«Swiss Press Photo 13» – die Gewinner
Mit einer Fotoserie zum Busunglück im Wallis hat der Keystone-Fotograf Laurent Gilliéron den diesjährigen Hauptpreis der Ausstellung «Swiss Press Photo 13» gewonnen. Bis zum 3. Juni werden im Zürcher Landesmuseum Fotografien der prägendsten Ereignisse des Jahres gezeigt.
Gilliéron wurde nach 2005 bereits zum zweiten Mal mit der höchsten Auszeichnung der Schweizer Pressefotografie geehrt. Dotiert ist der Hauptpreis mit 20'000 Franken. Die Serie des Keystone-Fotografen dokumentiert diskret die Trauer nach dem schweren Busunglück im Wallis. Der Fotograf beschrieb die Szene vor dem Tunneleingang nach dem Busunglück als sehr eindrücklich. «Ich habe nicht gewusst, was passiert war», sagte Gilliéron am Donnerstag bei der Medienführung. Die fünf oder sechs Helikopter hätten ihn aber etwas Schlimmes erahnen lassen.

Der Fotograf schoss das Bild von einer Brücke aus, etwa 200 Meter vom Tunneleingang entfernt. Sein zweites, in der Kategorie «Aktualität» ausgezeichnetes Bild, zeigt ein weinendes Mädchen mit einer Blume in der Hand. Gilliéron fotografierte es, als die Angehörigen der Opfer darauf warteten, in den Bus einzusteigen, um an die Unfallstelle zu fahren. Das Bild wurde in der internationalen Presse breit publiziert.

Gilliéron sei ein richtiger Pressefotograf, sagte Michael von Graffenried vor den Medien. «Er ist rund um die Uhr bereit für einen Einsatz.» Das Siegerbild sei der Beweis dafür. Von Graffenried ist selber Fotograf. Er hatte «Swiss Press Photo» vor 23 Jahren ins Leben gerufen.
«Fotografen werden weggespart»
Marco Castellaneta vom Landesmuseum betonte, wie wichtig die Pressefotografie sei – «heute, wo überall die Fotografen weggespart werden.» Mit der Ausstellung wolle man auch zeigen, was für eine wichtige Arbeit die Fotografen leisteten. Für die Ausstellung im Landesmuseum reichten 173 Fotografinnen und Fotografen in sechs Kategorien insgesamt 2'825 Bilder ein. Eine internationale Jury wählte die Gewinner aus. Der Schweizer Preis für Pressefotografie wird von der Fondation Reinhardt von Graffenried finanziert. Die von Ricabeth Steiger kuratierte Ausstellung zeigt die Fotos in grossformatigen Leuchtkästen. «Mit dieser Darstellung sind wir ganz nah bei den Medien», sagte von Graffenried. Heute würden diese Bilder auf iPads oder anderen Tablets angeschaut, wo sie ebenfalls hell und farbig leuchteten. «Diese
Präsentation ist fast schon avantgardistisch.»
Roger Federers Kampf gegen die Wespe
Eine grossartige Momentaufnahme ist das Siegerbild in der Kategorie «Sport». Roger Federer geht darauf vor einer Wespe in Deckung. Auf der Aufnahme von Reuters-Fotograf Michael Buholzer sieht man, wie der Tennis-Star mit seiner Hand und dem Schläger das kleine Insekt abwehrt.

In der Kategorie «Porträt» gewann mit Daniel Tischler ein Fotograf, der schräge Fotos von schrägen Menschen machte. Sie zeigen unkonventionelle Eigenbrötler in ihren eigenen, ebenfalls schrägen vier Wänden.

In der Kategorie «Kunst» spürte die Gewinnerin Valérie Chétel für den Bund dem tristen Charme eines verlassenen Tanzstudios nach.

In der Kategorie «Alltag und Umwelt» ging der erste Preis an Steeve Iuncker von der Westschweizer Zeitung Tribune de Genève für eine Serie über alkoholisierte Jugendliche im Parc des Bastions – und die am Parkeingang bereitstehenden Rettungssanitäter.

Dominic Nahr, ein junger Schweizer Fotograf, der gerade eben bei der renommierten internationalen Fotoagentur Magnum aufgenommen wurde, gewann in der Kategorie «Ausland» mit einer Reportage aus dem Sudan. Die Kategoriensieger erhalten je 2'000 Franken. (Luzia Schmid/SDA)

Alle Siegerbilder, sowie die zweit- und drittplatzierten Arbeiten finden Sie auf Swisspressphoto.ch
