IGEM Insiderlunch: Kinowerbung 2013
Ab 2013 wird Kinowerbung in der Schweiz durch zwei verschiedene Vermarkter angeboten: Durch Publicitas Cinecom und durch Werbeweischer. An einem Insiderlunch der IGEM stellten sie ihr Angebot vor und zeigten: Konkurrenz belebt das Geschäft.
Christian Wittmer, Geschäftsführer von Publicitas Cinecom machte in seiner Präsentation zunächst einmal klar, dass seine Firma sowohl in der französischen als auch in der italienischen Schweiz nach wie vor das Monopol hat. In der deutschen Schweiz hat sie gemessen an den Besucherzahlen 2011 einen Anteil von 62 Prozent. Völlig neu wird ab 2013 die Angebotsstruktur. Es können entweder einzelne Filme oder Genres oder weiterhin einzelne Regionen, zu Pools gruppiert gebucht werden. Die bisherigen, saisonal abgestuften Preise werden durch einen einheitlichen TKP von 12.- Franken für die Belegung von Pools und von 13.20 Franken für die Buchung von Einzelkinos (Film oder Genre) abgelöst. Dieser TKP basiert aber nicht auf den konkreten Besucherzahlen des gebuchten Angebotes sondern auf einem Durchschnitt der letzten drei Jahre. Dies um saisonale Schwankungen auszugleichen. Die Verrechnung erfolgt dann allerdings auf der Basis der effektiven Besucherzahl. Liegt diese tiefer als prognostiziert, erhält der Kunde entsprechend Rabatt, liegt sie darüber, kann er sich freuen. Denn eine Nachbelastung gibt es nicht.
Im lokalen Markt können bei Publicitas Cinecom ausschliesslich Säle, Kinostandorte, Städte oder Regionen belegt werden. Dabei erfolgt die Buchung im Gegensatz zum nationalen Werbemarkt nicht pro Woche sondern pro Monat und nach dem bisherigen Preissystem. Die Bedeutung des lokalen Geschäftes unterstreicht auch die Tatsache, dass sie die Hälfte des Umsatzes von Publicitas Cinecom einbringt. Unklar bleibt allerdings, ob dies der Stärke des lokalen oder der Schwäche des nationalen Geschäftes zuzuschreiben ist.
Nils Schilling von Werbeweischer Schweiz gibt sich jedenfalls überzeugt, dass aus dem nationalen Werbemarkt deutlich mehr herauszuholen ist. Ihren Besuchermarktanteil gibt sie mit 54 Prozent in den fünf grössten Agglomerationen in der deutschen Schweiz an. Dies auf der Basis der Besucherzahlen im November 2012. Grossen Wert legt der neue Anbieter auf die Planung nach inhaltlichen Umfeldern und konkretenZielgruppen. In Deutschland, wo dieses System vor einigen Jahren unter dem Begriff Cinema reloaded eingeführt wurde, werden inzwischen rund drei Viertel des Umsatzes auf dieser Basis erzielt.
Grundlage des Angebotes von Werbeweischer bilden die Kitag-Kinos, die nur in der deutschen Schweiz vertreten sind. Dazu kommen aber laufend weitere Säle wie diejenigen der Kiwi-Kinos, von Cinewil sowie ganz neu auch Kinos in Aarau und Biel. Im Gegensatz zu Publicitas Cinecom rechnet WerbeWeischer nach effektiven Eintritten ab. Für 1000 Besucher bezahlt man dort im Minimum 11.50 Franken. Durch eine tägliche Kontrolle der Besucherzahlen wird jede Kampagne laufend optimiert sodass die vereinbarten Kontaktzahlen auch effektiv erreicht werden. Über die Soziodemografie der Besucher weiss Werbeweischer dank Informationen über die Besitzer der Cinecards, eines grossen Online-Befragtenpools sowie allenfalls über Erfahrungswerte aus Deutschland bei einem bestimmten Film Bescheid.

