Museum für Kommunikation sammelt erstmals eine KI

Das Museum für Kommunikation nimmt das Schweizer Sprachmodell Apertus in seine Sammlung auf und eröffnet mit dem KI-Lab einen neuen Ausstellungsbereich zur Künstlichen Intelligenz.

Das Berner Museum erweitert seine Kernausstellung. Quelle: zvg

Künstliche Intelligenz wird zum Sammlungsstück

Künstliche Intelligenz ist auf Tagungen, an Events und in Medien allgegenwärtig. Seit ChatGPT Ende 2022 aufgetaucht ist, hat sich die digitale Welt nach Angaben des Museums für Kommunikation grundlegend verändert. Large Language Models würden ganze Branchen umkrempeln und Arbeitsweisen sowie Alltag verändern. Das Museum für Kommunikation hat sich deshalb entschieden, die Künstliche Intelligenz in seine Sammlung aufzunehmen. Nach eigenen Angaben ist es das erste Museum der Schweiz und möglicherweise eines der ersten weltweit, das ein grosses Sprachmodell sammelt.

Archiviert wird eine vollständige Kopie des Large Language Models Apertus vom Juli 2026. Diese Künstliche Intelligenz ist ein Schweizer Produkt und wurde von der ETH Zürich, der EPFL und dem Schweizerischen Nationalen Hochleistungsrechenzentrum (CSCS) entwickelt. Im Gegensatz zu den meisten bekannten Large Language Models wird Apertus als Open-Source-Modell entwickelt. Dadurch kann eine vollständige Kopie des Modells archiviert und langfristig erhalten werden.

Ein Fenster in die Wissenswelt von 2026

Die archivierte Kopie soll es künftig ermöglichen, in die Wissenswelt von 2026 einzutauchen und Antworten auf Grundlage des damaligen Wissensstands zu generieren. So werde nicht nur ein Stück Zeitgeschichte dokumentiert, sondern auch ein Vergleich zwischen einer früheren Welt und der Gegenwart möglich. Damit würden die Denk- und Wissensgrundlagen von 2026 ebenso nachvollziehbar wie die Annahmen und Gewichtungen, die dem Modell zugrunde liegen. Erst dadurch würden Entwicklungen nachvollziehbar. Das Museum in Bern unterstreicht damit seinen Anspruch, nicht nur die Vergangenheit zu dokumentieren, sondern als lebendiges Museum auch Gegenwart und Zukunft abzubilden.

Neues KI-Lab in der Kernausstellung

Die Fragen rund um KI bringt das Museum für Kommunikation auch in seine Ausstellung. Dazu wurde in der Kernausstellung im Bereich «Datacenter» das KI-Lab eröffnet. Hier befasst sich das Museum mit den Chancen und Herausforderungen der digitalen Kommunikation. Mit dem KI-Lab haben die Kommunikator:innen neu die Möglichkeit, bei ihren Aktivitäten mit den Besuchenden einen Schwerpunkt auf KI zu setzen. Gemeinsam mit dem Publikum diskutieren sie, wie Prompting funktioniert und welche Rolle künstliche Intelligenz bereits heute im Alltag spielt. Das Museumsteam vermittelt damit Wissen und Erlebnisse zu dieser neuen Kulturtechnik, die den Alltag gerade umkrempelt.

Das Museum für Kommunikation bietet eine schweizweit einzigartige Begegnung mit der Welt der Kommunikation. Für seine interaktiven Ausstellungen wurde es 2019 als erst drittes Museum der Schweiz mit dem Museumspreis des Europarates ausgezeichnet. Gegründet wurde das Haus 1907, im vergangenen Jahr waren 130’000 Besuchende zu Gast. Das Museum für Kommunikation ist Teil des Museumsquartiers Bern, in dem Kultur, Geschichte, Wissenschaft, Kunst und Innovation zusammenkommen.

Weitere Informationen zum Museum für Kommunikation und seinen Ausstellungen finden sich unter https://www.mfk.ch.

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