Der Online-Werber
Moritz Wuttke entwickelt bei PubliGroupe als Director Business Development auf Konzernebene neue Geschäftsfelder für die Zukunft.
Moritz Wuttke entwickelt bei PubliGroupe als Director Business Development auf Konzernebene neue Geschäftsfelder für die Zukunft.Stetig den gesellschaftlichen Wandel verfolgen, ist ein Markenzeichen von Moritz Wuttke. Der Director Business Development hat an der Technischen Universität Berlin Wirtschaft und Maschinenbau abgeschlossen. Das spezialisierte Wissen im Bereich Qualitätsmanagement hat den jungen Wirtschaftsingenieur als erste Anstellung nach Japan zu Sony geführt. Zu Sony ist er gegangen, weil ihn Qualität und Erfolge fasziniert haben, welche die Japaner in den Achtzigerjahren in der Automobil-industrie verzeichnen durften. «Die Japaner haben gezeigt, wie man mit Kundenorientierung die Konkurrenz besiegen kann. Das war uns Europäern damals völlig fremd. Hier war man überzeugt, dass man schon weiss, was gut ist für den Kunden, ohne ihn danach gefragt zu haben.»
Wuttke war bei Sony verantwortlich für eine Gruppe von 25 Produkten im Consumer-Bereich für den US-Markt. Weil der Vertrag befristet war, kehrte er 1989 nach Europa zurück. Die Erkenntnisse aus Japan konnte er bei Bosch implementieren. Für die Sparte Telekommunikation organisierte er das Qualitätsmanagement. Er führte die externe und interne Kundenorientierung in den Prozessen des Unternehmens ein. «Gerade in festen konservativen Strukturen mit über 16 000 Mitarbeitenden wie bei Bosch-Telecom war es wichtig, die Flexibilität und die geistige Freiheit zu erhalten, zu lernen und zuzuhören, was Kunden wirklich wollen.» Um die kundenorientierten Veränderungen zu erreichen, hat Wuttke 100 Workshops mit 8000 Mitarbeitenden durchgezogen, auch bei Bosch in Spanien und Frankreich. Über die Ebene der Telekommunikation ist er schliesslich in den Verlagsbereich gekommen. Der neue Trend Multimedia war damals Wuttkes Beschäftigung, und die ersten Kontakte mit der Werbung sind über das Thema
Internet passiert. Um den Background des Verlagsgeschäfts zu vertiefen, hat er vor einem Jahr am
SIMI/IMD in Kopenhagen ein Postgraduate-Studium angehängt.
1994 lockte ihn noch einmal eine neue Welt. Eben war bei Cern in Genf das WorldWideWeb oder Internet geboren worden. Als Geschäftsführer eines Joint Venture zwischen Pixelpark und Bertelsmann baute Wuttke den
ersten Internet-basierten Online-Dienst in Deutschland auf. Das war eine «sehr spannende Zeit» mit der wichtigen Entscheidung, auf welches System man setzen soll – Internet-basiert oder in einer geschlossenen Gemeinde wie damals bei AOL oder Compuserve.
Wuttke glaubte an das offene System, wo man über Internet freien Zugang zu allen Informationen hat und den Benutzer nicht mehr einschränken kann. Eine Möglichkeit, diese Vorstellung umzusetzen, bot sich ihm 1995 bei PubliGroupe. Hier hatte man eben die Multimedia Development AG gegründet. Sein Job war es, Swiss Online – damals noch mit dem Videotex – in die Ära des Internets zu führen. «Für mich war klar, dass das Internet das Medium ist, welches die Informationsgesellschaft des 21. Jahrhunderts verändern und sehr viele Sachen auf den Kopf stellen wird.»
Dass das Internet einmal eine so grosse Herausforderung für das Verlagswesen werden würde, war dem Pionier damals allerdings nicht bewusst. Obwohl: «Das war wirklich revolutionär, wie PubliGroupe bereits 1996 die ersten Internet-basierten Werbeformate definiert hat. Wir konnten dem Anzeigenkunden nachweisen, wie viele Leute sein Inserat sehen. Auch wenn noch niemand wusste, was Clickraten hiess.»
Noch technischer wurde es, als er in dieser «Zeit des Aufbruchs», 1997, die PubliGroupe verlassen und bei einer jungen Firma im Bereich Virtual Reality erneut Pionierarbeit leisten wollte. «Wir haben virtuelle Städte gebaut, die man in Echtzeit durchwandern konnte, zum Beispiel ein virtuelles Modell der Autostadt für VW in Wolfsburg.» Was im 2006 eine «normale» Playstation für 800 Franken leisten wird, hat man 1998 noch mit zwei Millionen Franken teuren Computern realisiert.
1999 hat sich PubliGroupe entschieden, sehr aktiv ins E-Business einzusteigen. Prozesse sollten ins Internet verlegt werden, und Online- Werbung war die Zukunft. PubliGroupe suchte deshalb einen E-Business-Verantwortlichen. Das Angebot lockte ihn. Seit 1999 ist Wuttke dort für das New Business verantwortlich. Aus der Wachstumsstrategie hat er den Meilenstein bei PubliGroupe für den Eintritt in die elektronischen Medien gesetzt. Daraus erfolgte die Akquisition von Cinecom (TV, Kino und Adscreen) oder auch die Entscheidung, die klassische und elektronische Anzeigenvermarktung in China zu expandieren. Als nächste Herausforderung sieht er den Ausbau der Crossmedia-Unit, um mit vernetzten Werbeangeboten den Werbetreibenden die Komplementarität der klassischen und elektronischen Medien aufzuzeigen. Für all diese Aktivitäten ist Wuttke im März mit dem Einsitz in die Konzernleitung belohnt worden.
