Leser halten, nicht Auflage steigern

Das Sportmagazin aus der AZ Fachverlage AG erwartet Ende 2003 den Break-even

Das Sportmagazin aus der AZ Fachverlage AG erwartet Ende 2003 den Break-evenDas Sportmagazin aus der AZ Fachverlage AG stagniert: Jedenfalls wächst die verkaufte Auflage nur noch langsam. Dennoch wird per Ende 2003 mit dem Break-even gerechnet – dank guter Leserwerte.«Wir sind nach zwei Jahren in einem Zwischenhoch», sagt Verlagsleiterin Riccarda Mecklenburg. Die verkaufte, ungeprüfte Auflage des Sportmagazins betrage rund 25 000 Exemplare, 1000 mehr als noch im letzten September. Der Monatstitel weise 20 000 Abonnenten aus. 15 000 weitere Exemplare werden verschickt, bei Sportevents gratis verteilt oder in Sportclubs aufgelegt.
Mittlerweile weiss Mecklenburg aber, dass die im letzten Herbst erstmals ausgewiesene Zahl von 349 000 Lesern pro Ausgabe oder acht Leser pro Exemplar keine Eintagsfliege oder Fehlmessung war, denn die Mach Basic 2002 werde den Wert mindestens bestätigen, sagt sie. Die hohe Leserzahl (80 Prozent sind Männer) kann Mecklenburg zwar nach wie vor nicht erklären – für eine Studie hat das Budget bisher nicht gereicht. Ein Quervergleich mit Sportmagazinen in Österreich, Frankreich oder Italien zeige aber, dass überdurchschnittlich hohe Leserwerte
in dieser Zeitschriftengattung durchaus normal seien. Fürs Erste konzentriert sich Mecklenburg denn auch darauf, weniger die Auflage des Sportmagazins zu steigern, als vielmehr die Leserzahl zu halten.
Derzeit nimmt das Heft pro Ausgabe knapp 200 000 Franken über Werbung ein, nicht nur wegen der Preiserhöhung seit Anfang 2002 (plus 9,6 % pro ganzseitige, vierfarbige Anzeige). Hier hat sich der hohe Leserwert bezahlt gemacht: Das Anzeigenvolumen konnte verglichen mit den ersten fünf Monaten des Vorjahres um rund 20 Prozent gesteigert werden. Auch die Palette der beworbenen Produkte wurde breiter: Waren die Inserate anfangs noch sehr autolastig, wird jetzt auch für Uhren oder Männerkosmetik geworben. «Wir liegen im Trend», triumphiert Mecklenburg.
Zum Break-even reichts aber noch nicht, dazu muss die 200000-Franken-Grenze überschritten werden. «Mein Ziel ist es, dies bis Ende 2003 zu erreichen», sagt Mecklenburg.
Das Heft, das zu Beginn noch mit viel nackter Haut provozierte, ist diesbezüglich mittlerweile sehr zurückhaltend. Eine Konzession an die Anzeigenkunden? Nein, sagt Mecklenburg, man habe schlicht festgestellt, dass die Schweizer Leser dies – im Gegensatz etwa zu jenen in Österreich – weniger suchen, deshalb habe man schon nach der dritten Ausgabe zurückbuchstabiert. «Aber den damaligen Aufschrei der Branche haben wir schon gebraucht, denn wir haben nicht das Marketingbudget eines Facts», hält Mecklenburg fest. Markus Knöpfli

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