Kabelloses Mäusekino, fast jugendfrei

Computer Atelier Heinzelmann gestaltete einen filmreifen Auftritt zur Markteinführung der neuen Microsoft-PC-Mäuse und -Tastaturen.

Computer Atelier Heinzelmann gestaltete einen filmreifen Auftritt zur Markteinführung der neuen Microsoft-PC-Mäuse und -Tastaturen.Mit einem Kopfschuss à la «American Beauty» wird es für Bill Gates nicht enden. Auch wenn der Microsoft-Gründer mittlerweile unter Dauerbeschuss von Kartellbehörden, Patentinhabern und Konkurrenten steht. Trotzdem soll eben dieser Film, der Lester Burnham alias Kevin Spacey in einer Blutlache enden lässt, einer drahtlosen Maus von Microsoft zur erfolgreichen Schweizer Markteinführung verhelfen.
Für Designbewusste
Für jedes Mitglied der neuen Hardware-Familie – insgesamt sinds deren fünf – hat das Winterthurer Atelier Heinzelmann ein Inseratesujet konzipiert, das ein Plakat zu einem bekannten Film mit der passenden Maus nachstellt. Allerdings sind die cineastischen Analogien des Auftrittes nicht in der Person von Mr. Microsoft zu suchen. Vielmehr will die Schweizer Niederlassung des über 270 Milliarden Dollar schweren US-Multis in Kinomagazinen ein trendiges, designbewusstes und kaufkräftiges Publikum für die neuen Mäuse begeistern. Mit gutem Grund: Für die handzahmen PC-Tierchen müssen mindestens 70 Franken hingeblättert werden.
Nicht von ungefähr wurde die Winterthurer Agentur vom Schweizer Ableger des Software-Giganten mit der Umsetzung der «Filmplakat»-Anzeigen betraut: Seit sechs Jahren produzieren Inhaber André Heinzelmann und sein Team das Kinomagazin Close-up. Zudem zählt der Betrieb seit Jahren zu den Poolagenturen von Microsoft Schweiz – hauptsächlich im DM-Bereich. Für die Einführungskampagne, die neben Inseraten auch POS-Plakate und Cards for free vorsieht, haben die Kreativen ausser «American Beauty» die Filmplakate von «A Beautiful Mind», «Twins», «Scream» und «Basic Instinct» neu interpretiert. Das Sujet zu Letzterem zeigt zwei der schwanz- beziehungsweise kabellosen Mäuschen in eindeutiger Stellung. Es erstaunt daher nicht, dass die Microsoft-Verantwortlichen im US-Headquarter zunächst moralische Skrupel hatten, dieses Sujet zu akzeptieren, wie André Heinzelmann bestätigt. Zum Einsatz kommt die Anzeige trotzdem, schliesslich treibt der Anblick kopulierender Mäuse dem allerhand gewohnten Schweizer Konsumenten nicht gleich die Schamröte ins Gesicht.
Anleihen bei Hollywood-Schinken genommen: Kampagne aus dem Winterthurer Atelier Heinzelmann für den US-Multi Microsoft.
Simone Keller

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