Zürcher Journalistenpreis 2012 verliehen

Am 23. Mai fand im Casino Theater Winterthur die Feier zur Verleihung des Zürcher Journalistenpreises statt. Vier herausragende Arbeiten wurden ausgezeichnet.

Der diesjährige Zürcher Journalistenpreis geht in der Kategorie Zeitung an Gion Mathias Cavelty, in der Kategorie Zeitschrift an Daniel Ammann und Julia Hofer und in der Kategorie Nachwuchs an Joel Bedetti. Die ausgezeichneten Arbeiten hat die Jury aus knapp 150 Einsendungen ausgewählt. Die Festansprache hielt Tobias Trevisan, der in der Schweizer Verlagslandschaft bestens vernetzte Geschäftsführer der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Stiftungsratspräsident Andrea Masüger kündigte anlässlich der Preisverleihung Neuerungen an, die ab 2013 gelten. Neu sollen auch Texte die Möglichkeit einer Auszeichnung erhalten, die nur online erschienen sind. Die bisherigen Preiskategorien werden abgeschafft, verliehen werden künftig maximal drei Preise sowie ein Preis für das Gesamtwerk. Damit, so Masüger, werde «die Flexibilität der Juryarbeit erhöht und die Auswahl der Besten nicht durch Kategorie-Vorgaben eingeschränkt».

preis

Würdigungen der Jury

Der in diesem Jahr in den Kategorien Zeitung, Zeitschrift und Nachwuchs vergebene Zürcher Journalistenpreis stellt die Qualität des Medienschaffens und das persönliche Engagement von Journalistinnen und Journalisten in den Mittelpunkt. «In Gion Mathias Caveltys Text ereignet sich in zeitgemässer Aufmachung die Wiedergeburt des Opernberichterstatters alter Schule», sagte Jury-Mitglied Marco Meier in seiner Laudatio. «Dieses legendäre Genre leuchtet in der Reportage brillant noch einmal auf und findet eine eigenständige Form. Hier macht hohe Kunst Spass», würdigte Meier den Ausgezeichneten.

Jurorin Margrit Sprecher lobte Julia Hofer: «Sie tut, was viel zu wenig Medienschaffende tun: Sie erforscht das scheinbar Wohlbekannte, ihre nächste Umgebung. Und stösst dabei auf weit Exotischeres als manche Weltreisende. Es ist nicht nur das Warum, das der Jury gefallen hat. Es ist auch das Wie.»

«Daniel Ammann blieb mit seinen Recherchen sieben Jahre lang an dem Fall Holenweger», erkannte Laudator Alain Zucker. «Wir würdigen einen Journalisten, der unbeirrbar, unabhängig und gekonnt grobe Missstände bei der Bundesanwaltschaft aufdeckte. Ohne ihn wären sie womöglich nie ans Licht gekommen.»

«Was ist eine gute Geschichte? Sie muss Neues erzählen, sie muss es klug erzählen, und gut geschrieben sollte sie sein», stellt Jury-Mitglied Susan Boos fest. «Joel Bedetti hat ein wunderbares Porträt über Meinhard von Seckendorff geschrieben – über den Baron, der 90 Semester an der Uni Zürich studierte», heisst es in ihrer Laudatio.

> Broschüre zur Preisverleihung 2012 (PDF)

Über den Zürcher Journalistenpreis

Zweck der vom Zürcher Presseverein gegründeten Stiftung Zürcher Journalistenpreis ist es, über die Ausschreibung und Vergabe eines Preises einen konkreten Beitrag zur Förderung der journalistischen Qualität zu leisten. Die Prämierung von herausragenden Arbeiten soll den Journalistinnen und Journalisten Ansporn sein, ihre schwierige Aufgabe inhaltlich wie auch stilistisch auf hohem Niveau zu meistern und journalistische Highlights zu kreieren, die über den Tag hinaus in Erinnerung bleiben. Seit 1981 werden Arbeiten, die in den Kantonen Zürich und Schaffhausen publiziert worden sind oder die von Autorinnen und Autoren stammen, die hauptsächlich in diesen Kantonen arbeiten, von einer unabhängigen Jury begutachtet. Sie wählt die Preisträgerinnen und Preisträger aus. Der Jury gehören Fredy Gsteiger (Präsident), Susan Boos, Marco Meier, Margrit Sprecher und Alain Zucker an. Der Stiftungsrat setzt sich aus Andrea Masüger (Präsident), Esther Girsberger, Kaspar Loeb und David Strohm zusammen.

 

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