Köpfe der Woche: Die Doppeldenker
Pia Lehmann kennt man von Coca-Cola, Stefan Epli von der Street Parade. Aber das ist nicht alles, was die beiden vorweisen können. Seit Februar bieten sie mit ihrer Agentur Epli&Lehmann die ganze Palette der PR-Dienstleistungen an.

Eigentlich sollte es wieder ein «Kopf der Woche» werden. Aber Pia Lehmann (42) und Stefan Epli (41) sind nun einmal ein Team. Seit Februar treten sie gemeinsam am Markt auf. Jeder von beiden hat Erfahrung mit PR, Kommunikation und Gestaltung, aber auch ausgewiesene Kernkompetenzen: Lehmann kennt sich besonders mit PR und Krisenkommunikation aus, Epli leitet seit zwölf Jahren eine Kommunikationsagentur und kommuniziert erfolgreich in den Segmenten Populärkultur und Lifestyle. Nun also: Doppelkopf.
Epli und Lehmann bieten mit ihrer neuen Agentur den ganzen Kommunikationsstrauss: von Marken- und Krisen-PR über interne und externe Kommunikation, Medien-Coaching und Strategieberatung bis zur Gestaltung. «Was ich besonders gerne mache, hängt immer auch ein bisschen von meiner Stimmung ab», meint Lehmann. «Manchmal ist es angenehm, wenn ich in Ruhe schreiben kann, ich gehe aber auch gern zum Kunden und berate ihn. Zum Glück haben wir eine breite Leistungspalette, so ist die Arbeit immer spannend.» Street-Parade-Sprecher Epli hat erwiesenermassen eine Leidenschaft für Musik und Lifestyle, aber auch er meint: «Was ich am liebsten mache, ist stimmungsabhängig. Darum ist es genial, dass wir unsere Arbeit steuern und uns jeweils dem Projekt widmen können, für das wir gerade besonders gute Ideen haben.» Erstaunlich. Dass Emotionen bei der Arbeit eine grosse Rolle spielen, wird niemand leugnen. Vor allem kreative Berufe leben von den Impulsen, die Gefühle hervorrufen. Dass das aber jemand so offen zugibt, ist selten. Bei Epli&Lehmann gehört neben Ehrlichkeit und Emotion auch Transparenz zur Firmenkultur. Darum können sie über Gefühle auch reden.
Einfallsreich kommunizieren
Epli und Lehmann haben ihrem Portfolio den Stempel «Kreative Kommunikation» aufgedrückt. Was sie damit meinen, erklärt Stefan Epli: «Kommunikation bedeutet nicht, eine Medienmitteilung zu verschicken. Diese klassische Variante ist völlig in Ordnung, aber man kann Botschaften auch noch ganz anders transportieren, beispielsweise personalisiert, mit Videos, zugespitzten Botschaften oder Guerilla-PR. Mit Kreativität erreicht man mehr als mit Massenproduktion, das gilt für interne Kommunikation genauso wie für externe.» Um für einen Auftraggeber die richtige Kommunikationsstrategie zu finden, schauen sich Lehmann und Epli ihre Kunden ganz genau an. Sie wollen wissen, wie er tickt, was ihn bewegt. Denn allein über ein Produkt zu sprechen, das ein Unternehmen verkaufen will, führt nicht weiter. Die Botschaft muss auch zum Unternehmen und zu den potenziellen Konsumenten passen.
Zwei in einem
Pia Lehmann war von 1997 bis 2007 bei Coca-Cola Schweiz tätig. Bis 2005 arbeitete sie als Brand-PR-Managerin und Mediensprecherin beim Getränkeriesen, ab 2005 leitete sie die Unternehmenskommunikation und war verantwortlich für sämtliche PR-Aktivitäten im Konsumentenmarketing und bei Produkteinführungen sowie für die Brand-PR. In dieser Zeit sammelte Lehmann vor allem Erfahrung in PR, Krisen- und Marketingkommunikation. «Nach zehn Jahren wollte ich mich dann verändern und habe bei Coca-Cola gekündigt», erzählt sie. «Bei Coca-Cola drehte sich meine Arbeit um die Markenwelt des Unternehmens. Das war sehr spannend, aber jetzt bearbeite ich ein viel breiteres Spektrum.»
Nach Coca-Cola kam erst einmal Australien. Lehmann nahm sich Zeit für eine Reise ins Land ihrer Träume. Mit Stefan Epli blieb sie aber immer in Kontakt. Der hatte inzwischen den Entschluss gefasst, mit seiner Agentur «Atelier Epli» zu expandieren – und wollte Lehmann ins Boot holen. «Nach meiner Rückkehr aus Australien im Dezember 2008 haben wir das Thema besprochen und unsere gemeinsame Firma im Januar gegründet. Das ging alles recht ad hoc», sagt Lehmann.
