Plan mit Perspektive: ein Deutsch- Schweizer Dialog-Oscar
Der Deutsche Dialogmarketing-Preis konnte an der ddp-Gala in Berlin ein Plus von 50 Prozent an Einsendungen vermelden. Wirz Wietlisbach Dialog und die Agentur am Flughafen gehörten zu den Gewinnern.
Nichts gegen Trophäen, die mehr oder weniger kunstvoll gestaltet, in schöner Regelmässigkeit an die besten Werber und Marken verteilt werden. Aber so manchem Wettbewerb der Branche täte eine Neuausrichtung gut. Frische, nachhaltige Konzeptergänzungen bringen mehr Schwung, grösseres Interesse – und auch mehr Einreichungen. Einen Relaunch par excellence hat gerade der Deutsche Dialogmarketing- Verband (DDV) hingelegt. Die Jury zum Dialogmarketing-Preis (ddp) bewertete nämlich nicht nur die Kreativität, sondern auch die Effizienz der Kampagnen. Eine erste Frischzellen- Kur, die noch nicht beendet ist. In der nächsten Stufe sollen nämlich, so der Juryvorsitzende Michael Koch (gkk Dialog), Schweizer und deutsche Dialogkampagnen mit einer Einreichung mehrfach ins Wettbewerben starten können.
«Wir sind noch in der Planungsphase », sagte Michael Koch gegenüber der Werbewoche. Aber die grosse Resonanz zum neuen ddp 2014 habe ihn und den DDV-Vorstand bestärkt. Nach 32 Jahren hatte der DDV in der Ausschreibung seines alljährlichen Wettbewerbs für Aufsehen in der Branche gesorgt. Der ddp 2014 sollte in zwei Bereichen ausgezeichnet sein: Einmal in Kreation und Umsetzung, und dann in Strategie und Ergebnis, also in Effizienz. Dazu mussten die Agenturen konkrete Zahlen und Response-Ergebnisse abliefern. Das war neu. DDV-Präsident Patrick Trapp selbstbewusst: «Der ddp unterwirft sich nicht mehr dem Diktat der künstlichen Trennung zwi schen Kreation und Effizienz. Er ist in der Lage, die Werbewirklichkeit tatsächlich abzubilden.» Tatsächlich konnte der Dialogverband zur kürzlich gefeierten ddp-Preisgala in Berlin 50 Prozent mehr an Zusendungen vermelden. 353 Kampagnen gingen ins Rennen, darunter auch zahlreiche Kreationen aus der Schweiz. In der eigenen Kategorie D-A-CH werden seit Jahrzehnten Kampagnen aus Österreich und der Schweiz extra bewertet. Unter Berücksichtigung der neuen Effizienz-Bewertung holte sich, wie berichtet, Wirz Wietlisbach 1× Gold, 1× Silber und eine Auszeichnung. Die St.Galler Agentur am Flughafen gewann 1× Bronze und eine Auszeichnung.
Vielleicht ist ja zum ddp 2015 noch mehr effiziente Dialogkreation Swiss made am Start. Denn das sind die Pläne von Jury-Präsident Michael Koch:
– ein gemeinsam abgestimmtes, vereinheitlichtes Einreichungsprozedere. Es werden einmal Strategie, Ergebnisse, Idee und Umsetzung beschrieben – und die Kampagnen starten dann sowohl in der Schweiz als auch in Deutschland.
– ein gemeinsam abgestimmtes Kampagnen-Ticket. Die Agenturen bezahlen einmal und die eingereichte Dialogkampagne startet doppelt, in der Schweiz und in Deutschland. Die deutschsprachige Gemeinschaftsidee sei auch mit den Kampagnen aus Österreich denkbar, so DDV-Juror Koch. Aus dem Schweizer Verband jedenfalls habe er bereits positive Signale erhalten. Das Dialogmarketing könne so weiter an internationalem Renommee gewinnen. In den kommenden Sitzungen werde Konkreteres besprochen. «Jedenfalls », so Koch, «haben wir den ddp zu seiner alten Grösse zurückgebracht.» Die Feuerprobe sei mit Bravour bestanden worden. Bleibt zu hoffen, dass der geplante Deutsch- Schweizer Dialog-Oscar zur Realität wird. Vielleicht kann man für dieses internationale Projekt den enttäuschten Jean-Remy von Matt in die Jury holen. Denn der Agentur-Chef und Jury-Präsident in Cannes war kürzlich als Ehrenmitglied vom Schweizer ADC abgelehnt worden.
Peter Ehm Deutschland

