Deutsche Eisenbahnreklame geht an Ströer

Noch ist der Zuschlag nicht offiziell vergeben worden, aber klar ist: Die Affichage kommt nicht zum Zug.

Der Schweizer Aussenwerbekonzern Affichage
ist leer ausgegangen im Rennen um die Deutsche Eisenbahnreklame
Gesellschaft (DERG). Den Zuschlag für die Tochter der Deutschen Bahn
erhält offenbar die Ströer Out of Home Media AG in Köln.
Zwar gibt es noch keine offizielle Mitteilung, doch haben verschiedene
Insider den Entscheid bestätigt. Die Nachrichtenagentur Reuters zitiert
Jean-François Decaux, Chef des mitbietenden französischen Konzerns
JCDecaux, mit den Worten: «Wir erhalten die Firma nicht, unser
Konkurrent Ströer bekommt sie.» Der Verkaufspreis wird von Reuters
(aufgrund anderer Quellen) auf 100 Millionen Euro beziffert. Das
Fachblatt Werben & Verkaufen spricht dagegen von 140 Millionen
Euro. So oder so zahlt Ströer damit einen sehr hohen Preis; zu Beginn
der Verkaufsverhandlungen hatten Experten den Wert der DERG auf 60
Millionen Euro geschätzt. Laut Horizont.net sind Affichage sowie der
US-Konzern Clear Channel und die deutschen Konkurrenten AWK und Wall
denn auch schon früher ausgestiegen. Neben JCDecaux wäre demnach noch
Viacom Outdoor in der Endrunde vertreten gewesen.
Die DERG hat 2004 mit der Vermarktung der Werbeflächen an den rund 6500
Bahnhöfen der Deutschen Bahn einen Umsatz von rund 80 Millionen Euro
erzielt. Gemäss Werben & Verkaufen steigt Ströer mit der Übernahme
auf Rang 5 der internationalen Out-of-Home-Media-Unternehmen auf. Dem
Kartellamt müsse der Kauf aber nicht vorgelegt werden, schreibt New
Business, da die kritische Grösse für die Meldepflicht noch nicht
erreicht sei.

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