Never miss a beat
Stefan Epli fand nach einer Ausbildung im kaufmännischen Bereich schnell den Weg in die Medienbranche. Er arbeitete bei der Züriwoche, bevor er sich 1997 mit dem Atelier Epli selbstständig machte. Seit zehn Jahren ist Epli Mediensprecher der Street Parade. In dieser Funktion hat er auch schwarze Zeiten erlebt: «Vor drei Jahren gab es einen medialen GAU für die Street Parade», erzählt er. «Die Medien berichteten fast ausschliesslich von Drogen, Sex und Alkohol – und wir wollten Musik, Festival und friedliche Party rüberbringen. Dagegen anzukommen war hart. Aber wir konnten das Ruder herumreissen, indem wir Inhalte schufen. Trotzdem ist es jedes Jahr wieder eine grosse Herausforderung, die Street Parade als Kultur-Event zu transportieren und nicht als billige Party auf der Strasse. Dabei sind wir darauf angewiesen, dass die Besucher diesen Charakter des Anlasses unterstützen, zum Beispiel indem sie auf Drogen und Unmengen von Alkohol verzichten.»
Epli kümmert sich natürlich nicht nur um die Street Parade, sondern betreut auch Medien, Schulungsunternehmen sowie Kunden aus Mode und Lifestyle, zum Beispiel Ed Hardy und Diesel. «Ich finde die unterschiedlichen Charaktere unserer Kunden sehr spannend», sagt er. «Ob unser Mandant eine Bank oder ein Modelabel ist, ist ein Riesenunterschied. Obwohl unsere Ansprechpartner aus der gleichen Managementebene kommen, unterscheiden sie sich total voneinander, in ihrer Art zu kommunizieren, sich zu kleiden und zu arbeiten.»
Perfekte Symbiose
Kennengelernt haben sich Lehmann und Epli durch die Arbeit. «2004 war Coca-Cola Hauptsponsor der Street Parade», erinnert sich Epli. «Da haben Pia und ich zum Beispiel PR-Berichte zusammen erarbeitet. Daraus hat sich eine weitere Zusammenarbeit ergeben, bei Coke Light, Weihnachtsaktivitäten, dem Cola-Tram etc.» Als Kommunikationsleiterin bei Coca-Cola übertrug Lehmann dem Atelier Epli einige Mandate, die sie selbst aus Kapazitätsgründen nicht betreuen konnte. «Wir haben schon immer gut zusammengearbeitet und uns extrem gut ergänzt», sagt Lehmann.
In die neue Agentur haben sowohl Epli als auch Lehmann bestehende Kunden mitgebracht, die derzeit jeder für sich betreut. Mittelfristig wollen sie bei Projekten aber stärker zusammenarbeiten. «Klar schauen wir jetzt schon Aufgaben zusammen an und diskutieren darüber», sagt Epli. «Aber es gibt natürlich auch Kunden, die gezielt mit mir oder mit Pia arbeiten wollen. Trotzdem wollen wir uns in den Projekten noch mehr ergänzen. Es ist ja grad das Besondere an unserer Agentur, dass wir beim Fachwissen nun aus dem Vollen schöpfen können.» Lehmann bestätigt das: «Wir ergänzen uns sehr gut. Bei den Mandaten, die ich betreue, empfinde ich es als sehr angenehm, dass ich eine zweite Meinung einholen kann – und trotzdem alles vertraulich bleibt.» Von Vorteil ist für beide auch die Verbindung ihrer Kontaktnetze: Lehmann kennt aus ihrer Coca-Cola-Zeit viele Entscheider in Unternehmen, Epli hält etliche Journalistenkontakte. Die Synergiemöglichkeiten, die sich daraus ergeben, sind vielfältig. Eine perfekte Symbiose.
Treffen in der Mitte
Zwar gehen Epli und Lehmann ganz unterschiedlich an Projekte heran, aber emotional liegen sie auf einer Linie. «Wir finden uns immer in der Mitte, auch wenn wir am Anfang selten gleicher Meinung sind», meinen beide. An schlechtem Betriebsklima kann die neue Agentur schon mal nicht eingehen. Dennoch gibt es günstigere Zeiten, um sich selbstständig zu machen. Für Epli ist es wirtschaftlich gesehen kaum ein Unterschied, ob er eine Ein- oder eine Zwei-Mann-Agentur betreibt. Lehmann aber wollte nach ihrer Australien-Reise nicht wieder im sicheren Hafen einer Festanstellung ankern. «Für mich ist es die optimale Zeit für einen Start in die Selbstständigkeit», sagt Lehmann. «Denn ich war bereit für eine Veränderung, bin motiviert und habe ein gutes Netzwerk. Unser Start ist super gelaufen, wir sind sehr zufrieden.»
