20 Minuten startet durch
Pendlerzeitung schliesst zum Tages-Anzeiger auf und überholt den ZürichExpress
Pendlerzeitung schliesst zum Tages-Anzeiger auf und überholt den ZürichExpressVon Daniel SchifferleJetzt startet 20 Minuten richtig durch: Mit einem Reichweitensprung um 212000 auf neu 526000 Lesende katapultiert sich die Pendlerzeitung in die oberste Liga. Der Abstand zum Tages-Anzeiger wird immer knapper.
Der Sprung um satte 67,5 Prozent oder 212000 Lesende ist der höchste Zuwachs, den 20 Minuten je erzielt hat. Aber nicht nur die Höhe des Gewinns überrascht, sondern dessen Wirkung. Denn mit neu 526000 Lesenden schafft 20 Minuten den Sprung in die vorderste Liga der Deutschschweizer Zeitungen. Heikel wird es vor allem für den Tages-Anzeiger, der mit 531000 Lesenden nur noch einen hauchdünnen Abstand zum Hauptkonkurrenten aufweist.
Doch 20 Minuten war nicht in erster Linie in Zürich im Vormarsch. Vor allem in Bern und Basel erreichten die Zuwachsraten Werte wie nie zuvor. Im WG 34 (Bern) hat die Pendlerzeitung ihr Publikum mit einem Schlag mehr als verdreifacht. Neu kommt die Gratiszeitung in der Mutzenstadt auf 89000 Lesende. Der andere gewaltige Vormarsch erfolgte im Einzugsgebiet Basel (WG 31). Die Steigerung ist hier mit zusätzlichen 59000 auf neu 97000 Lesende nur geringfügig moderater ausgefallen.
Dass der Spurt von 20 Minuten in Bern und Basel bei den jeweiligen regional verankerten Tageszeitungen seinen Tribut fordert – vergleichbar mit jenem, den der Tages-Anzeiger bereits zahlte und weiter zahlt – wäre eigentlich zu erwarten. Doch im Moment scheint nur die Berner Zeitung neu von der Pendlerzeitungsgrippe infiziert worden zu sein (siehe Seite 20). Weder die Basler Zeitung noch der Bund hat-ten Leserschaftsverluste zu verbuchen.
Obschon 20 Minuten im Grossraum Zürich vergleichsweise wenig Lesende hinzugewonnen hat, kommt der Entwicklung im WG 43 höchste symbolträchtige Bedeutung zu. Denn mit den zusätzlichen 28000 Lesenden braust die Pendlerzeitung erstmals am ZürichExpress (ZE) vorbei. Das neue Kräfteverhältnis fällt jetzt mit 225000 gegenüber 199000 Lesenden deutlich zu Gunsten von 20 Minuten aus.
ZE-Verlagsleiter Heinz Krebs nimmt das Überholmanöver im WG 43 aber demonstrativ gelassen. «Wir sind keine Pendler-, sondern eine Stadtzeitung – und auf Stadtgebiet sind wir weiterhin die Nummer eins», sagt er. Der ZE werde so bleiben, wie er ist. Weitere Kampfmassnahmen oder zusätzliche Investitionen in den Titel seien nicht geplant.
Das Fehlen jeglichen Kampfgeschreis erstaunt nicht wirklich. Denn die passive Haltung passt gut zur Strategie, die Tamedia bezüglich 20 Minuten verfolgt. Auch wenn derzeit noch diverse Hindernisse im Weg stehen, scheint der Weg zur Integration der Pendlerzeitung gesetzt. Vor diesem Hintergrund macht es natürlich keinen Sinn, wenn Tamedia weiter in den ZE investieren würde, um ihn noch stärker als Pendlerzeitung zu positionieren.
Das Vorpreschen von 20 Minuten hat nur zu einem kleinen Teil mit der Einstellung von Metropol zu tun. Denn dessen Aus am 13. Februar traf gerade anderthalb Monate vor Abschluss der Feldarbeit für die aktuelle Mach Basic ein. Das heisst aber auch, dass die dann erhobenen Leserzahlen nur zu rund einem Achtel in der Leserschaftsstudie gewichtet sind. Den grösseren Teil der Metropol-Erbschaft wird 20 Minuten also erst in der Mach Basic 2003 einfahren können.
Trotz Freude über das erzielte Topresultat und die zu erwartenden Gewinne bleibt aber auch bei 20 Minuten die Handbremse angezogen. «Wir könnten vor allem in Zürich mehr tun, denn hier sind zahlreiche Boxen oft viel zu früh leer», sagt Verlagsleiter Rolf Bollmann. Allerdings sei die Kapazität der für die Zürcher Ausgabe zuständigen Druckerei erschöpft. Damit werde man vorläufig leben, denn solange die Inserate trotz guter Leserzahlen nicht kämen, mache es keinen Sinn, zusätzliche Investitionen zu tätigen.
