Editoriale: Un po’ di umanità? Sì, grazie
Anna Kohler scrive l'editoriale di ogni numero della rivista. Il numero di settembre ha come titolo „C'è qualcuno?“. Le persone hanno bisogno delle persone: stiamo forse dimenticando come relazionarci gli uni con gli altri?

Was übrig bleibt, wenn alles automatisiert ist, sagt viel darüber aus, was uns wirklich ausmacht. Als ich klein war, kam der Satz «leine machen» ständig aus meinem Mund. Ich konnte noch nicht «alleine» sagen, meinte aber natürlich, keine Hilfe bitte, ich möchte selbst probieren. Dadurch lernte ich, machte Fehler, bekam Selbstvertrauen und auch Stabilität in meinem Charakter. Gelernt ist gelernt. Geht uns das verloren? Wo alle nur noch über Avatare kommunizieren und jeder Satz durch denselben Algorithmus geglättet wird, entsteht ein Brei, der sich irgendwann nur noch aus sich selbst speist. «Selfmade» wird wieder zum Luxusgut, weil Echtheit zur Ausnahme wird. Und genau diese Echtheit wird wo gelebt? Dort, wo Menschen sich physisch begegnen, gemeinsam Musik machen, Kultur teilen, in Communitys, die sich nicht steuern lassen. Da ist das Leben. Genau dorthin wollen auch Unternehmen – sie wollen coole Zielgruppen erreichen, am liebsten schnell. Doch Business findet selten den Weg hinein, weil es die Spielregeln nicht beherrscht. Es gibt sie nämlich nicht. Eine Community wächst, sie lässt sich nicht kaufen. Unternehmen müssen beitragen, nicht abgreifen – Zeit investieren, Hingabe zeigen, wirklich dabei sein. Nur wenn eine Community Authentizität spürt, verbindet sie sich mit einer Marke. Sonst nicht. Das kann kein Avatar leisten. Es braucht Zeit, Liebe, Engagement – menschliche Präsenz, die sich nicht simulieren lässt. Was übrig bleibt, wenn alles automatisiert ist, entscheidet sich also nicht in der Technologie, sondern in der Haltung, mit der wir ihr begegnen. Die Zukunft gehört jenen, die zuhören, bevor sie senden.