Abgesehen von einer durchwachsenen Zahlungsmoral merken Epli und Lehmann nichts von der vielbeschworenen Krise. Sie profitieren auch davon, dass viele Unternehmen derzeit ihre 100-Prozent-Kommunikationsstelle einsparen und dafür sporadisch Kommunikationsdienstleistungen einkaufen. Krisenkommunikation ist im Moment sehr gefragt, aber auch strategische Beratung und Brand-PR. In den drei Monaten seit Gründung der Agentur konnte das Team bereits zehn neue Kunden gewinnen, vom Kindergarten aus der Region bis zum weltweit tätigen Grosskonzern. Derzeitige Auftraggeber der Agentur sind Coca-Cola, die Street Parade Zürich, Nestlé, Ed Hardy, Adroplan, Energy Stars for Free und der Monday Night Skate. Auch für Ticketcorner, Ben & Jerrys Ice Cream und Radio Energy Zürich hat die Agentur bereits Mandate übernommen. Offenbar hat sich herumgesprochen, dass Epli und Lehmann bei Auftraggebern nicht auf Grösse und Umsatzzahlen schauen: «Wir haben nicht akquiriert, sondern nur unsere Broschüre verschickt. Und dann kamen die Kunden auf uns zu», sagt Lehmann.
Kunden sind Chefsache
Und wie sind die Zukunftspläne des Teams? «Wir haben nicht das Ziel, in zwei Jahren 20 Mitarbeiter zu beschäftigen», betont Lehmann. «Wir wollen immer selbst in unsere Projekte eingebunden sein und Mandate nicht von Assistenten abwickeln lassen, nachdem der Vertrag unterschrieben ist.» Epli und Lehmann wissen von ihren Kunden, dass diese mit Agenturen oft schlechte Erfahrungen gemacht haben. Nach Vertragsabschluss wurden sie in die Tiefen der Agentur weitergereicht, die Qualität der bereits bezahlten Arbeit litt. Epli und Lehmann stehen dafür ein, dass das bei ihnen nicht so ist. «Ein kleines Team von vier, fünf Personen wäre schön, aber wir wollen selber noch an der Front sein», sagt Epli. «Wir brauchen kein dickes Auto und keinen Massanzug. Wir wollen kreativ schaffen.» Lehmann nickt. Auch darin sind sich die zwei einig.
Anne-Friederike Wilhelm
Epli und Lehmann bieten mit ihrer neuen Agentur den ganzen Kommunikationsstrauss: von Marken- und Krisen-PR über interne und externe Kommunikation, Medien-Coaching und Strategieberatung bis zur Gestaltung. «Was ich besonders gerne mache, hängt immer auch ein bisschen von meiner Stimmung ab», meint Lehmann. «Manchmal ist es angenehm, wenn ich in Ruhe schreiben kann, ich gehe aber auch gern zum Kunden und berate ihn. Zum Glück haben wir eine breite Leistungspalette, so ist die Arbeit immer spannend.» Street-Parade-Sprecher Epli hat erwiesenermassen eine Leidenschaft für Musik und Lifestyle, aber auch er meint: «Was ich am liebsten mache, ist stimmungsabhängig. Darum ist es genial, dass wir unsere Arbeit steuern und uns jeweils dem Projekt widmen können, für das wir gerade besonders gute Ideen haben.» Erstaunlich. Dass Emotionen bei der Arbeit eine grosse Rolle spielen, wird niemand leugnen. Vor allem kreative Berufe leben von den Impulsen, die Gefühle hervorrufen. Dass das aber jemand so offen zugibt, ist selten. Bei Epli&Lehmann gehört neben Ehrlichkeit und Emotion auch Transparenz zur Firmenkultur. Darum können sie über Gefühle auch reden.
