Blogger Relations – quo vadis?
KOLUMNE Bettina Werren*, beruflich Leiterin «Inszenierung im Raum» bei Schweizer Radio und Fernsehen und privat als Bloggerin unterwegs, blickt gespannt auf die aktuelle Entwicklung beim Thema «Blogger Relations».Für viele Firmen sind Blogger wichtige digitale Multiplikatoren und eine willkommene Ergänzung zur klassischen Kommunikations- und Marketingarbeit. Denn Blogger stehen im Dialog mit für Unternehmen interessanten Zielgruppen und können wichtige Markenbotschafter werden.Ein Blick auf die aktuelle Situation zeigt, dass es auf beiden Seiten einige Unsicherheiten gibt. Unternehmen sehen sich bei der Nutzung von «Blogger Relations» immer öfter der Kritik ausgesetzt, mit ihren Aktivitäten Blogger zu manipulieren und für positive Blogposts zu kaufen. Und Bloggern wiederum wird teilweise gar unterstellt, aufgrund der erhaltenen Leistungen nicht neutral und authentisch zu berichten.Doch wie sollen Unternehmen und Blogger miteinander umgehen? Und wer definiert überhaupt, wie man miteinander umzugehen hat? Wo wird die Grenze zwischen Blogger Relations und Manipulation gezogen und vor allem: Wer zieht diese Grenze? Wer bestimmt was seriös und was verwerflich ist?Klar ist: Unternehmen sollten ihren Umgang mit Bloggern im Vorfeld sorgfältig definieren. Welches Ziel soll verfolgt werden, welche Zielgruppe will man über Blogger ansprechen und wie will man mit kritischen Blogposts umgehen. «Nomen est omen» – die Beziehung zu Bloggern muss adäquat aufgebaut und gepflegt werden.Ebenso sollten Blogger für sich definieren, wie sie mit Anfragen und Einladungen umgehen wollen. Kein Blogger hat Lust, das Vertrauen seiner Leserschaft aufs Spiel zu setzen. Aber wie bleibt man authentisch und glaubhaft? Kann und muss ich als Blogger überhaupt neutral berichten, wenn ich eine Einladung zu einem Event erhalten habe oder auch ein Produkt kostenlos zur Verfügung gestellt bekomme?Der Ruf nach Transparenz lässt weitere Fragen aufkommen. Wie sehr stehen Unternehmen und Blogger in der Pflicht, Transparenz zu schaffen? Wie soll diese Transparenz aussehen und wie weit muss sie gehen?Die eine richtige Lösung gibt es auch in diesem Fall nicht. Was nicht ausschliesst, dass jedes Unternehmen und jeder Blogger die für sich relevanten Punkte definiert, laufend überprüft, zu seinem Handeln steht und sich der möglichen Konsequenzen bewusst ist.Hinweis: Am 24. September findet im «Karl der Grosse» in Zürich eine offene Diskussion zwischen Bloggern, Firmen und Journalisten statt. Wer daran interessiert ist, kann sich über diesen Link informieren und anmelden.
