Eine Logistik für alle
Mit Gebietsabsprachen drücken Direktwerber die Konkurrenz aus dem Markt
Mit Gebietsabsprachen drücken Direktwerber die Konkurrenz aus dem MarktVon Markus Knöpfli Der anhaltende Kostendruck im Directmail-Business führt Direct Mail Company, Epsilon und Swissmail zu einer Kooperation. Die drei Firmen, die schweizweit unadressierte Werbung verteilen, haben sich ihre Gebiete so gut aufgeteilt, dass per 2002 eine gemeinsame landesweite Logistik mit 18 Partnern entstehen könnte.
Die Post, SwissMail (SM), ein aus 16 Verteilorganisationen bestehender Verbund, und die 50-prozentige Post-Tochter Direct Mail Company (DMC) samt ihrer welschen Schwester Epsilon, an der der gelbe Riese zu 66 Prozent beteiligt ist, verteilen unadressierte Werbung.
Seit drei Jahren sind nun DMC, Epsilon und die SM-Mitglieder daran, Gebiete mit geringer Streudichte aus Kostengründen aufzuteilen, sodass dort jeweils nur noch eine Verteilfirma tätig ist und dann auch Aufträge von der Konkurrenz übernimmt.
Seit einem Jahr haben diese «Gebietsbereinigungen» aber noch eine weiter gehende Dimension: Neben der Post soll nur noch eine weitere «Verteilorganisation» schweizweit tätig sein. Eine gemeinsame Firma, an der neben den Post-Töchtern und den SM-Mitgliedern auch die Post selbst direkt beteiligt wäre (WW 46/00), kam letztes Jahr auf den Tisch. Dieses erste Modell stiess aber bei der Wettbewerbskommission (Weko) auf Ablehnung.
Nur Basel und Genf sind noch «nicht bereinigte» Gebiete
Nun liegt ein zweites Modell ohne direkte Post-Beteiligung auf dem Tisch. Demnach sollen die angefangenen Gebietsbereinigungen forciert werden, um wenigstens eine gemeinsame Logistik von SM, DMC und Epsilon zu realisieren – angeblich auch mit Preisabsprachen. Insbesondere gegen Gebietsabsprachen gab es aber bisher schon Widerstand aus den Reihen jener SM-Mitglieder, die als Verleger ihre Organisation für den Vertrieb der eigenen Zeitung benötigen und bestimmte Gebiete nicht abtreten wollten.
Auf SM-Seite gibt es jedoch auch eine treibende Kraft: René Bill, Geschäftsführer der AWZ Bern und gleichzeitig Präsident der AWZ-Gruppe, die mit sechs Mitgliedern innerhalb der SM eine Art Staat im Staate ist. Dem Vernehmen nach hat er einige widerspenstige SM-Mitglieder in den letzten Monaten vor die Wahl gestellt: Rauswurf oder «Gebietsbereinigungen».
Das brachte zähneknirschenden Erfolg. Offenbar sind derzeit nur noch zwei Gebiete «unbereinigt»: Basel und Genf. In Basel sucht die Basler Mediengruppe (BMG) für ihre Baslerstab-Vertreiberin Distriba eine Lösung, die laut BMG-Verwaltungsrätin Ruth Ludwig aber kurz bevorsteht. In Genf dürfte es länger dauern, weil die AWZ Genève angeblich finanziell in Nöten steckt und zudem in rechtliche Probleme mit Epsilon verstrickt ist. René Bill will davon allerdings nichts wissen, bei Epsilon war der Direktor nicht erreichbar.
Bills Peitsche hat somit die grössten Widerstände gebrochen. An der SM-Generalversammlung vom 22. Juni im Wallis soll der weiter gehenden Kooperation mit DMC und Epsilon der Boden geebnet worden sein. Bis 30. Juni hatte die DMC zudem offenbar Zeit, entsprechende Verträge zu unterschreiben. Ob dies geschehen ist, ist unklar. DMC-Direktor Markus F. Hof wollte sich nicht äussern, und Bill will einmal mehr davon nichts wissen. Er sagt, die Kooperation mit DMC und Epsilon sei an der GV kein Thema gewesen und über die «Gebietsbereinigungen» hinaus gebe es kein Kooperationsmodell. Preisabsprachen weist er besonders weit von sich. Nur: Bill hatte vor einem halben Jahr auch nichts vom ersten Kooperationsmodell gewusst, bestätigt jetzt aber, dass ein solches damals vorlag.
Fest steht: Zumindest für eine gemeinsame Logistik der 16 SM-Mitglieder und der beiden Post-Töchter auf Anfang 2002 gibt es fast keine Hindernisse mehr. Offen ist noch, wie diese organisiert wird. Und was die Weko dazu sagt. Gebietsabsprachen seien aber nicht a priori unzulässig, liess Patrik Ducrey, stellvertretender Weko-Direktor, verlauten. Kommt das Okay aus Bern, dürfte es bis zu einer SM-Mitgliedschaft von DMC und Epsilon nur noch ein kleiner Schritt sein. DMC war jedenfalls schon mal bei der Vorgängerorganisation dabei – bis die Post bei DMC einstieg. Doch Zeit und Kostendruck ermöglichen manches.
