Zu guter Letzt: Artgerechte Filmhaltung

Seit bereits drei Jahren versucht ein Zusammenschluss deutscher Kinoverbände, mit nationalen Kampagnen die Leute wieder vermehrt in die Lichtspielhäuser zu bringen. Das diesjährige Thema: artgerechte Filmhaltung. Ein gelungenes und witziges Konzept.

 
Letztes Jahr war ein schlechtes Jahr für die deutschen Kinos. Der Umsatz sank um 5,7 Prozent auf insgesamt 767,9 Millionen Euro, und die Eintritte gingen um 8,2 Prozent auf 125,4 Millionen zurück. Das macht gerade mal eineinhalb Kinobesuche pro Teutone und Jahr. Im Jahr 2006, das auch nicht überaus rosig war, startete die Organisation Zukunft Kino Marketing (ZKM), ein Zusammenschluss von Kino- und Verleihverbänden, deshalb eine nationale Kampagne. Der Claim: «Kino. Dafür werden Filme gemacht». Auch dieses Jahr wird laut Horizont.net die Kampagne trotz ansteigenden Eintritten wieder durchgeführt. Prophylaktisch sozusagen. Das Thema: «artgerechte Filmhaltung». Analog zum Batteriehuhnproblem wird da geklagt über Massenfilmhaltung («Sauerei!»), über die auf Handybildschirmen eingezwängten Filme («Brutal!») und über die von Werbung zerstückelten Filme («Schockierend!»). Bei letztem handelt es sich wohl um eine Art Fleischwolfmetapher.
Die kreative Idee stammt von der Agentur Zum Goldenen Hirschen aus Köln, die bereits die Vorgängerauftritte konzipiert hat. Der ergänzende Spot wird im TV sowie in rund 1000 Kinos zu sehen sein. Zum Einsatz kommt auch die Website Filmbefreier.de (ein Besuch lohnt sich). Finanziert wird die Kampagne mit 1,2 Millionen Euro von der Filmförderungsanstalt (FFA) in Berlin. Und das Brutto-Mediavolumen beläuft sich derzeit auf 4,5 Millionen Euro. Solche Aufträge, das ist artgerechte Werberhaltung.

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