Swiss Films: Erfolgreiche Jahresbilanz und gesicherte Zukunft
Die internationale Präsenz von Schweizer Filmen konnte auch 2012 gesteigert werden. Dazu haben CH-Filme weltweit über 280 Awards mit einer Preissumme von 470'000 Franken gewonnen.
In diesen Tagen ist der Schweizer Film «More than Honey» von Markus Imhoof nach diversen Festivalerfolgen auch im «normalen» Kinoprogramm in New York gestartet. Für «Sister» von Ursula Meier hat es 2012 einen Silbernen Bären in Berlin gegeben. «Hiver nomade» von Manuel von Stürler hat den Europäischen Filmpreis gewonnen. Dazu kamen zwei «Studenten-Oscars». Der Schweizer Film darf sich international wieder sehen lassen. Dass dieses Schaffen auch wahrgenommen wird, ist in vielen Fällen der Hintergrundarbeit von Swiss Films zu verdanken. Die Promotionsagentur für die Siebte Kunst «made in Switzerland» hat am 27. Juni zur Präsentation ihrer Jahresbilanz geladen.
«2012 hielten Ungewissheiten über die Zukunft der Promotionsagentur die Verantwortlichen auf Trab. Die Leistungsvereinbarung und verschiedene Angebote wurden immer wieder in Frage gestellt», erklärte Josefa Haas, Präsidentin des Stiftungsrates Swiss Films. Konkret musste sich Swiss Films beim Bundesamt für Kultur BAK noch einmal für den Auftrag bewerben, die Schweizer Filmszene offiziell promoten zu dürfen und dafür auch Geld aus dem Budget der Filmförderung zu bekommen. Inzwischen sind der Auftrag erteilt und die Leistungsvereinbarungen zwischen BAK, Pro Helvetia und Swiss Films geregelt.
Dank der Hilfe von Swiss Films bei der Vermittlung sowie aktiven Betreuung über verschiedene Stufen standen 2012 bei sämtlichen der 12 internationalen Top-Festivals Schweizer Filme auf dem Programm. Bei den wichtigsten 50 Festivals weltweit sind über 100 Schweizer Filme gelaufen, was einer Zunahme von 10 Prozent entspricht. Insgesamt haben diese Filme 280 Preise gewonnen, was auch ein Preisgeld von 470'000 Franken mit sich brachte. 55 Prozent davon haben Kurzfilme «erwirtschaftet». Für viele Kurzfilmer «ist das ein wichtiger Beitrag ans Budget», meinte die Kommunikationsverantwortliche Ursula Hartenstein.
Solche Kurzfilme zu promoten mache zusätzlich Sinn, weil diese für viele Filmerinnen und Filmer «Visitenkarten und Türöffner» seien, betonte auch die Stiftungspräsidentin Josefa Haas. Erfolgreiche Kurzfilme leiten oft den Anfang einer Karriere ein.
Die von Swiss Films organisierte Kurzfilmnacht Tour 2013 hat allein in den ersten elf Städten von Basel bis Luzern mit rund 11 700 Eintritten bereits einen Zuschauerrekord verzeichnet, was einer Steigerung von 24 Prozent gegenüber 2012 entspricht.
Erfolgreich angekommen ist auch die Initiative von Swiss Films, auf dem gemeinsamen Newsnetzt der grossen Schweizer Zeitungen wöchentlich jeden Freitag einen Schweizer Kurzfilm über Streaming zu präsentieren.
Die Bilanz-Konferenz war die erste unter der neuen Direktorin Catherine Ann Berger. Sie ist seit 1. Juni 2013 zu hundert Prozent im Amt und löst Micha Schiwow ab, der Ende 2012 zurückgetreten ist. Als eines ihrer wichtigen Ziele gab Berger bekannt, wie sie für Swiss Films mit einer neuen Online-Datenbank in den kommenden Monaten die Marktchancen für Schweizer Filme weiter verbessern will. Dieser «virtuelle Marktplatz» wird im Rahmen eines internationalen Projektes aufgebaut. Das Tool soll den Verantwortlichen der Festivals ihre Programmarbeit erleichtern. Wer von Swiss Films den Zugang erhält, kann sich dann auf diesem Weg unbürokratisch über das aktuelle Schweizer Kurzfilmschaffen informieren und sich die von der Promotionsagentur vorgeschlagenen Werke streamen lassen.
Auf der auch dem Publikum zugänglichen Datenbank auf dem Portal von Swiss Films sind seit 2004 alle relevanten Daten zu rund 4'000 Filmen hochgeladen worden. Dank dem Verlinken mit Social Media hat der Zugriff im 2012 um 28 Prozent zugenommen.
Andreas Panzeri
