SRG legt «Radiowerbung» ad acta
Radiospots auf den SRG-Sendern würde Privatradios zu Verlierern machen
Radiospots auf den SRG-Sendern würde Privatradios zu Verlierern machenFalls die privaten TV-Anbieter einen Anteil an den SRG-Gebühren erhalten, will die SRG ihre damit verbundenen Einnahmenausfälle mit Radiowerbung auf ihren Sendern kompensieren. Das war bisher die Position der SRG. Von dieser Haltung ist sie nun aber (fast ganz) abgekehrt. An der Bilanzmedienkonferenz vom 2. Juli erklärte SRG-Generaldirektor Armin Walpen, dass er keine Radiowerbung beantragen werde, weil darunter die Privatradios leiden würden. Derzeit werden 11 Millionen Franken jährlich an private Radios verteilt, sie fordern aber mehr. Zudem werden derzeit in der politischen Diskussion rund 40 Millionen Franken zugunsten der Privat-TVs erwogen.Laut Walpen ist die SRG bereit, maximal 15 Millionen Franken abzutreten. Im Fall einer stärkeren Erhöhung des Gebührensplitting-Anteils forderte er jedoch zwecks Transparenz die Erhebung von zwei Gebühren, je eine für die SRG und eine für die Privaten, sowie eine Kompensation der SRG-Einnahmeverluste. Und nur für den Fall, dass keine Kompensation gewährt werden sollte, hält sich Walpen die Hintertür Radiowerbung noch offen.
Die Tatsache, dass die SRG nun den Zaunpfahl «Radiowerbung» weglegt, begründete Walpen mit einer Studie, die die SRG beim Berliner Institut Goldmedia in Auftrag gegeben hatte. Demnach würde der Sponsoring- und Werbeumsatz der Privatradios unter gleich bleibenden Bedingungen wie heute bis im Jahr 2010 auf 173 Millionen Franken anwachsen, dazu kämen für die SRG 12 Sponsoring-Millionen. Mit Radiowerbung auf SRG-Radios hingegen würde der Radiowerbeumsatz gar auf 243 Millionen Franken steigen (3,7% des Gesamtwerbevolumens), wobei auf die SRG-Radios allein 148 Millionen Franken entfallen würden – vor allem dank ihrer grösseren Reichweite. Und selbst wenn insgesamt drei private sprachregionale Sender bewilligt würden, bliebe den SRG-Radios noch 111 Millionen Franken.
Mit Radiowerbung könnte die SRG ihren Ertragsausfall aus dem erweiterten Gebührensplitting also problemlos wettmachen, die Verlage hingegen, die in den meisten Fällen Träger der Privat-TVs und -Radios sind, würden unter dem Strich mehr verlieren als sie durch Gebührensplitting einnähmen. Markus Knöpfli
Die Tatsache, dass die SRG nun den Zaunpfahl «Radiowerbung» weglegt, begründete Walpen mit einer Studie, die die SRG beim Berliner Institut Goldmedia in Auftrag gegeben hatte. Demnach würde der Sponsoring- und Werbeumsatz der Privatradios unter gleich bleibenden Bedingungen wie heute bis im Jahr 2010 auf 173 Millionen Franken anwachsen, dazu kämen für die SRG 12 Sponsoring-Millionen. Mit Radiowerbung auf SRG-Radios hingegen würde der Radiowerbeumsatz gar auf 243 Millionen Franken steigen (3,7% des Gesamtwerbevolumens), wobei auf die SRG-Radios allein 148 Millionen Franken entfallen würden – vor allem dank ihrer grösseren Reichweite. Und selbst wenn insgesamt drei private sprachregionale Sender bewilligt würden, bliebe den SRG-Radios noch 111 Millionen Franken.
Mit Radiowerbung könnte die SRG ihren Ertragsausfall aus dem erweiterten Gebührensplitting also problemlos wettmachen, die Verlage hingegen, die in den meisten Fällen Träger der Privat-TVs und -Radios sind, würden unter dem Strich mehr verlieren als sie durch Gebührensplitting einnähmen. Markus Knöpfli