Einfallsreich kommunizieren
Epli und Lehmann haben ihrem Portfolio den Stempel «Kreative Kommunikation» aufgedrückt. Was sie damit meinen, erklärt Stefan Epli: «Kommunikation bedeutet nicht, eine Medienmitteilung zu verschicken. Diese klassische Variante ist völlig in Ordnung, aber man kann Botschaften auch noch ganz anders transportieren, beispielsweise personalisiert, mit Videos, zugespitzten Botschaften oder Guerilla-PR. Mit Kreativität erreicht man mehr als mit Massenproduktion, das gilt für interne Kommunikation genauso wie für externe.» Um für einen Auftraggeber die richtige Kommunikationsstrategie zu finden, schauen sich Lehmann und Epli ihre Kunden ganz genau an. Sie wollen wissen, wie er tickt, was ihn bewegt. Denn allein über ein Produkt zu sprechen, das ein Unternehmen verkaufen will, führt nicht weiter. Die Botschaft muss auch zum Unternehmen und zu den potenziellen Konsumenten passen.
Zwei in einem
Pia Lehmann war von 1997 bis 2007 bei Coca-Cola Schweiz tätig. Bis 2005 arbeitete sie als Brand-PR-Managerin und Mediensprecherin beim Getränkeriesen, ab 2005 leitete sie die Unternehmenskommunikation und war verantwortlich für sämtliche PR-Aktivitäten im Konsumentenmarketing und bei Produkteinführungen sowie für die Brand-PR. In dieser Zeit sammelte Lehmann vor allem Erfahrung in PR, Krisen- und Marketingkommunikation. «Nach zehn Jahren wollte ich mich dann verändern und habe bei Coca-Cola gekündigt», erzählt sie. «Bei Coca-Cola drehte sich meine Arbeit um die Markenwelt des Unternehmens. Das war sehr spannend, aber jetzt bearbeite ich ein viel breiteres Spektrum.»
Nach Coca-Cola kam erst einmal Australien. Lehmann nahm sich Zeit für eine Reise ins Land ihrer Träume. Mit Stefan Epli blieb sie aber immer in Kontakt. Der hatte inzwischen den Entschluss gefasst, mit seiner Agentur «Atelier Epli» zu expandieren – und wollte Lehmann ins Boot holen. «Nach meiner Rückkehr aus Australien im Dezember 2008 haben wir das Thema besprochen und unsere gemeinsame Firma im Januar gegründet. Das ging alles recht ad hoc», sagt Lehmann.
Never miss a beat
Stefan Epli fand nach einer Ausbildung im kaufmännischen Bereich schnell den Weg in die Medienbranche. Er arbeitete bei der Züriwoche, bevor er sich 1997 mit dem Atelier Epli selbstständig machte. Seit zehn Jahren ist Epli Mediensprecher der Street Parade. In dieser Funktion hat er auch schwarze Zeiten erlebt: «Vor drei Jahren gab es einen medialen GAU für die Street Parade», erzählt er. «Die Medien berichteten fast ausschliesslich von Drogen, Sex und Alkohol – und wir wollten Musik, Festival und friedliche Party rüberbringen. Dagegen anzukommen war hart. Aber wir konnten das Ruder herumreissen, indem wir Inhalte schufen. Trotzdem ist es jedes Jahr wieder eine grosse Herausforderung, die Street Parade als Kultur-Event zu transportieren und nicht als billige Party auf der Strasse. Dabei sind wir darauf angewiesen, dass die Besucher diesen Charakter des Anlasses unterstützen, zum Beispiel indem sie auf Drogen und Unmengen von Alkohol verzichten.»
Epli kümmert sich natürlich nicht nur um die Street Parade, sondern betreut auch Medien, Schulungsunternehmen sowie Kunden aus Mode und Lifestyle, zum Beispiel Ed Hardy und Diesel. «Ich finde die unterschiedlichen Charaktere unserer Kunden sehr spannend», sagt er. «Ob unser Mandant eine Bank oder ein Modelabel ist, ist ein Riesenunterschied. Obwohl unsere Ansprechpartner aus der gleichen Managementebene kommen, unterscheiden sie sich total voneinander, in ihrer Art zu kommunizieren, sich zu kleiden und zu arbeiten.»
Perfekte Symbiose
Kennengelernt haben sich Lehmann und Epli durch die Arbeit. «2004 war Coca-Cola Hauptsponsor der Street Parade», erinnert sich Epli. «Da haben Pia und ich zum Beispiel PR-Berichte zusammen erarbeitet. Daraus hat sich eine weitere Zusammenarbeit ergeben, bei Coke Light, Weihnachtsaktivitäten, dem Cola-Tram etc.» Als Kommunikationsleiterin bei Coca-Cola übertrug Lehmann dem Atelier Epli einige Mandate, die sie selbst aus Kapazitätsgründen nicht betreuen konnte. «Wir haben schon immer gut zusammengearbeitet und uns extrem gut ergänzt», sagt Lehmann.
