Am Steuer sitzt die Freundlichkeit

Regionalverkehr Die Zürcher Agentur Id-Segmentmarketing lanciert für die VZOeine Charmeoffensive.

Regionalverkehr Die Zürcher Agentur Id-Segmentmarketing lanciert für die VZOeine Charmeoffensive.«Mein Papi grüsst täglich 250 Frauen», gibt sich der kleine Charmeur stolz. Er heisst Manuel Weber, ist der Sohn eines Chauffeurs der Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland (VZO) und in dieser Eigenschaft Plakatsprecher in einer Imagekampagne für das Unternehmen. Auch Chiara Zwickys Vater arbeitet bei den VZO und hat es gut mit dem weiblichen Geschlecht: «Mein Papi lächelt fremde Frauen an!», verrät sie in ihrem Testimonial.«Mein Papi, der VZO-Chauffeur!» heisst diese neue Imagekampagne der Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland. Die Idee formuliert sich in der Copy: «So sind VZO-Chauffeure: freundlich und zuvorkommend.»
Aufgabe der Zürcher Agentur Id-Segmentmarketing ist es, die vielfältigen Dienstleistungen der 170 Chauffeure der VZO auf sympathische und ehrliche Art darzustellen und zugleich die entsprechende Wertschätzung gegenüber den Chauffeuren zu steigern. Als Zielgruppe sind Fahrgäste und Pendler im VZO-Gebiet definiert. Zusätzlich die VZO-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter, die hinter der Kampagne stehen und sich mit dieser identifizieren müssen.
«Mein Mann kümmert sich um den Nachwuchs», verkündet deshalb Mirjam Weber, die Frau eines VZO-Chauffeurs in einem weiteren Sujet. «Mein Sohn öffnet fremden Frauen die Tür!», lässt sich Elsbeth Wehrli, die Mutter eines VZO-Chauffeurs, zitieren.
Der Chauffeur ist auch Mensch
Man steigt in den Bus und betrachtet sie als Selbstverständlichkeit:
die (Fahr-)Kompetenz der VZO-Chauffeure. Die wenigsten achten dabei auf die Frauen und Männer hinter dem Steuer der Busse. Dass diese nicht einfach nur fahren, sondern eben auch Menschen sind und mit Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft für die zahlreichen Kundinnen und Kunden an 365 Tagen im Jahr da sind, realisiert man in der Regel erst auf den zweiten Blick. Wenn überhaupt …
Die VZO, einer von acht dem Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) angeschlossenen Verkehrsbetriebe, verfügen über eine Top-Servicequalität. Dies bestätigen die jährlich durchgeführten ZVV- Qualitätsmessungen und Resultate der Testkunden immer wieder. Die Wahrnehmung respektive Wertschätzung der Fahrgäste für den Chauffeur und dessen Serviceleistungen könnten jedoch höher sein. Doch wie sagt mans den Kunden? Die richtige Kommunikation zu diesem Thema ist eine Gratwanderung zwischen Arroganz und Biederkeit.
«Wir lassen die Angehörigen der VZO-Chauffeure zu Wort kommen, denn sie kennen sie am besten», meinten die beiden Konzepter Reto Dürrenberger und Daniel Izquierdo von Id-Segmentmarketing. «Keine akademisch abgehobenen Strategien, aber auch keine sich selbst zelebrierenden, hyperkreativen Werbeideen», ist die Philosophie der Id-Segmentmarketing. Herauskommen sollen «klare und verständliche Marketingarbeiten», die sich im Rahmen des Budgets umsetzen lassen.
Mit den jetzt formulierten Aussagen auf ihren Plakaten wollen die Werber «humorvoll und zweideutig» die Zusatzleistungen der VZO-Chauffeure beschreiben. Auf den Fotos sind nicht Models abgebildet, sondern die tatsächlichen Angehörigen der Chauffeure. Fotografiert wurde bei den Menschen in ihrem persönlichen Umfeld, die Aussagen in den Headlines entsprechen der unprätenziösen Bildsprache.
Die Sujets erscheinen als ganzseitige Anzeigen in der Gratiszeitung 20 Minuten und als Fensterkleber oder Dispenser in VZO-Bussen sowie als Haltestellen-Plakate.
Glaubwürdig: Die VZO-Testimonials sind echt.
Andreas Panzeri

More articles on the topic