Zu guter Letzt: Zitieren, aggregieren, recherchieren – gefeuert

Weil eine Mitarbeiterin der Huffington Post aus einem Text des US-Werbemediums Ad Age abgeschrieben hatte, wurde sie gefeuert. In US-Online-Medien wird nun aufgrund dieses Falls über die Praxis der Inhalte-Zusammenfassung diskutiert.

Der ursprüngliche Autor des Textes, Simon Dumenco, beschwerte sich, da sein Artikel bei der Huffington Post zwar verlinkte wurde, jedoch zu wenig Pageviews erzielte. Derselbe Artikel wurde bei dem technischen Aggregator Techmeme verlinkt, welcher ausschliesslich die Titelzeile samt Link transportiert, ohne von Hand geschriebene Zusammenfassung. Auf diese Weise erzielte der Link 746 Pageviews, gegenüber 57 Pageviews bei der Huffington Post. Dies schreibt Meedia.de am Dienstag. Dumenco sehe dies als eine Entkräftung des von HuffPo-Mitgründerin Arianna Huffington oft verwendeten Arguments, dass die Online-Zeitung anderen Websites durch Aggregationen verstärkt Traffic zuführe, so Meedia.de. Die Mitarbeiterin bei der Huffington Post wurde gefeuert, nachdem Dumenco sich beschwert und den Fall öffentlich gemacht hatte, wie Meedia.de weiter schreibt. Man habe bei der Huffington Post «Null Toleranz für so ein Verhalten», erklärte der verantwortliche Wirtschaftsredakteur bei der Huffington Post, Peter Goodman. Dies ist ebenfalls bei Meedia.de zu lesen. Was geschehen sei, sei «total inakzeptabel» und widerspreche den Gepflogenheiten im Newsroom der HuffPo, so Goodman weiter.

Wir bedauern die Entlassung der Mitarbeiterin, vor allem aber das Unverständnis des Verantwortlichen bei der Huffington Post, der offensichtlich nicht einmal mehr die Jobs seiner Untergebenen zu verstehen scheint. Eine Online-Redaktorin zu entlassen, weil sie zu viel aggregiert hat, ist in etwa vergleichbar damit, einem Hund den Stock wegzunehmen, weil er ihn zu oft apportiert hat – unfair.
 

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