In die neue Agentur haben sowohl Epli als auch Lehmann bestehende Kunden mitgebracht, die derzeit jeder für sich betreut. Mittelfristig wollen sie bei Projekten aber stärker zusammenarbeiten. «Klar schauen wir jetzt schon Aufgaben zusammen an und diskutieren darüber», sagt Epli. «Aber es gibt natürlich auch Kunden, die gezielt mit mir oder mit Pia arbeiten wollen. Trotzdem wollen wir uns in den Projekten noch mehr ergänzen. Es ist ja grad das Besondere an unserer Agentur, dass wir beim Fachwissen nun aus dem Vollen schöpfen können.» Lehmann bestätigt das: «Wir ergänzen uns sehr gut. Bei den Mandaten, die ich betreue, empfinde ich es als sehr angenehm, dass ich eine zweite Meinung einholen kann – und trotzdem alles vertraulich bleibt.» Von Vorteil ist für beide auch die Verbindung ihrer Kontaktnetze: Lehmann kennt aus ihrer Coca-Cola-Zeit viele Entscheider in Unternehmen, Epli hält etliche Journalistenkontakte. Die Synergiemöglichkeiten, die sich daraus ergeben, sind vielfältig. Eine perfekte Symbiose.
Treffen in der Mitte
Zwar gehen Epli und Lehmann ganz unterschiedlich an Projekte heran, aber emotional liegen sie auf einer Linie. «Wir finden uns immer in der Mitte, auch wenn wir am Anfang selten gleicher Meinung sind», meinen beide. An schlechtem Betriebsklima kann die neue Agentur schon mal nicht eingehen. Dennoch gibt es günstigere Zeiten, um sich selbstständig zu machen. Für Epli ist es wirtschaftlich gesehen kaum ein Unterschied, ob er eine Ein- oder eine Zwei-Mann-Agentur betreibt. Lehmann aber wollte nach ihrer Australien-Reise nicht wieder im sicheren Hafen einer Festanstellung ankern. «Für mich ist es die optimale Zeit für einen Start in die Selbstständigkeit», sagt Lehmann. «Denn ich war bereit für eine Veränderung, bin motiviert und habe ein gutes Netzwerk. Unser Start ist super gelaufen, wir sind sehr zufrieden.»
Abgesehen von einer durchwachsenen Zahlungsmoral merken Epli und Lehmann nichts von der vielbeschworenen Krise. Sie profitieren auch davon, dass viele Unternehmen derzeit ihre 100-Prozent-Kommunikationsstelle einsparen und dafür sporadisch Kommunikationsdienstleistungen einkaufen. Krisenkommunikation ist im Moment sehr gefragt, aber auch strategische Beratung und Brand-PR. In den drei Monaten seit Gründung der Agentur konnte das Team bereits zehn neue Kunden gewinnen, vom Kindergarten aus der Region bis zum weltweit tätigen Grosskonzern. Derzeitige Auftraggeber der Agentur sind Coca-Cola, die Street Parade Zürich, Nestlé, Ed Hardy, Adroplan, Energy Stars for Free und der Monday Night Skate. Auch für Ticketcorner, Ben & Jerrys Ice Cream und Radio Energy Zürich hat die Agentur bereits Mandate übernommen. Offenbar hat sich herumgesprochen, dass Epli und Lehmann bei Auftraggebern nicht auf Grösse und Umsatzzahlen schauen: «Wir haben nicht akquiriert, sondern nur unsere Broschüre verschickt. Und dann kamen die Kunden auf uns zu», sagt Lehmann.
Kunden sind Chefsache
Und wie sind die Zukunftspläne des Teams? «Wir haben nicht das Ziel, in zwei Jahren 20 Mitarbeiter zu beschäftigen», betont Lehmann. «Wir wollen immer selbst in unsere Projekte eingebunden sein und Mandate nicht von Assistenten abwickeln lassen, nachdem der Vertrag unterschrieben ist.» Epli und Lehmann wissen von ihren Kunden, dass diese mit Agenturen oft schlechte Erfahrungen gemacht haben. Nach Vertragsabschluss wurden sie in die Tiefen der Agentur weitergereicht, die Qualität der bereits bezahlten Arbeit litt. Epli und Lehmann stehen dafür ein, dass das bei ihnen nicht so ist. «Ein kleines Team von vier, fünf Personen wäre schön, aber wir wollen selber noch an der Front sein», sagt Epli. «Wir brauchen kein dickes Auto und keinen Massanzug. Wir wollen kreativ schaffen.» Lehmann nickt. Auch darin sind sich die zwei einig.
Anne-Friederike Wilhelm
