Zu guter Letzt: Ölbohrung im Legoland
Greenpeace nimmt mit einer wunderbaren Kampagne den Shell-Werbedeal von Lego ins Visier.
Die Kooperation von Lego und Shell existiert seit Jahrzehnten. Wer als Kind mit Lego spielte, kam um die Shell-Tankstelle nicht herum. Unzählige Produkte sind mit der gelben Muschel des Öl-Giganten versehen. Das Shell-Logo verleiht dem Spielzeug nicht nur eine Portion Realität, sondern brennt sich vor allem in aller Ruhe in die Köpfe der kleinen (und grossen) Kinder. In einem positiven Kontext.

Nicht gut, findet Greenpeace. Lego sei ein Teil der sorgfältig durchdachten Shell-Strategie, sich mit positiven Werten assoziieren zu lassen. Dabei ist die Weste ausserhalb der Lego-Kiste alles andere als sauber: Bereits Mitte der 90er Jahre geriet der Konzern ins Visier der Öffentlichkeit, als er Brent Star, einen schwimmenden Öltank, kurzerhand im Meer entsorgen wollte. In Nigeria fördert Shell seit Jahrzehnten Erdöl mit – mit katastrophalen Folgen für die Menschen und die Umwelt. Nun will der Multi in der Artikis nach Öl bohren. Und das ist hochriskant für Umwelt und Klima. «Die Klimaveränderung ist eine enorme Bedrohung, die alle Kinder weltweit betrifft. Shell benutzt die Magie von Lego um seine eigene Rolle dabei zu vertuschen. Die Firma nutzt Kinder aus und baut damit eine lebenslange Loyalität mit dem Konzern auf», sagt Ian Druff von Greenpeace in England.
Mit einem viralen Spot macht Greenpeace auf die Problematik aufmerksam und fordert Lego auf, die Zusammenarbeit mit Shell zu beenden. Kernstück der Kampagne ist eine wunderbare Coverversion des nervenden «Lego – The Movie»-Titelsongs «Everything is awesome»:
//www.youtube.com/watch?v=vx5n21zHPm8
Und wenn eben nicht alles so awesome ist, klingt das so:
//www.youtube.com/watch?v=qhbliUq0_r4
Der virale Effekt bleibt nicht aus: In zwei Tagen hat der Clip bereits über 2,5 Millionen Klicks generiert. Das Video stösst nicht nur auf Gegenliebe, sondern löste in den Kommentarspalten rege Diskussionen und nicht selten Kritik aus. Man spricht darüber. Kurz: Mission erfüllt.
via Adweek.com / Thomas Häusermann