Als seine wichtigste Zeit neben der Arbeit nennt er das Erleben, wie sich seine beiden Kinder bereits in vier Sprachen in dieser multimedialen Umwelt zurechtfinden.
Andreas Panzeri
Wuttke war bei Sony verantwortlich für eine Gruppe von 25 Produkten im Consumer-Bereich für den US-Markt. Weil der Vertrag befristet war, kehrte er 1989 nach Europa zurück. Die Erkenntnisse aus Japan konnte er bei Bosch implementieren. Für die Sparte Telekommunikation organisierte er das Qualitätsmanagement. Er führte die externe und interne Kundenorientierung in den Prozessen des Unternehmens ein. «Gerade in festen konservativen Strukturen mit über 16 000 Mitarbeitenden wie bei Bosch-Telecom war es wichtig, die Flexibilität und die geistige Freiheit zu erhalten, zu lernen und zuzuhören, was Kunden wirklich wollen.» Um die kundenorientierten Veränderungen zu erreichen, hat Wuttke 100 Workshops mit 8000 Mitarbeitenden durchgezogen, auch bei Bosch in Spanien und Frankreich. Über die Ebene der Telekommunikation ist er schliesslich in den Verlagsbereich gekommen. Der neue Trend Multimedia war damals Wuttkes Beschäftigung, und die ersten Kontakte mit der Werbung sind über das Thema
Internet passiert. Um den Background des Verlagsgeschäfts zu vertiefen, hat er vor einem Jahr am
SIMI/IMD in Kopenhagen ein Postgraduate-Studium angehängt.
1994 lockte ihn noch einmal eine neue Welt. Eben war bei Cern in Genf das WorldWideWeb oder Internet geboren worden. Als Geschäftsführer eines Joint Venture zwischen Pixelpark und Bertelsmann baute Wuttke den
ersten Internet-basierten Online-Dienst in Deutschland auf. Das war eine «sehr spannende Zeit» mit der wichtigen Entscheidung, auf welches System man setzen soll – Internet-basiert oder in einer geschlossenen Gemeinde wie damals bei AOL oder Compuserve.
Wuttke glaubte an das offene System, wo man über Internet freien Zugang zu allen Informationen hat und den Benutzer nicht mehr einschränken kann. Eine Möglichkeit, diese Vorstellung umzusetzen, bot sich ihm 1995 bei PubliGroupe. Hier hatte man eben die Multimedia Development AG gegründet. Sein Job war es, Swiss Online – damals noch mit dem Videotex – in die Ära des Internets zu führen. «Für mich war klar, dass das Internet das Medium ist, welches die Informationsgesellschaft des 21. Jahrhunderts verändern und sehr viele Sachen auf den Kopf stellen wird.»
Dass das Internet einmal eine so grosse Herausforderung für das Verlagswesen werden würde, war dem Pionier damals allerdings nicht bewusst. Obwohl: «Das war wirklich revolutionär, wie PubliGroupe bereits 1996 die ersten Internet-basierten Werbeformate definiert hat. Wir konnten dem Anzeigenkunden nachweisen, wie viele Leute sein Inserat sehen. Auch wenn noch niemand wusste, was Clickraten hiess.»
Noch technischer wurde es, als er in dieser «Zeit des Aufbruchs», 1997, die PubliGroupe verlassen und bei einer jungen Firma im Bereich Virtual Reality erneut Pionierarbeit leisten wollte. «Wir haben virtuelle Städte gebaut, die man in Echtzeit durchwandern konnte, zum Beispiel ein virtuelles Modell der Autostadt für VW in Wolfsburg.» Was im 2006 eine «normale» Playstation für 800 Franken leisten wird, hat man 1998 noch mit zwei Millionen Franken teuren Computern realisiert.
1999 hat sich PubliGroupe entschieden, sehr aktiv ins E-Business einzusteigen. Prozesse sollten ins Internet verlegt werden, und Online- Werbung war die Zukunft. PubliGroupe suchte deshalb einen E-Business-Verantwortlichen. Das Angebot lockte ihn. Seit 1999 ist Wuttke dort für das New Business verantwortlich. Aus der Wachstumsstrategie hat er den Meilenstein bei PubliGroupe für den Eintritt in die elektronischen Medien gesetzt. Daraus erfolgte die Akquisition von Cinecom (TV, Kino und Adscreen) oder auch die Entscheidung, die klassische und elektronische Anzeigenvermarktung in China zu expandieren. Als nächste Herausforderung sieht er den Ausbau der Crossmedia-Unit, um mit vernetzten Werbeangeboten den Werbetreibenden die Komplementarität der klassischen und elektronischen Medien aufzuzeigen. Für all diese Aktivitäten ist Wuttke im März mit dem Einsitz in die Konzernleitung belohnt worden.
Als seine wichtigste Zeit neben der Arbeit nennt er das Erleben, wie sich seine beiden Kinder bereits in vier Sprachen in dieser multimedialen Umwelt zurechtfinden.
Andreas Panzeri
