Wie disruptive Innovation entsteht
INNOVATION Christoph Keese, Manager bei Axel Springer und Bestseller-Autor, erklärte bei der Swiss Start-up Factory in Zürich wie disruptive Innovation entsteht.

Bestseller-Autor Christoph Keese in Zürich.Unbekümmert flockig spricht der Springer-Mann Christoph Keese zu den Gästen, nur gelegentlich „disrupted“ von seinem Smartphone – der Executive Vice President Axel Springer SE entschuldigt sich. Eine dringende Angelegenheit lässt ihn auch während seines Impulsreferats nicht los. Bei der Swiss Start-up Factory in Zürich tritt er auf, um zu erklären, was die Schweiz vom Silicon Valley lernen kannOffene KommunikationskulturKeeses Buch „Silicon Valley – Was aus dem mächtigsten Tal der Welt auf uns zu kommt“ ist ein Bestseller. Entstanden unter dem Eindruck eines halbjährigen Aufenthalts des studierten Betriebswirtschafters und langjährigen Journalisten in Palo Alto – mitten im legendären Tal, wo bahnbrechenden, digitalen Innovationen entstanden sind. Oft handelt es sich dabei allerdings nicht um eigentliche Erfindungen, sondern um bahnbrechende Anwendungen von bereits bekannten Technologien wie beispielsweise das Streaming bei Spotify.Die Voraussetzungen für revolutionäre Technologieanwendungen oder, anders gesagt, disruptive Innovationen sind aus Keeses Sicht vor allem gesellschaftlicher Natur. Die Aufgabe der privaten Univerität Stanford laute, jungen Leuten zu helfen, Innovationen zu entwickeln und unternehmerisch tätig zu werden. Dazu komme die völlig offene Kommunikationskultur im benachbarten Palo Alto, wo Konkurrenten miteinander über ihre Ideen und Entwicklung diskutieren würden. Weitere Faktoren sind die grössere Riskiobereitschaft und damit verbunden mehr Venture Kapital.Was am meisten nervtDoch obwohl das Silicon Valley von aussen so offen aussieht, erschliessen sich die dortigen Entwicklungen aus Keeses Sicht nur Leuten, die wirklich vor Ort sind und sich ein persönliches Netzwerk aufbauen. Auch in der Schweiz sieht er ein starke Gründerkultur, allerdings eher im evolutionären Bereich mit der Weiterentwicklung von bestehenden Technologien. Keeses Rat an Innovationshungrige lautet: „Achten Sie darauf, was Sie am meisten nervt und finden Sie eine Lösung dafür.“
