Blut, Schweiss und Tränen

Mit Medien und Marketingpower eine erfolgreiche Girlgroup aus dem Boden gestampft

Mit Medien und Marketingpower eine erfolgreiche Girlgroup aus dem Boden gestampftVon Daniel Schifferle Kaum hatte TV 3 mit «Popstars Schweiz» erstmals auch hier zu Lande erfolgreich eine Retortenband aus dem Boden gestampft, machte der Sender bereits dicht. Goldbach Media erhielt den Auftrag, die geballte Medien- und Marketingpower für die Girlgroup Tears neu zu koordinieren. Am Event Mediarena bot der Case beste Unterhaltung.
Goldbach Media hat die erste grosse Publikumstaufe am neuen Standort in Küsnacht bestanden. Weitaus mehr Gäste als erwartet verfolgten das reichlich dotierte Veranstaltungspaket der Mediarena (siehe Kasten). Der neue Event für elektronische Medien bot einen breiten Mix aus Theorie und Praxis, bei dem auch das Showelement nicht zu kurz kam.
Bestes Beispiel, wie man dem geforderten Publikum Information und zugleich hervorragende Unterhaltung bieten kann, war der Case der Schweizer Girlgroup Tears. Inklusive Liveauftritt der vier Girls.
Der Reihe nach. Die grosse Zeit der Retortenbands begann in den Achtzigerjahren. Hunderte von Boy- und Girlgroups versuchten, auf dem am Reissbrett entworfenen und mit viel Medien- und Marketingpower gesteuerten Weg zum Erfolg zu gehen. Etliche davon sind ins Ziel gelangt, wie Namen wie New Kids On The Block, East 17, Spice Girls oder Take That bezeugen. Den Schweizer Me-Too-Bands blieb der Erfolg hingegen versagt. Ende der Neunzigerjahre verschwand die Boygroup Code 5 genauso schnell, wie sie aufgetaucht war. Und auch Pure Pleasure schafften den Durchbruch trotz Bekanntheitsbonus ihrer Protagonisten Sven Epiney und Reto Peritz nicht.
Geringe Halbwertszeit der Retortenbands
Erst der TV-Sendung «Popstars» auf TV 3, einem vorher bereits erfolgreich im Ausland gespielten Format, gelang der Durchbruch. Ab September 2001 stellten sich während 16 Wochen mehr als 1200 junge Frauen dem Auswahlverfahren vor laufen-der Kamera. Das Problem: Mit dem Sendeschluss von TV 3 am 23. Dezember 2001 verloren die Tears ihre Plattform.
Wie Mehmet Inan und Etienne Bujard von Goldbach Media darlegten, wurde damit der bis anhin kleine Auftrag über Nacht zu einem grossen. Goldbach Media erhielt die Aufgabe, eine breite Abdeckung im Bereich der elektronischen Medien zu gewährleisten und zu koordinieren. Dazu gehörte nicht nur die Vernetzung der elektronischen Off- und Onlinemedien TV, Radio und Internet – auch die Integration von Events, B2B, Sales/Vertrieb und Promotion waren Teil des komplexen Jobs. Insbesondere galt es, Synergien zum Schwesterbeispiel mit der Girlgroup No Angels (RTL 2) bestmöglich zu nutzen. Ein wichtiger Schritt: Die Tears, die es mit ihrem Hit «Music» an die Spitze der Schweizer Single Charts geschafft hatten, durften die Titelmelodie für die neue Sendung «Teen-Star» auf RTL 2 bestreiten.
Denn in einem weiteren Schritt geht es nun darum, die Tears in Deutschland zu verkaufen. Doch ob der mit viel TV- und Marketingpower in der Schweiz erreichte Erfolg sich auch auf Deutschland übertragen lässt, steht in den Sternen. Dasselbe gilt für die Dauerhaftigkeit des bereits erreichten Erfolges. Denn wie die Erfahrung zeigt, ist die Halbwertszeit der Retortenbands in aller Regel gering.
Mediarena: Fortsetzung folgt

Der Veranstalter Goldbach Media ist mehr als zufrieden mit der Mediarena, dem neuen Kommunikationsforum für elektronische Medien, das am 5. und 6. Juni in Küsnacht und Zürich erstmals über die Bühne ging. An den beiden Tagen verfolgten je 230 Gäste die in zwei Räumen parallel vorgetragenen Referate. An der Abschlussparty in der Werfthalle Zürich-Wollishofen vergnügten sich rund 400 Personen. «Wir wurden regelrecht überrannt, rechneten wir doch ursprünglich lediglich mit 150 Personen», sagt Bettina Singeisen, Sprecherin von Goldbach Media. Auch inhaltlich sei die Veranstaltung beim Publikum gut angekommen. «Nie vorher hatten wir ein derart positives Echo auf einen Event», freut sich Singeisen.
Die Mediarena werde deshalb sicher eine Fortsetzung haben. «In kleinerem Rahmen vielleicht schon dieses Jahr», erklärt Singeisen. Man könne sich zum Beispiel gut vorstellen, die Mediarena als Bestandteil anderer Events der Goldbach Media zu institutionalisieren. Was genau kommen werde, sei Thema interner Diskussionen, die jetzt intensiv geführt würden.

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