Google AdWords: So gelingt der Misserfolg garantiert – Teil 1

MacBook Pro Retina and iPhone 5s with Google home page on the sc
In Kundengesprächen begegnet mir immer wieder die Frage, ob ich beim Einsatz von Google Adwords eine Erfolgsgarantie abgeben könne. Eine Garantie über die zukünftige Performance eines noch nicht existierenden Google-AdWords-Kontos zu geben, ist in etwa so zuverlässig, wie wenn ich einen Forecast über die Anzahl Regenbogen machen würde, welche nächstes Jahr am Tag X um 14.35 Uhr über der Schweizer Berglandschaft zu sehen sein werden – also unmöglich.Dennoch sind die Zweifel und Bedenken berechtigt – insbesondere bei Klein-Unternehmen. Denn ohne Zeitinvestition, Know-how und Unterstützung wird es einem im komplexen Google-AdWords-Tool relativ leicht gemacht, sehr schnell, unnötig viel Geld zu verbraten. Jeder eingesetzte Franken tut weh, insbesondere bei einem kleinen Werbebudget.Wer aber ein Garantie-Versprechen braucht, orientiert sich an folgende fünf Misserfolgsregeln. So scheiterst Du mit Google AdWords garantiert!1. Fliegende Staubsauger – Werbe bei Google mit etwas, das kein Mensch kenntHast Du einen fliegenden Staubsauger erfunden und willst damit die Putzindustrie revolutionieren? Perfekt! Denn mit Sicherheit wird bei diesem Ausmass an Unbekanntheit niemand im Google Suchfeld das Keyword „fliegender Staubsauger“ eingeben. Ergo: Der Qualitätsfaktor deines irrelevanten Keywords „fliegender Staubsauger“ ist so tief, dass Deine Anzeige garantiert nicht ausgespielt wird. Du könntest aber natürlich auch ein vermeintlich stark gesuchtes Keyword wie „Apple Watch“ verwenden und damit auf deine Webseite aufmerksam machen, welche dann aber fliegende Staubsauger verkauft. Vielleicht funktioniert eine solche Irreführung sogar ein, zwei Mal? Damit verärgerst Du sowohl die User als auch Google gewaltig. Bravo! Schritt eins in Richtung Misserfolg ist gelungen.2. Verfehle das Ziel, indem Du einfach keines setzt„Wer etwas Grosses will, der muss sich zu beschränken wissen, wer dagegen alles will, der will in der Tat nichts und bringt es zu nichts“, meinte zumindest Georg Wilhelm Friedlich Hegel. Das gilt auch im Marketing, egal ob on- oder offline. Wer also scheitern will, setzt sich am besten kein Ziel oder wenn, dann folgendes: Bessere Ergebnisse anzustreben, ohne die bisherigen Ergebnisse überhaupt zu kennen.3. Setze ein unstrukturiertes Konto auf und belasse es dabeiAdWords Konto-/ oder Anzeigen-Optimierungen sind was für Weichspüler. Wir bleiben hart, denn wir wollen scheitern. Deshalb wichtig: Sind das AdWords-Konto und die entsprechenden Kampagnen einmal unstrukturiert und ohne konkretes Ziel aufgesetzt, dann unbedingt Laptop zuklappen, die ganze Sache wieder vergessen und sich danach den wichtigeren Sachen im Leben widmen. Ein langes und inniges Yoga-„Oohhmm“ mit guten Schwingungen wird das Ding im AdWords-Konto schon schaukeln.4. Suche externe Hilfe, welche für ganz wenig, ganz viel versprichtSolltest Du die Verantwortung für Dein erfolgreiches Scheitern in externe Hände geben wollen, dann ist es ratsam jemanden zu finden, der Dir zu 100% Umsatzsteigerung innert kürzester Zeit verspricht. Schenke deinem neuen Partner glauben, wenn er Dir ein verlockendes Angebot garantiert, indem er Dir verspricht, dass du innerhalb von 1-2 Wochen deinen ROI um 375% steigern wirst. Gleichzeitig sollte dieser Experte auch maximal Euro 25.- die Stunde kosten. Ob Du das ganz grosse Los gezogen hast, erkennst Du final auch daran, dass Dein neuer AdWords-Agent nicht nur die Glaskugel mit Tiefstpreis-Garantie beherrscht, sondern, dass er auch kaum Deine Sprache spricht und auch die Kultur des Landes, in welchem Du wirbst, nicht kennt.5. Sorge für eine nicht-funktionierende URLHast Du aus Versehen Regel 1-4 nicht befolgt, hast Du jetzt noch eine Chance, um zu scheitern: Achte möglichst darauf, dass die finale URL – also die Landingpage – oder am besten gleich deine ganze Webseite – nicht funktioniert. Sei es durch eine „Error, this Page not found“ – Meldung, durch eine sehr lange Ladezeit oder durch eine User-unfreundliche Navigationsstruktur. Nimm es einfach etwas gelassen. Wenn Dein Kunde wirklich etwas bei Dir kaufen will, dann wird er sich auch die Mühe machen, Dich über einen anderen Weg zu kontaktieren. Wer sagt denn, dass ein Informationsaustausch mit Brieftauben nicht auch mal wieder ganz nett sein könnte?Die Garantie zum Scheitern ist hier noch nicht zu Ende. Weitere fünf Tipps gibt es hier «So gelingt der Misserfolg garantiert-Teil 2».
Jeannette Scherrer
* Jeannette Scherrer ist selbständige Unternehmerin & Consultant im Bereich des Online-Marketing mit Spezialisierung auf SEO & SEA. Sie doziert zum Thema „Content Marketing und SEO“ unter anderem an der Migros-Klubschule und zum Thema “Digital Business & Kommunikation” an der KV Luzern / Höhere Fachschule für Marketing & Kommunikation (HFMK). Auf ihrem Blog schreibt sie zu unterschiedlichen Themen aus dem Online-Bereich und beleuchtet dabei die unterschiedlichen Perspektiven zwischen Kunden und Dienstleistern. http://jeannettescherrer.com

More articles on the topic