«Unser Ziel ist es nicht, Media Focus abzuschiessen»
Wemf-Chef René Schmutz über Monica, sein geplantes Konkurrenzprodukt zu Media Focus
Wemf-Chef René Schmutz über Monica, sein geplantes Konkurrenzprodukt zu Media FocusVon Daniel Schifferle Per Anfang 2003 startet die Wemf ihren Monitor of Investments in Classic Advertising (Monica). Damit will die Wemf ihre bisherigen Tools um die Geldseite ergänzen. Wemf-Chef René Schmutz schliesst eine Zusammenarbeit mit Media Focus nicht aus, doch konkrete Möglichkeiten sieht er im Moment keine.
Monica ist eine klare Kampfansage an Media Focus. Will die Wemf Media Focus abschiessen?
René Schmutz: Das könnte man vielleicht so interpretieren. Es ist aber nicht unser Ziel, Media Focus zu attackieren. Ich habe IHA-Gfk-Geschäftsleiter Peter Hofer darüber informiert, was wir machen werden. Und ich habe ihm gesagt, wir seien offen für Kooperationen – falls solche möglich sind.
Wo wären denn Kooperationen denkbar? Die Wemf plant ja eine völlig andere Art der Datenerhebung, als dies Media Focus tut.
Schmutz: Im Moment habe ich auch keine Vorstellung, worin eine Zusammenarbeit bestehen könnte. Aber ich möchte sie nicht zum Vornherein ausschliessen. Unser Ziel ist es nicht, Media Focus abzuschiessen. Das Ziel ist, unseren Kunden eine gute Leistung anzubieten. Wenn wir das zusammen mit Media Focus machen können, umso besser.
Haben Sie Hans-Jürg Gränicher bei Media Focus abgeworben?
Schmutz: Nein. Über unser neuestes Projekt haben wir erst geredet, als Gränicher bei Media Focus bereits gekündigt hatte.
Bisher erhebt die Wemf einmal jährlich die Netto-Werbeausgaben im Auftrag der Stiftung Werbestatistik. Das genügt jetzt offensichtlich nicht mehr?
Schmutz: Sämtliche unsere Studien und Statistiken sind für den Werbemarkt bestimmt. Wir schaffen Transparenz über Auflagezahlen und über Leserzahlen. Da ist es nur logisch, auch häufiger als bisher auszuweisen, wie viel Geld in die Werbung fliesst. Eine Statistik zu den Werbeausgaben, die wöchentlich oder täglich aktualisiert ist, ergänzt unsere Studien hervorragend auf der Geldseite.
Welche Zielgruppe peilen Sie mit Monica an?
Schmutz: Medien und Werbeauftraggeber. Vielleicht auch noch weitere, das wird sich im Verlauf der nun anstehenden Detailarbeit zeigen. Der Vorteil einer in häufiger Frequenz erscheinenden Statistik der Werbeausgaben: Man kann die Überwachung der Konkurrenz systematisieren. Das ist eine äusserst interessante Perspektive, sowohl für Werbeauftraggeber als auch für die Akquisitionsabteilungen der Medien.
Wie positioniert sich Monica in den anderen Studien und Statistiken der Wemf?
Schmutz: Monica soll mit den anderen Studien kompatibel sein. Die Möglichkeit zur Vernetzung ist ganz wichtig. Zum Beispiel mit der Mach Basic. Wahrscheinlich wird diese Kompatibilität nicht ab dem ersten Tag spielen, aber sie bleibt unser Ziel.
Mit welchen Kosten müssen die Nutzer von Monica rechnen?
Schmutz: Wahrscheinlich wird es ein Abo geben für den Zugriff auf den gesamten Datenbestand. Denkbar ist auch der Zugriff auf einen reduzierten Datensatz, der weniger kostet. Auch eine Differenzierung nach zeitlichen Kriterien liegt nahe. Und zwar so, dass tagesaktuelle Daten mehr kosten würden als weiter zurückliegende. Wir werden jetzt ein Modell entwickeln, das attraktiv ist für den Markt und uns ermöglicht, nötige Einnahmen zu generieren.
Was weist Monica aus: Netto- oder Brutto-Werbeumsätze?
Schmutz: Auch das ist noch nicht definitiv entschieden. Wahrscheinlich werden es für den Werbemarkt die Brutto-Umsätze sein. Im Vergleich der Medien untereinander wären das Netto-Umsätze – das härteste Mass für den Geschäftserfolg.
