Kopf der Woche: «Wir haben beide eine hohe Affinität zum jeweils anderen Arbeitsfeld»

Andy Schlatter wird zum 1. Januar 2002 geschäftsführender Partner bei Matter & Partner

Andy Schlatter wird zum 1. Januar 2002 geschäftsführender Partner bei Matter & PartnerKopf der Woche «Wir haben beide eine hohe Affinität zum jeweils anderen Arbeitsfeld»
Eigentlich könnte die Werbeagentur bald Matter & Schlatter heissen. Der Anlass: Andy Schlatter steigt am 1. Januar 2002 als geschäftsführender Partner und Beratungsleiter bei Matter & Partner ein und löst darin Erich Baumgartner ab. Zu einer Namensänderung wird es vorläufig nicht kommen. «Es geht hier um eine Marke. Und um eine, die sich etabliert hat. Ausserdem habe ich diesbezüglich keinen Geltungsdrang», sagt Schlatter.
Mit Daniel Matter verbindet ihn eine langjährige Bekanntschaft, die auf gemeinsame Projekte für BSSM gründet. Dort wurde Schlatter 1981 als erster Berater eingestellt und blieb dem Unternehmen achtzehn Jahre lang treu, 11 Jahre davon als Gesamtverantwortlicher für die Geschäftsführung. Sowohl die Umfirmierung in Bosch & Butz als auch den Verkauf an Lowe erlebte er hautnah mit.
Die Anbindung an Lowe förderte aber mit der Zeit auch den Wunsch nach Veränderung: «Der Einfluss aus dem Ausland erzeugte bei mir mehr und mehr das Gefühl, dass man letztlich fremdbestimmt ist.» Seine Konsequenz war der Auszug in die Selbstständigkeit als Berater für Marketing und Kommunikation. «Die Vorstellung von Selbstbestimmung war dabei natürlich eine Illusion», resümiert er, «als freier Berater muss man sich damit auch den Kundenbedürfnissen unterordnen.»
In der Halbzeit der dreijährigen Selbstständigkeit fand er wieder mit Theophil Butz zusammen und übernahm für dessen Internetagentur RØSA das Management im Mandatsverhältnis. Mittlerweile ist Schlatter aber bereit, sich wieder in ein Unternehmen einzubinden: «Als Geschäftsführer dirigiert man quasi ein Orchester, und dann zieht man plötzlich als Einmannkapelle los. Es fehlte mir die Arbeit in einem verschmolzenen Team.» So war es fast Schicksal, als sich Matter und Schlatter im Spätsommer an einer Tankstelle in Meilen trafen und die Idee einer Zusammenarbeit wieder aufnahmen, die früher einmal andiskutiert worden war.
Der angehende Partner ist überzeugt, dass er und Matter sich bestens ergänzen. Letzterer wird die Kreation führen, Schlatter kümmert sich um Beratung, Administration und Finanzen. Wichtig ist ihm, dass zwischen beiden Bereichen keine markante Trennlinie verläuft: «Wir haben beide eine hohe Affinität zum jeweils anderen Arbeitsfeld.»
Schlatters Interesse für Gestaltung und Design äussert sich nicht zuletzt in seinem Berufswunsch als Jugendlicher: Architekt. Gescheitert ist dieser an der Rezession der Siebzigerjahre. Den Anstoss zum Gesinnungswandel gab Schlatters Vater, der in der Kommunikationsbranche tätig war und vorschlug: «Mach lieber etwas Rechtes, geh in die Werbung.» Bruno Amstutz

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