Lovely goes West
Food Der Ausstieg aus der Milchkontingentierung, der Druck bei den Ausgaben und die Reform der Agrarpolitik – die SMP müssen sich wappnen. Und Imageträgerin Lovely in eine neue Runde schicken.
Food Der Ausstieg aus der Milchkontingentierung, der Druck bei den Ausgaben und die Reform der Agrarpolitik – die SMP müssen sich wappnen. Und Imageträgerin Lovely in eine neue Runde schicken.«Oberstes Ziel ist, viel Milch zu einem guten Preis zu produzieren sowie den Absatz von Milch und Milchprodukten zu fördern», lautet ein Leitsatz der Schweizer Milchproduzenten (SMP). 2004 war, so gesehen, ein erfolgreiches Jahr: Bei Frischmilchprodukten, Käse und Butter entwickelten sich die Absätze positiv bei parallelem Anstieg der Weltmarktpreise. Doch der Bund zieht im laufenden und kommenden Jahr die Sparschraube an, um gegenüber letztem Jahr 90 Millionen Franken an Zulagen zu sparen. Zudem sollen per 2009 die Quoten komplett aufgehoben sein, die «grösste aktuelle Herausforderung», so die SMP. Über 3,2 Mio. Tonnen Milch (+1,2% gegenüber 2003) lieferten die Schweizer Kühe 2004 ab, von denen 14 Prozent als Konsummilch (+0,4%) in den Verkauf kamen. Den lang anhaltenden Rückgang bis vor wenigen Jahren konnten Innovationen, die in der Ausser-Haus-Verpflegung etabliert worden sind, nur teilweise auffangen.Als Grundlage zur Absatzförderung von Milch dient der Organisation das Basis-Marketing, das einheimische Produkte gegenüber Importen stärken und das Jahr hindurch präsent halten soll. Um der immer mächtigeren Konkurrenz im Getränkemarkt die Stirn zu bieten, hat die SMP im Jahr 1992 für die Einkommenssicherung der Produzenten die virtuose Kuh Lovely aus dem Gockhausener Werbestall von Advico Young & Rubicam ins Massnahmenpaket aufgenommen. In den folgenden zwölf Jahren hat sie in witzigen Spots, Plakaten und Anzeigen ihre technische Überlegenheit immer wieder bewiesen: unter anderen Gladiatoren, Sumoringern, den Monderoberern USA und einem Überraschungs-Olympioniken als Skispringerin. Auch auf Plakaten und Inseraten wurde sie ihrer Rolle als sympathische und vielseitige Milchbotschafterin wiederholt gerecht. Die Imageträgerin hat es überallhin geschafft: Ihr Kuhmaul streckt Lovely National auf witzig-freche Weise in Rezeptbroschüren, als MMS und Bildschirmschoner, in Kinder- und Lehrbüchern sowie auf Müeslischalen den verschiedenen Segmenten – vor allem 15- bis 39-Jährigen – entgegen. Den gesundheitlichen Stellenwert und das Image der Milch hat sie zunehmend besser verankert und gesteigert. Die Agentur AY&R hat nun für die SMP zwei neue Spots sowie zwei Print-/Plakatsujets kreiert. Lovely zeigt darin einmal mehr, was in ihr und in der Milch steckt. Der Hauptspot führt uns in den Wilden Westen, genauer: in einen Cowboy-Streifen aus den guten, alten Zeiten. Darin steht Lovely neben einem Cowboy, der seine Revolver gekonnt herumwirbelt, ein Tänzchen wagt und dabei übermütig Schüsse in die Luft ballert. Doch das hätte er lieber bleiben lassen sollen: Der obere CinemaScope-Balken knallt ihm, von den Kugeln getroffen, voll auf den Kopf. Lovely, wie immer cool, wuchtet den Balken kurzerhand zurück an seinen Platz. Doch damit nicht genug. In einem Kurzspot klemmt Lovely eine nervige Fliege blitzschnell zwischen ihren Hörnern ein. Und in Anzeigen und auf Postern demonstriert Lovely im Kreis der Familie, zu welchen artistischen Hochleistungen man dank starken Knochen fähig ist.
Der gestaffelte Einsatz der neuen Arbeiten vom Team um CD Daniel Comte ist vor wenigen Tagen gestartet und soll Ende Jahr in einer zweiten Welle wieder geschaltet werden.
Der aktuelle Hauptspot: Lovely wuchtet cool den CinemaScope-Balken an seinen angestammten Platz zurück, derweil der Revolverheld erschlagen am Boden liegt.
Der gestaffelte Einsatz der neuen Arbeiten vom Team um CD Daniel Comte ist vor wenigen Tagen gestartet und soll Ende Jahr in einer zweiten Welle wieder geschaltet werden.
Der aktuelle Hauptspot: Lovely wuchtet cool den CinemaScope-Balken an seinen angestammten Platz zurück, derweil der Revolverheld erschlagen am Boden liegt.
Luca Aloisi
