Aufgefallen: Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?

AufgefallenSpieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land? Eine Frage, die uns tief in die Kindheit und Grimms «Schneewittchen» versetzt. Bekanntlich prägen uns mehr oder weniger traumatische Kindheitserinnerungen für

Aufgefallen Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land? Eine Frage, die uns tief in die Kindheit und Grimms «Schneewittchen» versetzt. Bekanntlich prägen uns mehr oder weniger traumatische Kindheitserinnerungen für den Rest des Daseins und fliessen demzufolge auch in unseren Arbeitsalltag ein. Anders lassen sich diese zwei Anzeigen wohl nicht erklären. Oder gibt es eine andere Interpretation dafür, warum das weibliche Modell derart mit seinem Spiegelbild beschäftigt ist? Wohl kaum. Fest steht, dass in der Kreativabteilung das Schneewittchen-Syndrom grassiert. Und sich sogar bis auf die Kundenseite durchgesetzt hat. Dann kann ich nur sagen: Spieglein, Spieglein an der Wand, nimm aus deinen Augen den Sand …
Chandra Kurt
[email protected]
Business-Lunch

Wo sich auch Lämmle gerne zu Tisch begibt Natürlich kennen Sie Furtnau nicht, und den Lämmle noch weniger. Aber in der Altstadt von F. reiht sich eine Kneipe an die andere. Zum Beispiel das «Angelis». Nette Erststockbeiz mit Blick in die Altstadt von F. und viel Platz zwischen den Tischen. Okay, die Stadt heisst St.Gallen, und Furtnau ist eine Erfindung von Giuseppe Gracia. Man sollte sich seinen Roman «Kippzustand» unbedingt zu Gemüte führen, bevor man in die Gallusstadt zum Essen fährt (Gleis 17, ab Zürich HB). Gracia, übrigens PR-Berater von Beruf, hat einen zügig geschriebenen Roman aufgelegt (Nagel & Kimche), der so ziemlich alle durch die fiktive Sumpflandschaft zieht, die man später in der Erststockbeiz wieder trifft, eben Lämmle, Garagenbesitzer.
Mir gefällt der Sechzigerjahregroove mit Holztäfer und bleiverglasten Scheiben. Ich finds witzig, wenn man Servietten wie ein Oberhemd faltet. Und ich ereifere mich nicht mehr, wenn der Teller zum Hauptgang viereckig ist – klar, das «Angelis» gehört zum gleichen Gastrobetrieb, der auch das «Engelis» besitzt. Zufälle, die gibts nur in Furtnau.
Oh, es war sehr nett, alles. Lämmle kam nicht zum Essen (Gracia hat ihn kunstgerecht zerlegt), dafür kam Pascale. Sie verzichtete auf eine Vorspeise. So verschwand die Kürbiscremesuppe in des Autors Schlund. Bestellt wurde sie mit Croûtons, geliefert wurde sie mit Kürbiskernen und einem Schuss Kürbisöl. Irgendwo entdeckten die Kapillaren noch ein wenig Safran. Oh, die war köstlich, die Suppe. Zum Hauptgang Lammfilets, rosa gebraten, mit Spaghetti an einer Tomatensauce und mit gehäckselten grünen Oliven serviert. Schmeckte auch. Der Zander für Pascale war okay, das Gemüse im Reis ohne Geschmack, der Reis sah schon von weitem leicht verkocht aus. Kleiner Tipp in die Küche: Migros-Budget-Reis (Mittelkorn) kaufen, ins kochende Salzwasser geben, allerhöchstens fünf Minuten kochen lassen, sofort vom Feuer ziehen und danach in der Pfanne schwellen lassen. Bleibt körnig, ihr Furtnauer Köche!
Die karamellisierte Vanillecreme mit Eis kennen WerbeWoche-Leser vom «Engelis» her. Drei Weissweine, ein Roséwein und vier Rotweine sind im Offenausschank. Gute Auswahl. Parkplätze hats keine in den engen Gassen, aber ein paar Parkhäuser rings herum (Oberer Graben). Und beim nächsten Besuch unbedingt nach Lämmle Ausschau halten. Sie lohnt sich – die Lektüre des Buches natürlich!
Carlo Bernasconi
[email protected]
Angelis Bankgasse 12
9000 St.Gallen
Tel. 071 227 61 00
Fax 071 227 61 80
[email protected]
Kolumne

Kunz evaluiert von Thomas Lüber Er hatte alle 83 Agenturdokumentationen gewissenhaft studiert und anhand einer ausgeklügelten Tabelle auf die
drei Stapel «Top», «Gut» und «Kommt nicht in Frage» verteilt. Weil aber das Niveau der von ihm angefragten Agenturen so hoch war, befanden sich auf dem letzten Stapel nur gerade vier Dokus. Also stellte sich Kunz die zwar unangenehme, aber keinesfalls delegierbare Aufgabe, die übrig gebliebenen 79 Agenturen persönlich in Augenschein zu nehmen (Die Chemie muss stimmen!), wobei er die Termine prinzipiell auf 11 Uhr legte, erstens, um Lunch-Checks zu sparen, und zweitens, um das Serviceverständnis der Agenturen zu testen. Wer ihn nicht zum Mittagessen einlud, hatte für das 150000-Franken-Budget der Rausch Schrauben AG keinesfalls den nötigen Punch. Trotzdem blieben auch jetzt noch 24 Kandidaten übrig, die Kunz in einer Strategiepräsentation (Keine Pappen! Ökonomisch arbeiten!) das Markenleitbild «Günstigste Preise bei bester Qualität» von Prof. Dr. Wagenköttel von der HSG in eine Kommunikationsstrategie umsetzen liess, wobei er von den eingesandten Papieren speziell die Etiketten der beiliegenden Flaschen unter die Lupe nahm (in vino veritas!). So konnte er schliesslich nach einem knappen halben Jahr intensivster Arbeit jene vier Agenturen zu einem Pitch einladen, die sich zu einer Gratispräsentation zur Verfügung stellten und denn auch eine beachtliche Kreativität bei der Verteilung von Schraube, Logo und Headline in vierspaltigen Anzeigen an den Tag legten, die vom Publikum erst noch verstanden wurden, wie die anschliessende Mafo zweifelsfrei feststellte.
Gerade deshalb war für Kunz das E-Mail des Marketingleiters drei Wochen später leicht befremdlich: «Die GL hat nach sorgfältiger Abwägung beschlossen, beim Grafikatelier des Göttibuben des CEO zu bleiben.»
[email protected]
Thomas Lüber ist Geschäftsführer Kreation von Lesch+Frei, Zürich.
Bewertung

Essen …………………..3
Getränke ………………3
Bedienung …………….2
Businessfaktor ……..4
5=top, 4=sehr gut, 3=o.k., 2=naja, 1=Flop

More articles on the topic