«Wir haben die Kosten im Griff und werden keinen Verlust machen»
Ab 2013 verstärkt die Basler Zeitung Medien (BZM) ihr Engagement bei Presse TV (PTV). Die Werbewoche sprach mit VR-Präsident Filippo Leutenegger über die Gründe dieses TV-Ausbaus, über die Kosten und über werberechtliche Klippen.
Werbewoche.ch: Die BZM verdoppelt ihren Aktienanteil bei PTV auf 20 Prozent und will auch eine Nachfolgesendung für Gesundheit Sprechstunde machen. Warum dieses Engagement?
Filippo Leutenegger: Wir wollen in der Baz das Thema Gesundheit ausbauen, und ist es publizistisch interessant, dies in der Zeitung und gleichzeitig mit einer Gesundheitssendung umzusetzen. Mit der Verdopplung unseres Anteils knüpfen wir übrigens dort an, wo wir schon vor etwa zwölf Jahren waren: Damals hielt die BZM schon einmal 20 Prozent bei PTV, trat dann aber die Hälfte an den Jean Frey Verlag ab, den ich damals als CEO vertrat.
Wie wird die Baz die redaktionellen Leistungen zum Thema Gesundheit verstärken?
Der Wunsch dazu kam auch von Chefredaktor Markus Somm. Wie dies dann publizistisch umgesetzt wird, liegt in seiner Verantwortung. Klar ist aber: Wenn wir uns publizistisch stärker mit der Gesundheit beschäftigen, finden wir auch mehr Nähe zu Basel.
Wegen der Pharmaindustrie in der Region?
Nein, ganz einfach, weil Gesundheit auch in Basel ein grosses Thema ist.
Wie heisst die Sendung künftig, wer ist dafür zuständig und wer wird sie produzieren?
Sie heisst «Gesundheit heute». Und zuständig ist Jeanne Fürst, welche die Sendung schon heute redaktionell führt und moderiert. Für die Produktion verantwortlich ist der erfahrene Regisseur und Produzent Helmuth Heim.
Ändert sich etwas am Konzept und bei den Sponsoren?
Nein, wir führen das erfolgreiche Konzept weiter, und die bisherigen Sponsoren bleiben an Bord. Das ist sehr erfreulich
Ringier hatte bei «Gesundheit Sprechstunde» immer wieder rechtliche Probleme wegen Verstössen gegen die Werberichtlinien. Im Gesundheitsbereich scheint dies besonders heikel zu sein. Was kehren Sie dagegen vor?
Die Vergangenheit war in dieser Hinsicht tatsächlich unerfreulich. Aber wenn publizistisch sauber gearbeitet wird, habe ich keine Befürchtung mehr Probleme zu haben als mit anderen Magazinformen.
Ringier ist bei PTV aus Spargründen ausgestiegen: Das PTV-Engagement sei «seit längerem defizitär», hiess es im Mai. Auch die BaZ muss sparen: Aktuell streicht sie 25 Stellen im Verlag und kürzt die Honorare der Fotografen. Wirkt da der Ausbau des kaum lukrativen PTV-Engagements nicht etwas deplatziert?
Nein. Weshalb? Wir haben die Kosten im Griff und werden keinen Verlust machen. Insgesamt handelt es sich um eine publizistische Verstärkung, die uns finanziell nicht zusätzlich belasten wird. Wir haben ja Sponsoren und wir erhalten auch die bisherige Entschädigung durch PTV. Zudem haben wir Erfahrung mit TV und mit Sendebudgets.
Interview: Markus Knöpfli
Teaserbild: Keystone