Weshalb wird Monica besser sein als Media Focus?
Schmutz: Media Focus erfasst die Inserate, Spots etc. direkt in den entsprechenden Medien. Wir haben ein anderes Konzept. Bei uns wird niemand Inserate addieren, und es wird auch niemand vor dem Fernseher sitzen und die Spots zusammenzählen. Die Grundidee besteht darin, direkt bei den Verlagen, TV- und Radiostationen oder den Plakatgesellschaften die dort vorhandenen Dispositionsdaten in eine Datenbank zu übernehmen. Diese Technik ist preisgünstiger, denn man kann bereits vorhandene Daten verwenden. Im Unterschied zu Media Focus werden unsere Daten auch präziser sein – weil wir zwischen bezahlten Werbemitteln und Füllern unterscheiden werden. Das machen wir bei der Inseratestatistik ja heute schon so.
Nahe liegend wäre eine Zusammenführung mit der von der Wemf jährlich im Auftrag der Stiftung Werbestatistik herausgegebenen Studie zu den Werbeausgaben. Ist das geplant?
Schmutz: Das steht nicht im Vordergrund. Unsere Studie zu den Werbeausgaben hat ein völlig anderes Konzept. Sie wird vorerst gleich weiterlaufen wie bisher. Zu einem späteren Zeitpunkt ist eine Zusammenarbeit mit Monica aber durchaus denkbar.
Wie wird die Organisation aussehen, die Sie jetzt für Monica aufbauen?
Schmutz: Während der Entwicklungsphase werden es mindestens drei Leute sein. Für den Betrieb braucht es wahrscheinlich mehr. Im Moment sind wir daran, jemanden fürs Backoffice einzustellen. Zusammen mit dieser Person werden Hans-Jürg Gränicher, Stephan Wyss und ich das Schiffchen dann so bauen, dass es schwimmen kann. Es braucht dafür aber sicher keine riesige Organisation.
Der Zeitpunkt für die Lancierung von Monica erstaunt: Während die Werbeflaute rundherum zum Abbauen zwingt, baut die Wemf massiv aus.
Schmutz: Mit zusätzlichen Studien wird die Beschaffung der Daten billiger. Der Grund: Man kann dieselben Daten für verschiedene Studien nutzen. Als wir damals die Mach lancierten, wurden drei Studien zusammengeführt. Das Rationalisierungspotenzial lag bei etwa einer Million Franken. Es ist eine unserer ständigen Aufgaben, die teure Datenbeschaffung laufend zu rationalisieren. Monica ist ein weiterer Schritt auf diesem Weg.
Monica ist eine klare Kampfansage an Media Focus. Will die Wemf Media Focus abschiessen?
René Schmutz: Das könnte man vielleicht so interpretieren. Es ist aber nicht unser Ziel, Media Focus zu attackieren. Ich habe IHA-Gfk-Geschäftsleiter Peter Hofer darüber informiert, was wir machen werden. Und ich habe ihm gesagt, wir seien offen für Kooperationen – falls solche möglich sind.
Wo wären denn Kooperationen denkbar? Die Wemf plant ja eine völlig andere Art der Datenerhebung, als dies Media Focus tut.
Schmutz: Im Moment habe ich auch keine Vorstellung, worin eine Zusammenarbeit bestehen könnte. Aber ich möchte sie nicht zum Vornherein ausschliessen. Unser Ziel ist es nicht, Media Focus abzuschiessen. Das Ziel ist, unseren Kunden eine gute Leistung anzubieten. Wenn wir das zusammen mit Media Focus machen können, umso besser.
Haben Sie Hans-Jürg Gränicher bei Media Focus abgeworben?
Schmutz: Nein. Über unser neuestes Projekt haben wir erst geredet, als Gränicher bei Media Focus bereits gekündigt hatte.
Bisher erhebt die Wemf einmal jährlich die Netto-Werbeausgaben im Auftrag der Stiftung Werbestatistik. Das genügt jetzt offensichtlich nicht mehr?
Schmutz: Sämtliche unsere Studien und Statistiken sind für den Werbemarkt bestimmt. Wir schaffen Transparenz über Auflagezahlen und über Leserzahlen. Da ist es nur logisch, auch häufiger als bisher auszuweisen, wie viel Geld in die Werbung fliesst. Eine Statistik zu den Werbeausgaben, die wöchentlich oder täglich aktualisiert ist, ergänzt unsere Studien hervorragend auf der Geldseite.
