Zu guter Letzt: Ein Schäferhund wird deutlich

Eine für das Lifestyle-Magazin Deutsch konzipierte Kampagne der Agentur Jung von Matt/Neckar beschert den Werbeverbänden heisse Köpfe und bringt den Blätterwald zum Rauschen. Elementarer Bestandteil der nun mit Sodomie-Vorwürfen überhäuften Anzeigen ist der Deutsche Schäferhund.

Und da wären wir wieder bei unserer in letzter Zeit fast täglich aufgeworfenen Lieblingsfrage, die da lautet: Wie weit darf Werbung gehen? Nach dem Aufruhr um die Bulimie-Plakate in Italien, ist es diesmal eine für das Lifestyle-Magazin Deutsch konzipierte Kampagne der Agentur Jung von Matt/Neckar, die den Werbeverbänden heisse Köpfe beschert und den Blätterwald zum Rauschen bringt. Elementarer Bestandteil der nun mit Sodomie-Vorwürfen überhäuften Anzeigen ist der Deutsche Schäferhund, der laut der Agentur «das deutscheste Deutschland» verkörpert. Der Wauwau mit der langen Schnauze markiert darauf Potenz. Mal als zähnefletschender Superbeisser mit Edelsteingebiss à la HipHop-Superstar, mal als schlabbernder Bettgespiele, oder – wohl am anrüchigsten – als Schnüffeldetekiv unter dem knappen Frauenrock einer verzückten Blondine. Kein Grund zu vorschnellen Schlüssen und «die Assoziation liegt allein im Auge des Betrachters», meint der Geschäftsführer der in Stuttgart ansässigen Werbeagentur. Beim Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) sieht man die Arbeit dagegen sehr kritisch. «Ich habe meine Zweifel, ob solche Motive mit unseren Verhaltensregeln vereinbar sind», erklärt Sprecher Volker Nickel gegenüber Horizont.net. Gut möglich, dass bei dieser Äusserung auch die Angst vor Werberegulierungen aus Brüssel mitschwingt. Interessant ist, dass die Werbung aus der Agentur von ZAW-Vize und Kommunikations-Gesamtsverbandspräsident Holger Jung stammt. Die gewünschte Aufmerksamkeit ist Herrn Jungs Kampagne nun zu Teil geworden.

More articles on the topic