Swiss Radio Day: Bundesrätin Leuthard will Anreize für Privatradio-Zukunft schaffen

Der Bund soll den Privatradios im Hinblick auf die Ablösung der Radio-Konzessionen Ende 2018 Investitionsanreize gewähren. Solche Anreize sollten individuell auf die einzelnen Privatradios zugeschnitten sein.

Es sei jedoch noch völlig offen, wie sie aussehen werden. Es gebe noch keine konkreten Pläne. Das sagte Bundesrätin Doris Leuthard am Donnerstag am 12. Swiss Radio Day in Zürich. Bisher sei das Thema Departements-intern erst «angedacht». Diskussionen müssten folgen, sagte die Vorsteherin des Departementes für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation Uvek gemäss SDA. Das Thema müsse ohne Scheuklappen und vorgefasste Meinungen angegangen werden. Für die Gestaltung der Radio-Landschaft nach 2018 sei Pioniergeist gefragt.

Wesen und Aufgaben des Service Public sowie die Aufgaben des Staates sollten hinterfragt werden. Möglicherweise seien neuen Kooperationsmodelle mit Spezialisierung und neue Sendemodelle nötig – beispielsweise das Ausstrahlen von Nachrichten je nach Aktualität und nicht zu bestimmten vorgegebenen Zeiten. Das Verständnis der Öffentlichkeit werde damit geschärft. Denn die Lokalsender müssten einen Beitrag leisten zur öffentlichen Meinungsbildung. Bei allem zähle aber nur eines: Die Qualität.

Wie Leuthard vor den rund 500 Anwesenden mit Blick auf die Zukunft sagte, sei einer klar: Der rasche technische Wandel und die sich massiv verändernden Konsumgewohnheiten hätten einschneidende Auswirkungen auf die Radiolandschaft. Künftig stünden eine Fülle an Übertragungsmöglichkeiten zur Verfügung, anstatt wie bisher über (knappe) Frequenzen. Das werde «mehr Markt und weniger Staat» zur Folge haben. Zudem werde sich der Kampf um Publikum und Werbegelder verschärfen.

Hier sei der Bund gefordert. Es stelle sich die Frage, ob, wie und in welchem Ausmass der Staat auch künftig regulierend tätig sein werde. Mit Sicherheit werde aber der Einfluss des Staates als Regulator zurückgehen. Die Branche müsse zukunftsgerichtete Strategien entwickeln.

Auszeichnung für Radio 105 und Radio Fiume Ticino
Die beiden Privatradiosender Radio 105 und Radio Fiume Ticino wurden am Donnerstag im Rahmen des Swiss Radio Day ausgezeichnet. Sie sind die «Radios of the Year 2011» ihrer jeweiligen Sprachregion. Das Jugendradio Radio 105 sendet seit 1998 im Deutschschweizer Kabelnetz. Es ist das erste sprachregionale Jugendradio der Schweiz. In der Hörergunst lag es mit 54.5 Prozent Zuwachs auf Platz 1 in der Kategorie Deutsche Schweiz. Hinter ihm rangierten Radio Swisspop und Radio 1.

In der Kategorie Lateinische Schweiz machte Radio Fiume Ticino das Rennen. Es lag mit  einem Plus von 25.68 Prozent an der Spitze vor Espace und RSI Rete. Bekannt gegeben wurden die «Radios of the Year 2011»-Sieger von Caroline Thoma, Geschäftsführerin der Blick-Gruppe. Der Award «Radios of the Year 2011» wird seit 2002 jedes Jahr an das Radio mit dem grössten Zuhörererfolg vergeben.

 

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