16 Milliarden Franken an ungenutzten Gegenständen in Schweizer Haushalten
Der Schweizer Online-Secondhand-Markt vermied 2024 geschätzte 166’368 Tonnen CO₂e-Emissionen. Eine neue Analyse der SMG Swiss Marketplace Group und Vaayu zeigt: In Schweizer Haushalten schlummern ungenutzte Gegenstände im Wert von rund 16 Milliarden Franken. Würden alle weiterverkauft, könnten die vermiedenen Emissionen einmalig um den Faktor 17 steigen.

Der Schweizer Online-Secondhand-Markt hat sich in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Motor für nachhaltigen Konsum und Klimaschutz entwickelt. Im Jahr 2024 konnten geschätzte 166’368 Tonnen CO₂e-Emissionen vermieden werden, die auf den Online-Secondhand-Handel in der Schweiz zurückzuführen sind. Dies entspricht 1,8 Prozent des jährlichen Konsum-Fussabdrucks der Schweizer Haushalte.
Das belegt eine aktuelle Analyse, die von der SMG Swiss Marketplace Group in Zusammenarbeit mit Vaayu erstellt wurde. Die Analyse basiert auf einer im Juli 2025 erschienenen Studie von McKinsey & Company, Publikationen des Bundesamts für Statistik und einer von Vaayu erstellten Studie, die gemeinsam mit der SMG im «Avoided Emissions Report 2024» die potenziell vermiedenen Treibhausgasemissionen der SMG-Marktplätze Ricardo, tutti.ch und anibis.ch berechnet.
17-mal höhere Einsparung möglich
Die Analyse zeigt, dass in diesem Bereich noch erhebliches Potenzial besteht: In Schweizer Haushalten sollen ungenutzte Gegenstände im Wert von rund 16 Milliarden Franken schlummern. Gemäss McKinsey-Studie befindet sich in jedem Schweizer Haushalt ungenutzte Ware im Wert von durchschnittlich 4’000 Franken.
Wenn alle ungenutzten Dinge der Schweizer Haushalte weiterverkauft und wiederverwendet würden, könnten die potenziell vermiedenen Emissionen einmalig rund 17-mal höher ausfallen als heute. Dies würde 30,6 Prozent des jährlichen Konsum-Fussabdrucks entsprechen – umgerechnet 2,8 Millionen Tonnen CO₂e.
Zur Berechnung der potenziell vermiedenen Treibhausgasemissionen wurde das Transaktionsvolumen von neun führenden Schweizer Secondhand-Plattformen analysiert. Fokus der Studie lag auf Konsumgüterkategorien wie Kinder & Baby, Elektronik, Mode & Accessoires, Haushalt & Wohnen, Freizeit, Sport & Hobbys.
Wachstumsprognose bis 2029
Die Online-Marktplatz-Studie von McKinsey & Company geht von einem jährlich anhaltenden Wachstum des Transaktionsvolumens der Schweizer Online-Secondhand-Marktplätze von drei Prozent aus. Darauf basierend könnten durch den Online-Secondhand-Konsum in der Schweiz im Jahr 2029 geschätzte 183’209 Tonnen CO₂e-Emissionen potenziell vermieden werden – ein Wachstum von zehn Prozent im Vergleich zu 2024.
Die Analyse von Vaayu fügt zusätzlich zum reinen geschätzten Marktwachstum noch mögliche nachhaltige Veränderungen im Konsumverhalten hinzu: Wenn der Anteil der Secondhand-Käufe, die tatsächlich neue Produkte ersetzen (Ersatzrate), schrittweise von 53 Prozent auf 60 Prozent bis 2029 ansteigt, könnten damit 23 Prozent mehr Treibhausgasemissionen vermieden werden. Jede Erhöhung der Ersatzrate um einen Prozentpunkt würde zu über drei Prozent mehr vermiedenen Emissionen führen.
Engagement am Secondhand Day
Die Analyse wurde im Rahmen des nationalen Secondhand Day vom Samstag, 8. November 2025, erstellt. «Die Ergebnisse der aktuellen Analyse sind beeindruckend und motivieren uns darin, mit unseren Online-Marktplätzen Ricardo, tutti.ch und anibis.ch das verborgene Secondhand-Markt- und Klimapotenzial in der Schweiz weiter zu steigern», sagt Jessica List, Chief Corporate Officer der SMG.
Als Partnerin des diesjährigen Secondhand Day unterstützt die SMG diesen jährlichen Aktionstag, der 2020 von Ricardo, myclimate und Circular Economy Schweiz ins Leben gerufen wurde. Die SMG ist bestrebt, mit der Entwicklung neuer Technologien wie beispielsweise «Ricardo AI» und der stetigen Erhöhung der Sicherheit ihrer Plattformen die Hürden für Wiederverkauf und Wiederverwendung zu senken.
Die Methodik von Vaayu zur Berechnung der vermiedenen Emissionen folgt einem konsequenten Life-Cycle-Assessment-Ansatz in Übereinstimmung mit den Richtlinien des World Resources Institute. Vaayu vergleicht hierbei ein Referenzszenario – den gesamten Lebenszyklus eines neuen Produkts bis zum Konsumenten – mit einem Secondhand-Szenario.