Der Sprung um satte 67,5 Prozent oder 212000 Lesende ist der höchste Zuwachs, den 20 Minuten je erzielt hat. Aber nicht nur die Höhe des Gewinns überrascht, sondern dessen Wirkung. Denn mit neu 526000 Lesenden schafft 20 Minuten den Sprung in die vorderste Liga der Deutschschweizer Zeitungen. Heikel wird es vor allem für den Tages-Anzeiger, der mit 531000 Lesenden nur noch einen hauchdünnen Abstand zum Hauptkonkurrenten aufweist.
Doch 20 Minuten war nicht in erster Linie in Zürich im Vormarsch. Vor allem in Bern und Basel erreichten die Zuwachsraten Werte wie nie zuvor. Im WG 34 (Bern) hat die Pendlerzeitung ihr Publikum mit einem Schlag mehr als verdreifacht. Neu kommt die Gratiszeitung in der Mutzenstadt auf 89000 Lesende. Der andere gewaltige Vormarsch erfolgte im Einzugsgebiet Basel (WG 31). Die Steigerung ist hier mit zusätzlichen 59000 auf neu 97000 Lesende nur geringfügig moderater ausgefallen.
Dass der Spurt von 20 Minuten in Bern und Basel bei den jeweiligen regional verankerten Tageszeitungen seinen Tribut fordert – vergleichbar mit jenem, den der Tages-Anzeiger bereits zahlte und weiter zahlt – wäre eigentlich zu erwarten. Doch im Moment scheint nur die Berner Zeitung neu von der Pendlerzeitungsgrippe infiziert worden zu sein (siehe Seite 20). Weder die Basler Zeitung noch der Bund hat-ten Leserschaftsverluste zu verbuchen.
Obschon 20 Minuten im Grossraum Zürich vergleichsweise wenig Lesende hinzugewonnen hat, kommt der Entwicklung im WG 43 höchste symbolträchtige Bedeutung zu. Denn mit den zusätzlichen 28000 Lesenden braust die Pendlerzeitung erstmals am ZürichExpress (ZE) vorbei. Das neue Kräfteverhältnis fällt jetzt mit 225000 gegenüber 199000 Lesenden deutlich zu Gunsten von 20 Minuten aus.
ZE-Verlagsleiter Heinz Krebs nimmt das Überholmanöver im WG 43 aber demonstrativ gelassen. «Wir sind keine Pendler-, sondern eine Stadtzeitung – und auf Stadtgebiet sind wir weiterhin die Nummer eins», sagt er. Der ZE werde so bleiben, wie er ist. Weitere Kampfmassnahmen oder zusätzliche Investitionen in den Titel seien nicht geplant.
Das Fehlen jeglichen Kampfgeschreis erstaunt nicht wirklich. Denn die passive Haltung passt gut zur Strategie, die Tamedia bezüglich 20 Minuten verfolgt. Auch wenn derzeit noch diverse Hindernisse im Weg stehen, scheint der Weg zur Integration der Pendlerzeitung gesetzt. Vor diesem Hintergrund macht es natürlich keinen Sinn, wenn Tamedia weiter in den ZE investieren würde, um ihn noch stärker als Pendlerzeitung zu positionieren.
Das Vorpreschen von 20 Minuten hat nur zu einem kleinen Teil mit der Einstellung von Metropol zu tun. Denn dessen Aus am 13. Februar traf gerade anderthalb Monate vor Abschluss der Feldarbeit für die aktuelle Mach Basic ein. Das heisst aber auch, dass die dann erhobenen Leserzahlen nur zu rund einem Achtel in der Leserschaftsstudie gewichtet sind. Den grösseren Teil der Metropol-Erbschaft wird 20 Minuten also erst in der Mach Basic 2003 einfahren können.
Trotz Freude über das erzielte Topresultat und die zu erwartenden Gewinne bleibt aber auch bei 20 Minuten die Handbremse angezogen. «Wir könnten vor allem in Zürich mehr tun, denn hier sind zahlreiche Boxen oft viel zu früh leer», sagt Verlagsleiter Rolf Bollmann. Allerdings sei die Kapazität der für die Zürcher Ausgabe zuständigen Druckerei erschöpft. Damit werde man vorläufig leben, denn solange die Inserate trotz guter Leserzahlen nicht kämen, mache es keinen Sinn, zusätzliche Investitionen zu tätigen.
