TV-Übertragung der Swiss Music Awards erleidet Quoteneinbruch

2019 wurden die Swiss Music Awards (SMA) zum ersten Mal in Luzern ausgetragen. Die Show, bei der die Schweizer Musikindustrie ihre stärksten Zugpferde und verheissungsvollsten Newcomer auszeichnet, ging im KKL über die Bühne und bot dieses Jahr verschiedene Neuerungen.

SMA

Lediglich 113’000 Zuschauer lockte die Award-Verleihung am letzten Samstag vor die Bildschirme. Dies entspricht einem Marktanteil von 6,8 Prozent. Ein markanter Quoteneinbruch, wie die Schweiz am Wochenende in ihrer aktuellen Ausgabe zeigt: Die Quoten bewegten sich seit 2015 zwischen 174’000 (Marktanteil: 10,1 Prozent) und 223’000 Zuschauern (Marktanteil: 14,3 Prozent).

Die Gründe für das schwache Abschneiden sucht man bei SRF im eigenen Haus. So hat die Jubiläumsshow der Auswanderersendung «Auf und davon», welche gleichzeitig auf SRF 1 ausgestrahlt wurde, beachtliche 724’000 Zuschauer erreicht, was einem Marktanteil von 46 Prozent entspricht – ein starker Wert.

 

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Obwohl man sich bei SRF im Grossen und Ganzen zufrieden zeigt mit der Übertragung der SMA, sieht man doch noch «Optimierungspotenzial und Möglichkeiten zur Weiterentwicklung», wie man gegenüber der Zeitung einräumt. Denn die rund 600’000 Franken teure Show soll auch im nächsten Jahr übertragen werden – was man besser machen könnte, wird ein ausführliches Debriefing zeigen.

Verbesserungspotential und grosse Absenzen

Die Schweiz am Wochenende listet schon zuvor «Baustellen» auf, die man verbessern könnte. Statt eines «Selbstdarstellers» wie Stefan Büsser wird etwa eine Moderatorin oder ein Moderator gefordert, der mit der Musikszene verbunden ist. Die Verleihungen in den einzelnen Sparten seien zu langatmig, die Live Acts zu wenig überraschend und zu international.

Ebenfalls kritisiert wird das Reglement. So sei etwa der mit Abstand erfolgreichste Schweizer Musiker Trauffer leer ausgegangen – genau so wie der mit Abstand erfolgreichste Song («079» von Lo & Leduc).

Im Vorfeld der Swiss Music Awards haben deutsche Medien übrigens mit Verwunderung festgestellt, dass die Künstlerin Loredana nicht einmal nominiert war. Die Rapperin aus Emmenbrücke gehört zu den absoluten Durchstarterinnen des vergangenen Jahres und geniesst in der deutschen Hip-Hop-Welt breiten Rückhalt. Ihr Song «Sonnenbrille» beispielsweise weist auf Youtube 41 Millionen, «Bonnie & Clyde» über 38 Millionen Views auf. Wie das Vice-Musikportal Noisey in Erfahrung brachte, zählen bei den SMAs nach wie vor in erster Linie die inländischen Verkaufszahlen. Die gigantischen Streamingszahlen und grosse Popularität jenseits der Grenze haben auf die Berücksichtung keinen Einfluss.

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