«Abostrategie nimmt uns Kunden weg»
Peter Rutishauser, Leiter Valora Wholesale, zum kritischen Verhältnis zwischen Abo- und Einzelverkaufspreis.
Peter Rutishauser, Leiter Valora Wholesale, zum kritischen Verhältnis zwischen Abo- und Einzelverkaufspreis.WW Die meisten Zeitungen erhöhen per 2004 den Abopreis, belassen aber den EV-Preis. Ein richtiger Schritt aus Sicht der K-Group?Peter Rutishauser Ja, dafür kämpfen wir. Die Abopreise sind verglichen mit dem EV-Preis um rund 40 bis 50 Prozent tiefer und damit sehr attraktiv für die Konsumenten. Die aggressive Abostrategie der Verlage nimmt uns Kunden weg. Wir haben uns deshalb schon gefragt, ob wir bei den Verlagen statt Einzelexemplare nicht gleich einige tausend Abos beziehen sollten, um diese unsern Verkaufsstellen zu verkaufen. Das gäbe uns wohl eine bessere Marge. Aber das ist natürlich hypothetisch (lacht).
Wie beurteilen Sie die Entwicklung der EV-Preise über die letzten Jahre?
Die Preiserhöhungen waren sehr moderat. Der Blick zum Beispiel hat im Oktober erstmals seit etwa neun Jahren aufgeschlagen. Dabei gäbe es mehr Spielraum. Unsere internen Kosten für die Logistik zum Beispiel steigen laufend. Falls die Verlage also in den kommenden Jahren EV-Preiserhöhungen ins Auge fassen, ist das sicher in unserem Interesse. Aber es sollte zu einer vernünftigen Korrelation zwischen EV- und Abo-Preis kommen.
Und wo sehen Sie diese?Natürlich wünsche ich mir beide Preise auf gleicher Höhe, was aber kaum der Strategie der Verlage entspricht. Deshalb kann ich das nicht konkret beantworten. Aber eine Differenz bis zu 50 Prozent ist eindeutig zu gross.
Die Verlage erklären, Remissionen, Kioskplakate und Sondertransporte seien Mehraufwand und rechtfertigten den Unterschied.
Aber weshalb denn bis 50 Prozent? Bei den Abos haben die Verlage ja auch Kosten für die Frühzustellung oder für die Post. Und Remissionen werden nicht von uns allein produziert. Verlage selbst wünschen teilweise grössere Mengen in der Verteilung, was wieder Remissionskosten verursacht, die wir tragen müssen. Unsere Remission ist mit insgesamt über 40 Prozent sehr, sehr hoch.
Wie gross ist die Differenz zwischen den beiden Preisen in Deutschland?Dort schreibt das Gesetz vor, dass die Differenz zwischen EV- und Abopreis nicht mehr als 15 Prozent betragen darf. Verlage umgehen dies allerdings und locken Neuabonnenten mit attraktiven Startgeschenken wie Kaffeemaschinen oder Bügeleisen.
Interview:
Markus Knöpfli
Wie beurteilen Sie die Entwicklung der EV-Preise über die letzten Jahre?
Die Preiserhöhungen waren sehr moderat. Der Blick zum Beispiel hat im Oktober erstmals seit etwa neun Jahren aufgeschlagen. Dabei gäbe es mehr Spielraum. Unsere internen Kosten für die Logistik zum Beispiel steigen laufend. Falls die Verlage also in den kommenden Jahren EV-Preiserhöhungen ins Auge fassen, ist das sicher in unserem Interesse. Aber es sollte zu einer vernünftigen Korrelation zwischen EV- und Abo-Preis kommen.
Und wo sehen Sie diese?Natürlich wünsche ich mir beide Preise auf gleicher Höhe, was aber kaum der Strategie der Verlage entspricht. Deshalb kann ich das nicht konkret beantworten. Aber eine Differenz bis zu 50 Prozent ist eindeutig zu gross.
Die Verlage erklären, Remissionen, Kioskplakate und Sondertransporte seien Mehraufwand und rechtfertigten den Unterschied.
Aber weshalb denn bis 50 Prozent? Bei den Abos haben die Verlage ja auch Kosten für die Frühzustellung oder für die Post. Und Remissionen werden nicht von uns allein produziert. Verlage selbst wünschen teilweise grössere Mengen in der Verteilung, was wieder Remissionskosten verursacht, die wir tragen müssen. Unsere Remission ist mit insgesamt über 40 Prozent sehr, sehr hoch.
Wie gross ist die Differenz zwischen den beiden Preisen in Deutschland?Dort schreibt das Gesetz vor, dass die Differenz zwischen EV- und Abopreis nicht mehr als 15 Prozent betragen darf. Verlage umgehen dies allerdings und locken Neuabonnenten mit attraktiven Startgeschenken wie Kaffeemaschinen oder Bügeleisen.
Interview:
Markus Knöpfli
