Zu guter Letzt: Huhn erklärt Auto

Magic Body Control heisst das neue Stabilitätssystem von Mercedes. Demonstriert wird es an Hühnern. Der Hühnertanz endet wieder einmal in einem Plagiatsvorwuf von Ogilvy & Mather.

Glaubt man Testfahrern, muss der Effekt verblüffend sein. Durch zwei Kameras wird die Strasse gescannt und Unebenheiten erfasst. Das System stellt daraufhin das Fahrwerk in Echtzeit so ein, dass sämtliche potentielle Rüttler und Schüttler im Keim erstickt werden. Das Fahrzeug gleitet wie auf Wolken gebettet über die Strasse. Viel Technik, ein komplexes System, für Laien schwierig zu verstehen. Gut, wenn die Werbung einschreitet und die Kernaussage so veranschaulicht, dass selbst die grössten Technikmuffel verstehen, worum es geht.

//www.youtube.com/watch?v=5Srrn5m-C9A

Das Phänomen lässt sich auch beobachten, wenn Hühner (oder andere Vögel wie zum Beispiel Tauben) gehen: Sie bewegen Hals und Kopf seltsam vor- und rückwärts. Früher dachte man, sie täten das, um das Gleichgewicht zu halten und den Gang zu stabilisieren. Rund um die Mercedes-Berichterstattung wird wieder klar, dass diese Erklärung immer noch weit verbreitet ist. Der wirkliche Grund: Gewisses Federvieh kann in Bewegung nicht scharf sehen. Also ist es besorgt darum, den Kopf möglichst lange in der selben Position zu halten. Beim Gehen bedeutet dies, dass der Kopf an Ort und Stelle bleibt, während sich der Rest vorwärts bewegt. In einem nächsten Schritt wird der Kopf in Eile so weit wie möglich nach vorne bewegt, damit er die maximale Zeit an der nächsten Stelle bleiben kann.

Dies wurde einmal in einer zufällig erzappten Wissenssendung für Kinder erklärt und experimentell bewiesen. Leider scheint der Rest der Welt diese logische Erläuterung verpasst zu haben (oder sie ist falsch).

Wie Wuv.de berichtet, hat der Hühner-Spot wieder einmal eine Plagiats-Diskussion hervorgebracht. Ogilvy & Mather Frankfurt wettert gegen Jung von Matt. Ganz unberechtigt scheint der Einwand nicht, betrachtet man den im Februar 2013 veröffentlichten Spot für Fujifilm:

//www.youtube.com/watch?v=26bw-fF3QbY

Aber Entwarnung: Der JvM-Spot ist bereits im November 2012 gedreht und im Februar 2013 in einer anderen Version veröffentlicht worden. Das erinnert uns beinahe etwas an den damaligen Gabelhand-Vorwurf, den Ogilvy & Mather Düsseldorf gegen Saatchi & Saatchi Schweiz im Oktober 2012 erhob (Werbewoche.ch berichtete). Am Ende hatten einmal mehr alle die selbe Idee und sich gegenseitig wieder lieb.

Thomas Häusermann

 

 

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