Die Post, SwissMail (SM), ein aus 16 Verteilorganisationen bestehender Verbund, und die 50-prozentige Post-Tochter Direct Mail Company (DMC) samt ihrer welschen Schwester Epsilon, an der der gelbe Riese zu 66 Prozent beteiligt ist, verteilen unadressierte Werbung.
Seit drei Jahren sind nun DMC, Epsilon und die SM-Mitglieder daran, Gebiete mit geringer Streudichte aus Kostengründen aufzuteilen, sodass dort jeweils nur noch eine Verteilfirma tätig ist und dann auch Aufträge von der Konkurrenz übernimmt.
Seit einem Jahr haben diese «Gebietsbereinigungen» aber noch eine weiter gehende Dimension: Neben der Post soll nur noch eine weitere «Verteilorganisation» schweizweit tätig sein. Eine gemeinsame Firma, an der neben den Post-Töchtern und den SM-Mitgliedern auch die Post selbst direkt beteiligt wäre (WW 46/00), kam letztes Jahr auf den Tisch. Dieses erste Modell stiess aber bei der Wettbewerbskommission (Weko) auf Ablehnung.
Nur Basel und Genf sind noch «nicht bereinigte» Gebiete
Nun liegt ein zweites Modell ohne direkte Post-Beteiligung auf dem Tisch. Demnach sollen die angefangenen Gebietsbereinigungen forciert werden, um wenigstens eine gemeinsame Logistik von SM, DMC und Epsilon zu realisieren – angeblich auch mit Preisabsprachen. Insbesondere gegen Gebietsabsprachen gab es aber bisher schon Widerstand aus den Reihen jener SM-Mitglieder, die als Verleger ihre Organisation für den Vertrieb der eigenen Zeitung benötigen und bestimmte Gebiete nicht abtreten wollten.
Auf SM-Seite gibt es jedoch auch eine treibende Kraft: René Bill, Geschäftsführer der AWZ Bern und gleichzeitig Präsident der AWZ-Gruppe, die mit sechs Mitgliedern innerhalb der SM eine Art Staat im Staate ist. Dem Vernehmen nach hat er einige widerspenstige SM-Mitglieder in den letzten Monaten vor die Wahl gestellt: Rauswurf oder «Gebietsbereinigungen».
Das brachte zähneknirschenden Erfolg. Offenbar sind derzeit nur noch zwei Gebiete «unbereinigt»: Basel und Genf. In Basel sucht die Basler Mediengruppe (BMG) für ihre Baslerstab-Vertreiberin Distriba eine Lösung, die laut BMG-Verwaltungsrätin Ruth Ludwig aber kurz bevorsteht. In Genf dürfte es länger dauern, weil die AWZ Genève angeblich finanziell in Nöten steckt und zudem in rechtliche Probleme mit Epsilon verstrickt ist. René Bill will davon allerdings nichts wissen, bei Epsilon war der Direktor nicht erreichbar.
Bills Peitsche hat somit die grössten Widerstände gebrochen. An der SM-Generalversammlung vom 22. Juni im Wallis soll der weiter gehenden Kooperation mit DMC und Epsilon der Boden geebnet worden sein. Bis 30. Juni hatte die DMC zudem offenbar Zeit, entsprechende Verträge zu unterschreiben. Ob dies geschehen ist, ist unklar. DMC-Direktor Markus F. Hof wollte sich nicht äussern, und Bill will einmal mehr davon nichts wissen. Er sagt, die Kooperation mit DMC und Epsilon sei an der GV kein Thema gewesen und über die «Gebietsbereinigungen» hinaus gebe es kein Kooperationsmodell. Preisabsprachen weist er besonders weit von sich. Nur: Bill hatte vor einem halben Jahr auch nichts vom ersten Kooperationsmodell gewusst, bestätigt jetzt aber, dass ein solches damals vorlag.
Fest steht: Zumindest für eine gemeinsame Logistik der 16 SM-Mitglieder und der beiden Post-Töchter auf Anfang 2002 gibt es fast keine Hindernisse mehr. Offen ist noch, wie diese organisiert wird. Und was die Weko dazu sagt. Gebietsabsprachen seien aber nicht a priori unzulässig, liess Patrik Ducrey, stellvertretender Weko-Direktor, verlauten. Kommt das Okay aus Bern, dürfte es bis zu einer SM-Mitgliedschaft von DMC und Epsilon nur noch ein kleiner Schritt sein. DMC war jedenfalls schon mal bei der Vorgängerorganisation dabei – bis die Post bei DMC einstieg. Doch Zeit und Kostendruck ermöglichen manches.