Welche Zielgruppe peilen Sie mit Monica an?
Schmutz: Medien und Werbeauftraggeber. Vielleicht auch noch weitere, das wird sich im Verlauf der nun anstehenden Detailarbeit zeigen. Der Vorteil einer in häufiger Frequenz erscheinenden Statistik der Werbeausgaben: Man kann die Überwachung der Konkurrenz systematisieren. Das ist eine äusserst interessante Perspektive, sowohl für Werbeauftraggeber als auch für die Akquisitionsabteilungen der Medien.
Wie positioniert sich Monica in den anderen Studien und Statistiken der Wemf?
Schmutz: Monica soll mit den anderen Studien kompatibel sein. Die Möglichkeit zur Vernetzung ist ganz wichtig. Zum Beispiel mit der Mach Basic. Wahrscheinlich wird diese Kompatibilität nicht ab dem ersten Tag spielen, aber sie bleibt unser Ziel.
Mit welchen Kosten müssen die Nutzer von Monica rechnen?
Schmutz: Wahrscheinlich wird es ein Abo geben für den Zugriff auf den gesamten Datenbestand. Denkbar ist auch der Zugriff auf einen reduzierten Datensatz, der weniger kostet. Auch eine Differenzierung nach zeitlichen Kriterien liegt nahe. Und zwar so, dass tagesaktuelle Daten mehr kosten würden als weiter zurückliegende. Wir werden jetzt ein Modell entwickeln, das attraktiv ist für den Markt und uns ermöglicht, nötige Einnahmen zu generieren.
Was weist Monica aus: Netto- oder Brutto-Werbeumsätze?
Schmutz: Auch das ist noch nicht definitiv entschieden. Wahrscheinlich werden es für den Werbemarkt die Brutto-Umsätze sein. Im Vergleich der Medien untereinander wären das Netto-Umsätze – das härteste Mass für den Geschäftserfolg.
Weshalb wird Monica besser sein als Media Focus?
Schmutz: Media Focus erfasst die Inserate, Spots etc. direkt in den entsprechenden Medien. Wir haben ein anderes Konzept. Bei uns wird niemand Inserate addieren, und es wird auch niemand vor dem Fernseher sitzen und die Spots zusammenzählen. Die Grundidee besteht darin, direkt bei den Verlagen, TV- und Radiostationen oder den Plakatgesellschaften die dort vorhandenen Dispositionsdaten in eine Datenbank zu übernehmen. Diese Technik ist preisgünstiger, denn man kann bereits vorhandene Daten verwenden. Im Unterschied zu Media Focus werden unsere Daten auch präziser sein – weil wir zwischen bezahlten Werbemitteln und Füllern unterscheiden werden. Das machen wir bei der Inseratestatistik ja heute schon so.
Nahe liegend wäre eine Zusammenführung mit der von der Wemf jährlich im Auftrag der Stiftung Werbestatistik herausgegebenen Studie zu den Werbeausgaben. Ist das geplant?
Schmutz: Das steht nicht im Vordergrund. Unsere Studie zu den Werbeausgaben hat ein völlig anderes Konzept. Sie wird vorerst gleich weiterlaufen wie bisher. Zu einem späteren Zeitpunkt ist eine Zusammenarbeit mit Monica aber durchaus denkbar.
Wie wird die Organisation aussehen, die Sie jetzt für Monica aufbauen?
Schmutz: Während der Entwicklungsphase werden es mindestens drei Leute sein. Für den Betrieb braucht es wahrscheinlich mehr. Im Moment sind wir daran, jemanden fürs Backoffice einzustellen. Zusammen mit dieser Person werden Hans-Jürg Gränicher, Stephan Wyss und ich das Schiffchen dann so bauen, dass es schwimmen kann. Es braucht dafür aber sicher keine riesige Organisation.
Der Zeitpunkt für die Lancierung von Monica erstaunt: Während die Werbeflaute rundherum zum Abbauen zwingt, baut die Wemf massiv aus.
Schmutz: Mit zusätzlichen Studien wird die Beschaffung der Daten billiger. Der Grund: Man kann dieselben Daten für verschiedene Studien nutzen. Als wir damals die Mach lancierten, wurden drei Studien zusammengeführt. Das Rationalisierungspotenzial lag bei etwa einer Million Franken. Es ist eine unserer ständigen Aufgaben, die teure Datenbeschaffung laufend zu rationalisieren. Monica ist ein weiterer Schritt auf diesem Weg.
