Warmer Regen – das macht Freude am Goldbach

Crossmedia Goldbach Media hat die eigenen Erwartungen 2004 weit übertroffen und schreibt erstmals klar schwarze Zahlen.

Crossmedia Goldbach Media hat die eigenen Erwartungen 2004 weit übertroffen und schreibt erstmals klar schwarze Zahlen.
Nach drei schwierigen Jahren mit Break-even im Jahr 2003 wirft die Goldbach Media AG 2004 erstmals einen ansehnlichen Gewinn von 1,7 Millionen Franken ab. Ein erstaunlicher Kraftakt, wenn man bedenkt, dass das Crossmedia-Unternehmen noch 2002 ein Defizit von 16,8 Millionen Franken auswies. Entsprechend stolz präsentierte CEO Klaus Kappeler seine Zahlen.Möglich wurde das Glanzresultat durch eine satte Steigerung des Nettoumsatzes von 26 Prozent auf 162,8 Millionen Franken. Dies erstaunt umso mehr, als Goldbach Media noch im letzten November anlässlich des Einstiegs von Investor 3i für 2004 eine Umsatzsteigerung von 15 bis 20 Prozent prognostiziert hatte. Kappeler begründete die starke Abweichung mit einem überaus guten vierten Quartal, in dem sich die Werbekunden diametral anders verhielten als ein Jahr zuvor. «Um die eigenen Bilanzen zu verbessern, haben uns damals einige Kunden in letzter Minute noch Grossaufträge entzogen», erinnert sich Kappeler.
Beigetragen zu dem branchenweit wohl einzigartigen Zuwachs haben alle Goldbach-Bereiche. So nahm die TV-Vermarktung um 10 Prozent auf 113,4 Millionen Franken zu, der Radioteil steigerte sich um 49 Prozent auf 29,8 Millionen Franken und der Online-Umsatz verdreifachte sich sogar beinahe – natürlich in erster Linie dank der Adlink-Integration – von 5,8 Millionen auf 16,2 Millionen Franken. Das noch junge Medium AdScreen konnte seinen Umsatz im ersten vollen Jahr auf 3,4 Millionen Franken versiebenfachen. Bei den Anteilen am gesamten Gruppenumsatz kam es zu leichten Verschiebungen: TV macht noch 70 Prozent aus (Vorjahr: 80 Prozent), Radio kommt auf 18 Prozent (15,5 Prozent), Online und AdScreen erreichen mittlerweile Anteile von 10 beziehungsweise
2 Prozent. Kappeler schätzt, dass der TV-Anteil trotz weiterem Wachstum in drei Jahren noch etwa 50 Prozent ausmachen und somit das Unternehmen breiter abgestützt sein wird.
Besonders erfreut ist Kappeler, dass Goldbach 2004 nicht nur Gewinn, sondern auch ein Eigenkapital von 1,4 Millionen Franken erwirtschaftet hat. 2003 wies dieser Posten noch ein Minus von 5,1 Millionen Franken aus und war bloss mit Darlehen gedeckt. «Diese Entwicklung haben wir aus eigener Kraft geschafft. Wir können nun ein gesundes Unternehmen präsentieren», frohlockt er. Der Eigenkapitalanteil macht gemessen an der Bilanzsumme von 63 Millionen Franken 2,1 Prozent aus.
Ein Börsengang sei kein Thema, hatte Kappeler im letzten Herbst betont. Dies sagt er auch jetzt wieder, relativiert aber: «Wir wollen noch ein weiteres Jahr mit einem Superresultat vorlegen und werden uns dann überlegen, wie es weiter gehen soll.» Und 2005 scheint gut zu werden, denn trotz Krebsgang der Werbewirtschaft befindet sich Goldbach Media weiter im Steigflug. So rechnet Kappeler mit einem erneuten Umsatzwachstum im zweistelligen Prozentbereich. Dies lässt sich mit ersten Trendzahlen aus dem ersten Quartal untermauern: Goldbach liege derzeit punkto Auftragseingänge um 20 Prozent über Vorjahr, sagte Kappeler. Neu baut Goldbach jetzt einen Mobile-Bereich auf, zudem will die Gruppe am 1. Juni den ersten Crossmedia-Award vergeben. Darüber hinaus wird insbesondere im Bereich AdScreen das Portfolio verbreitert.
Goldbach Media WienGut 4 Millionen Franken des Goldbach-Nettoumsatzes stammen von Goldbach Media Wien. Der Zuwachs beträgt dort 70 Prozent, wobei ein Drittel aus dem TV-Geschäft kommt (erstes Volljahr mit MTV) und zwei Drittel im Online-Bereich erwirtschaftet wurden. (mk)
Markus Knöpfli

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