders im Online-Bereich und im Radio (auch über Drittplattformen) würde die privaten sprachregionalen und insbesondere lokalen und regionalen Medien schwächen, Innovationen verhindern und Schweizer Arbeitsplätze gefährden. Nicht die Privaten, sondern die SRG soll als subsidiäre Medienanbieterin auftreten.4. Schweizer Wettbewerbsfähigkeit für die Zukunft sichernAlle Nutzer- und Nutzungsdaten, die für die Werbung und Programmgestaltung relevant sind, sind einer zentralen Stelle zur Verfügung zu stellen. Diese bereitet sie für den Markt auf. Das sichert Wettbewerb und Unabhängigkeit bei der Platzierung von Werbung in allen Medien.5. Stärkung der GattungswährungDie vom Gesetzgeber vorgesehene Instanz (Stiftung Mediapulse) zur Erhebung von Nutzungsdaten muss gestärkt werden. Ziel soll eine starke Gattungswährung sein. Dazu muss der Gesetzesauftrag flexibilisiert werden, damit die Qualität auch für die sprachregionalen, regionalen und lokalen Veranstalter stimmt. Es braucht eine einheitliche Lösung einschliesslich der Online-Nutzer, welche programm- und werbebezogenen Anforderungen genauso entspricht, wie den nationalen und lokalen Bedürfnissen.Teil des losen Bündnisses sind zu gleichen Teilen 3+, 4+, 5+, Aargauer Zeitung, AZ Medien, Basler Zeitung, Belcom, Canal Alpha, Cineman, FM1, Goldbach Audience, Goldbach Media, Léman Bleu, Média-Régie, neo1, ProSieben Puls 8 TV AG, Radio 1, Radio 24, Radio Argovia, Radio 3i, Radio Basilisk, Radio BeO, Radio Bern1, Radio Central, Radio Chablais, Radio Eviva, Radio Fiume Ticino, Radio Freiburg/Fribourg, Radio Melody, Radio Munot, Radio Rhône, Radio Rottu, Radio Sunshine, Radio Zürisee, Rouge FM, Rouge TV, Schweiz am Sonntag, Star TV, Suissedigital, Swiss Fibre Net AG, swiss radioworld, Tele 1, Tele Bärn, Tele M1, Teleboy, Teleticino, TeleZüri, Ticinonews, TV24, TVM3, TVO, Wilmaa, YES FM und Zattoo.Ihre Meinung ist gefragt!Was ist Ihre Meinung zu der Werbeallianz von Swisscom, Ringier und SRG? Jetzt bei unserer Umfrage teilnehmen. Bereits über 100 Marketingfachleute haben teilgenommen.

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