So erklären ZEAM und das BAG Jugendlichen Safer Sex

Rund 90 000 junge Menschen machen in der Schweiz jedes Jahr erstmals eigene Erfahrungen mit Sexualität. Die neue LOVE LIFE Kampagne richtet sich gezielt an die 16- bis 26-Jährigen und setzt auf alltagsnahe Informationen, vor allem auf Social Media.

Storyholes informieren über Safer Sex. Quelle: zvg

Die LOVE LIFE Kampagne des Bundesamts für Gesundheit (BAG) fokussiert neu auf die Altersgruppe der 16- bis 26-Jährigen. Jedes Jahr machen in der Schweiz rund 90 000 junge Menschen erstmals eigene Erfahrungen mit Sexualität. Zum Teil gehören sie schon in jungen Jahren zu den Bevölkerungsgruppen mit einem erhöhten Risiko für eine Ansteckung mit HIV oder anderen sexuell übertragenen Krankheiten (STI).

Die LOVE LIFE Kampagne ergänzt den Schulstoff

Die Altersgruppe wurde gewählt, weil sie mit dem Thema stark konfrontiert ist. Die HIV/STI-Prävention gehört laut den Lehrplänen der Kantone auch zum Schulstoff. Die Kampagne vermittelt verständliche und alltagsnahe Informationen zu Safer Sex und ergänzt so die schulische Wissensvermittlung.

Im Zentrum steht die Lebensrealität junger Menschen. LOVE LIFE spricht sie in ihrer Sprache an und auf den Kanälen, die sie nutzen, insbesondere auf Social Media. Über Formate wie Videocasts und Kurzvideos vermittelt die Kampagne Informationen zu Safer Sex und zum Erhalt der sexuellen Gesundheit.

Das Storyhole informiert über Safer Sex. Quelle: zvg

Dialog online und offline

Gleichzeitig schafft die Kampagne Raum für Austausch, Dialog und aktive Beteiligung. Jugendliche und junge Erwachsene können offline und online Fragen stellen, ihre Anliegen einbringen und sich mit relevanten Themen auseinandersetzen. Die Kampagne verweist jeweils auf weiterführende Angebote wie die Website lovelife.ch und den Safer-Sex-Check mit persönlichen Schutz- und Testempfehlungen.

«Dank der Pionierarbeit der Schweiz bei der Prävention von HIV und viraler Hepatitis sowie besseren Behandlungsmöglichkeiten haben wir schon viel erreicht. Es gibt aber immer noch mehrere Hundert Infektionen pro Jahr», sagt BAG-Direktorin Anne Lévy beim Start der Kampagne. Es sei daher wichtig, dranzubleiben und jungen Menschen verlässliche Informationen zu bieten.

Parham Sendi, Infektiologe und Leiter der Abteilung übertragbare Krankheiten im BAG, hält es für sinnvoll, frühzeitig zu sensibilisieren, «damit die jungen Menschen wissen, wie sie sich vor Infektionen schützen können». Die Eidgenössische Kommission für Fragen zu sexuell übertragbaren Infektionen (EKSI) unterstützt dies ebenfalls. Präsident Milo Puhan erläutert: «Denn Safer Sex bleibt nur dann in der Bevölkerung verankert, wenn jede neue Generation dafür sensibilisiert wird.»

Storyhole wirbt für Safer Sex. Quelle: zvg

Eingebettet in nationales Präventionsprogramm

Die LOVE LIFE Kampagne ist eine der Massnahmen des vom Bundesrat verabschiedeten Nationalen Programms «Stopp HIV, Hepatitis B, Hepatitis C-Virus und sexuell übertragene Infektionen (NAPS)». Es zielt darauf ab, dass es bis 2030 zu keinen neuen Übertragungen von HIV sowie des Hepatitis-B- und -C-Virus in der Schweiz mehr kommt. Die Zahlen anderer sexuell übertragener Infektionen sollen sinken.

Getragen wird die Kampagne gemeinsam vom BAG, der Aids-Hilfe Schweiz und Sexuelle Gesundheit Schweiz. Dafür stehen 2026 bis 2029 voraussichtlich je rund 450 000 Franken pro Jahr zur Verfügung.

Love Life wirbt für Safer Sex. Quelle: zvg

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