Hommage ans Weltformat

Die Berliner Kunstbibliothek zeigt ein Jahrhundert Schweizer Plakatschaffen

Die Berliner Kunstbibliothek zeigt ein Jahrhundert Schweizer PlakatschaffenDer Schweizer Aussenminister Joseph Deiss eröffnet am 1. November die Ausstellung «Ein Jahrhundert im Weltformat – Schweizer Plakate von 1900 bis zur Gegenwart» in der Berliner Kunstbibliothek. Die Exponate stammen aus dem Bestand dieser Bibliothek und werden erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. «Seit wir die Sammlung des Schweizers Bruno Margadant 1988 gekauft haben, wollen wir eine grössere Ausstellung Schweizer Plakate einrichten», erklärt Anita Kühnel, Kuratorin der Ausstellung. Im Mittelpunkt stehen die Bildsprachen, die für das Schweizer Plakat besonders prägend waren und dessen internationalen Ruf begründeten.
Ausgestellt werden nicht nur Kreationen im Weltformat, wie der Titel vermuten lassen könnte. Er soll im technischen Sinn auf das nur in der Schweiz verwendete Weltformat hinweisen, das in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg bis Ende der Achtzigerjahre eingesetzt wurde und ursprünglich als europäisches Standardformat geplant gewesen war.
Andererseits steht das Weltformat für das Niveau Schweizer Plakatschaffens. «Während in vielen Ländern nach einer ersten Blüte eine Trivialisierung der Plakatsprache einsetzte, war in der Schweiz der Anspruch, das Plakat als Kunstform öffentlich ins Gespräch zu bringen, stets gegenwärtig», kommentiert Kühnel die Qualität helvetischer Exponate. Dabei spielte und spiele die APG eine wichtige Rolle, meint sie weiter und bezeichnet sie als Anwältin von Grafikern, Auftraggebern und Öffentlichkeit.
Das Plakat für die Ausstellung wurde von Niklaus Troxler geschaffen, der selbst neben Zeitgenossen wie Schraivogel oder Staehelin das Plakatschaffen in der Ausstellung repräsentiert. Aus den Anfängen stammen Arbeiten von Emil Cardinaux, Fritz Burger, Burkhard Mangold und Walter Koch. Simone Keller

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